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Ratgeberbücher
Buch Leseprobe Jedes zweite Wochenende, Axel Beck
Axel Beck

Jedes zweite Wochenende



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keine Aufsehen erregende Familientragödie, kein Amok­lauf, niemand wurde ermordet oder verhaftet. Und doch brach an diesem Junimorgen in der kleinen Küche eine beinahe heile Welt mit einem lautlosen Knall zusammen. "Ich habe mich ver­liebt ..." - dieses Geständnis von mir an meine Frau kam früh morgens noch vor dem Frühstück. Eigentlich wollte ich es ihr nicht sagen, dachte, ich könne es vor ihr verbergen, es würde wie eine Erkältung von al­leine vergehen. Doch wenn man sich sieben Jahre lang kennt, lässt sich nichts mehr voreinan­der verber­gen. Mein Gewis­sen hätte so etwas auch niemals zugelassen. Tränen stiegen mir in die Augen, mein Blick flehte um Verzei­hung, und sie, sie reagierte überraschender­weise völlig kühl und ge­fasst. Viel zu kühl. Draußen dämmerte der Tag, und hier in der Küche herrschte eine Eiseskälte. Mir wurde schrecklich klar, dass das der Be­ginn von etwas war, was ich noch gar nicht ab­schätzen konnte. Diese Erkenntnis fraß sich langsam aber unaufhalt­sam in mein Be­wusstsein. Die Ereignisse würden über mir zusammenstür­zen, unsere scheinbar heile Welt war aus dem Lot, tru­delte wie ein abstürzendes Flug­zeug und stand kurz vor dem finalen Aufprall. Alles, ab­solut alles war aus den Fugen geraten, ich konnte es ein­fach nicht fassen. Ein Gefühl, wie wenn man ohnmächtig zuschauen muss, wie sich eine Lawine, die man selbst aus­gelöst hat, mit unaufhalt­samer Wucht ihren Weg bahnt. Das Allerschlimmste jedoch: Da waren doch auch zwei kleine Kinder, die von all dem nichts wussten. Sie schlie­fen noch se­lig, nichts von der Bedrohung ahnend. So klein wa­ren sie, so schutzlos und so ausgeliefert. Lara war ge­rade mal zwei Jahre jung und Tim sechs. Wie dramatisch sich meine kleine Verliebtheit für die Kin­der auswirken sollte, wurde mir erst später bewusst - spä­ter, nach­dem es bereits zu spät für eine Umkehr war. Wie blind ist doch der Mensch, ich ahnte nicht im Geringsten, welche Konsequen­zen mein Fühlen und Tun haben würde. Dennoch musste ich damals so handeln, ich hatte den ein­mal beschrittenen Weg weiter zu gehen; es gab keinen ande­ren. Nicht, weil mir irgendjemand gesagt hatte, was ich tun müsse, wie ich mich verhalten solle, es war vielmehr dieser innere Wegweiser, der in eine Richtung zeigte, die keinen anderen Weg zuließ. Ich will hier erzählen, wie es zu der Trennung kam, wie es vielleicht immer wieder zu ähnlichen kleinen und großen Fami­lientragödien kommt. Aber vor allem will ich auch über das "Danach" berichten, wie es mir später erging, wie es vielleicht x-tausend anderen Vätern ergeht - und wie ich die ganze Situa­tion immer noch nicht ganz cool betrachten kann. Niemand bekommt hier irgendeine Schuld zugewie­sen, denn es gibt kei­nen Schuldigen. Die Schuldfrage ist völlig un­wichtig, genauso unerheblich wie sie es in jedem Eheschei­dungsverfahren ist. Wer hat je etwas mit Schuldzu­weisungen erreicht, es wird doch nur eine zerstö­rerische Spirale von Angriff und Verteidigung in Gang ge­setzt. Ich habe auch lange gebraucht, bis ich eingesehen habe, dass Schuld­gefühle bei einer Trennung niemandem nut­zen. Es geht mir also weder um Schuld, noch um Rechtferti­gung, noch darum, irgendje­manden anzugreifen! Viel wichtiger finde ich die Klärung der Frage, ob man et­was aus einer Trennung lernen kann. Trennung ist nicht das Ende aller Hoffnungen und Träume (auch wenn in die­sem Stadium eher das Gegenteil der Fall zu sein scheint). Auch nach einer Trennung ist das Leben lebenswert, wenn­gleich auch mit sehr viel mehr Anstrengung verbun­den. Sicher bringt die Auflösung einer Beziehung sehr viel Leid für alle Beteiligten mit sich. Und ganz sicher leiden die Kin­der mehr darunter als jeder Erwachsene....

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