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Ratgeberbücher
Buch Leseprobe Go hard or go home, Daniel Meier
Daniel Meier

Go hard or go home


Faszination Ultratriathlon

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TODAY YOU ARE A DECAMAN – IT WILL CHANGE YOUR LIFE: MEIN WEG ZUM ULTRATRIATHLON

Einmal im Leben will ich einen Ironman finishen!“ Als ich Mitte der 1990er-Jahre mit dem Triathlon begann, hatte ich dieses Ziel fest vor Augen. Dabei wusste ich genau, dass es einfach nur komplett verrückt war, denn als ich das erste Mal bei einem Freund die Übertragung des Ironman auf Hawaii sah, die gerade im Fernsehen lief, war ich felsenfest davon überzeugt, dass die, die so etwas machten, von einem anderen Stern sein mussten. Wie gebannt starrte ich damals auf den Bildschirm und verfolgte mit offenem Mund das Geschehen. Diese Leistungen, die die Athleten in der Gluthitze erbrachten, waren schier unglaublich: 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und anschließend 42,2 Kilometer Laufen – bei bis zu 40 Grad im Schatten. Wie man so etwas schaffen konnte, war für mich schlicht unvorstellbar. Welche Strapazen! Was waren das bloß für Menschen, die freiwillig an so etwas teilnehmen? fragte ich mich immer wieder. Doch die emotionalen Bilder der Triathleten, die sich stundenlang über die Strecke quälten, um am Ende mit überglücklichen Gesichtern und Tränen in den Augen die Ziellinie zu erreichen, gingen mir nicht mehr aus dem Kopf ...


Wie es der Zufall wollte, erzählte mir mein Nachbar wenige Wochen später, dass der Triathlon-Club Winterthur einen Volkstriathlon ganz in der Nähe meines Wohnorts organisierte. An diesem Tag stand ich also zusammen mit einigen Freunden zwischen Flaach und Andelfingen an der Radstrecke, und wir bestaunten die Athleten. Das werde ich nie können, dachte ich. Dafür bin ich einfach nicht geboren. Wir waren allesamt wie elektrisiert, und als wir im Zielbereich mit einigen Athleten ins Gespräch kamen, die uns prompt zum Grillen einluden, nahmen wir die Einladung gern an.
Noch immer war ich der festen Überzeugung, dass Triathleten Übermenschen seien – bis zu diesem Grillfest. Dort lernte ich Kurt Blattmann kennen. Ein netter, sympathischer Mann, etliche Jahre älter als ich und – das war der ausschlaggebende Punkt – erfolgreicher Finisher des Volkstriathlons. Wie bitte? In meinem Hirn begann es zu rattern. Der hatte den Triathlon absolviert? Verstohlen musterte ich ihn. Er sah eigentlich ganz normal aus! Von Übermensch keine Spur. Mein Hirn ratterte und ratterte. Den gesamten Abend lang. Wenn der so etwas kann, kann ich das doch vielleicht auch?! Das Grillen war noch nicht zu Ende, als ich bereits entschieden hatte: Das will ich selbst probieren! Und so dauerte es nicht lange, bis ich bei einigen Kurzdistanz-Triathlons an der Startlinie stand.


Doch der Ironman ging mir dabei nie aus dem Kopf. Zu jener Zeit arbeitete ich noch als Forstwart, und schon damals fällte ich lieber die großen Bäume als die kleinen ...

Schon bald merkte ich, dass ich einen stärkeren Anreiz brauchte, um mich im Training zu motivieren und immer weiter voran zu treiben. Tatsächlich war mein neues Credo schnell gefunden: „Wenn du innerhalb deines Lebens zehn Ironman-Rennen absolvierst, dann kriegst du ein Tattoo auf die Wade!“, versprach ich mir also übermütig. Aber nicht irgendein Tattoo, nein, dafür kam nur eines in Frage: das allgegenwärtige Ironman-Tattoo! Das war damals der Trend in der Szene. Überall, wo man hinblickte, wimmelte es nur so von Athleten, deren durchtrainierter Unterschenkel ein gewaltiges „M“ zierte – das Logo des internationalen Ironman-Veranstalters...


 


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