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Ratgeberbücher
Buch Leseprobe Eulenspiegeleien für Manager, Fritz Maywald
Fritz Maywald

Eulenspiegeleien für Manager



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Eulenspiegeleien

für Manager

Man muß auch seine Jugend überwinden,
wenn man wieder Kind werden will.

 

Friedrich Nietzsche

Allen unangepaßten und unvernünftigen Menschen gewidmet

 

Zum Anfang

Die Teile dieses Buches

Jedes Kapitel dieses Buches besteht aus vier Teilen:

1 Die Historie vom Eulenspiegel

Das sind Eulenspiegel-Geschichten, die manchmal mehr, manchmal weniger und manchmal gar nicht dem Original aus dem 16. Jahrhundert folgen. Sofern die Geschichten nahe am Original sind, habe ich sie gekürzt und unserer heutigen Sprache etwas angepaßt, in vielen Fällen habe ich einfach Gedanken des Originals aufgegriffen und weiterverarbeitet.

Diese Geschichten dienen als Einleitung zum jeweiligen Kapitel und bereiten Sie auf das vor, was als Thema folgt, erleichtern sozusagen den Einstieg.

Es ist kein Fehler - wenn Sie möchten -  vorerst nur diese Eulenspiegel-Geschichten zu lesen und die anderen Teile des Buches wegzulassen.

2 Das Thema

Manche Themen werden Ihnen bekannt sein, manche erscheinen Ihnen vielleicht fehl am Platz in einem Management-Buch oder befremden Sie. Das sind jene Themen, mit denen Sie sich besonders beschäftigen sollten, jene, die für Sie besonders wichtig sind. Denn Eulenspiegel wirkt auch in diesem Teil und hält Ihnen seinen Spiegel vor. So haben Sie oder Ihr Unbewußtes es weniger leicht als im „normalen" Alltagstrott, diesen Themen zu entkommen, sich einfach nicht damit zu beschäftigen.

Es ist kein Fehler  - wenn Sie möchten - vorerst nur die Texte zum Thema zu lesen und die anderen Teile des Buches wegzulassen.

3 Die Geschichte zum Thema

Für mich ist das der wichtigste Teil des Buches!

Wenn Sie die Historie vom Eulenspiegel und den Text über das Thema gelesen haben, sind Sie schon recht gut auf diese Geschichte vorbereitet. Wenn Sie gleich mit der Geschichte in das Kapitel einsteigen, dann sind Sie mutig.

Kinder würden natürlich nur diese Geschichten lesen, und wenn dieses Buch ein Kinderbuch wäre, dann würde es auch nur aus diesen Geschichten bestehen. Da Manager nach meiner Erfahrung vom Kindsein meist recht weit entfernt und recht erwachsen sind, brauchen sie das Thema als Einleitung und die Metapher des Till als Hilfestellung.

Die Geschichten sind manchmal märchenhaft, manchmal recht wirklich, aus einer phantasievollen Wirklichkeit.

Was steht hinter den Geschichten?

Basis und Hintergrund für die Geschichten dieses Buches sind Methoden und Prozesse aus unterschiedlichen Schulen und Kulturen, die einander ergänzen und Synergien schaffen, ohne Abhängigkeiten zu generieren. Der Hintergrund einiger Kapitel ist deutlich zuordenbar, andere Geschichten sind selbst für mich nicht klar einer Methode zuzuschreiben - und das ist gut so. Denn es geht erstens nicht um Methoden, sondern um Wirksamkeit. „Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit" ist eines der Prinzipien des hawaiianischen Schamanismus. Und zweitens wird so „Abhängigkeit" von einer Methode oder Schule verhindert und damit auch die Einschränkung des Blickfeldes. Wenn Sie „Der Narr und das Management" [i] gelesen haben, kennen Sie den „weichen Blick" des Narren.

Und wenn Sie meinen, irgendeine der Methoden und Denkweisen wäre in einem ernsthaften Managementbuch nicht am Platze, dann haben Sie zwei Möglichkeiten: Lernen Sie durch die Literaturhinweise des Anhangs diese Gedankenwelten näher kennen und werfen Sie dann Ihre negativen Vorannahmen über Bord - oder kümmern Sie sich einfach nicht darum, was hinter den Geschichten steht. Allerdings sollten Sie immer dann, wenn Sie in Ihrem Inneren solchen Widerstand spüren, darüber nachdenken und die zugeordnete Geschichte mehrmals lesen, denn dann hat das Thema wohl besondere Bedeutung für Sie.

Trotzdem: Machen Sie es sich leicht. Es ist besser, wenn Sie einfach Ihr Unbewußtes re-agieren lassen, als nächtelang wach zu liegen, um irgendeine Ihrer Reaktionen zu klären. Im Traum geht das sowieso leichter.

Sie dürfen und sollen die Geschichten dieses Buches natürlich auch anderen Menschen vorlesen, vielleicht weil Ihnen die eine oder andere für einen bestimmten Menschen oder dessen Anliegen ganz besonders passend vorkommt. Sie werden dabei feststellen, daß Ihnen diese anderen Menschen vermutlich viel aufmerksamer zuhören, als sie es bei anderen Erzählungen tun, daß diese nachher vielleicht sehr nachdenklich werden, denn sie haben Ihnen - wie Till es gemacht hat - gleichsam einen Spiegel vorgehalten, in dem sie sich erkennen konnten.                         

Es ist kein Fehler - wenn Sie möchten - vorerst nur diese Geschichten zu lesen und die anderen Teile des Buches wegzulassen.

4 Der Anhang

Wenn es für Sie wichtig ist, den Hintergrund der Geschichten zu erkunden, verweise ich Sie auf den Anhang. Dort wird dann, wenn es einen solchen klar ortbaren Hintergrund gibt, offengelegt, welche Methode, welcher Prozeß oder welches Ritual die Basis für das Kapitel war und wo Sie Details in der Fachliteratur nachlesen können.

Wenn für Sie der theoretische Hintergrund nicht wichtig ist, können Sie die Erläuterungen im Anhang einfach ignorieren.

Wenn Sie Fragen haben oder mir Feedback geben, erreichen Sie mich entweder über den Verlag oder unter meiner E-mail-Adresse fritz@das-training.at. Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können Auf meinen Internet-Seiten www.das-training.at und www.fritz.maywald.at finden Sie mehr über mich und meine Bücher.

 

Die achte Historie sagt, wie Eulenspiegel bei einem Bäcker bunte Bretzen backte

Alsbald verdingte sich Eulenspiegel nahe der Stadt Braunschweig wieder als Bäckergeselle. Als der Sonntag nahte, an dem jedes Jahr ein großes Fest stattfand, an dem es der Brauch war, einander große Bretzen zu schenken, sagte der Meister zu ihm: „Ich muß jetzt in die Stadt hinein, um etwas zu erledigen. Ich habe dir einen großen Trog Teig vorbereitet, forme mir Bretzen und backe sie." Eulenspiegel fragte ihn: „In welcher Farbe soll ich denn die Bretzen backen?" Der Meister antwortete erzürnt: „In welcher Farbe du die Bretzen backen sollst? Rot natürlich und grün und blau, so wie Bretzen eben gefärbt sind!" und er lachte dabei. Eulenspiegel sagte: „Ich will es tun, wie sie es mir befohlen haben."

Als der Meister gegangen war, machte sich Eulenspiegel an die Arbeit, formte Bretzen aus dem Teig und backte sie im Ofen. Als die Bretzen fertig waren und er sein Werk betrachtete, erinnerte er sich an die Worte des Meisters. Flugs lief er zum Färber am Fluß und holte Farbe, rote und grüne und blaue, und malte die Bretzen bunt, ganz wie es der Meister befohlen hatte. Mit Wohlgefallen betrachtete er sein Werk und ging zu Bett.

 

Gedanken zum Thema Lebensfreude

Ich habe vor einigen Monaten ein Modelling-Projekt[ii] durchgeführt, bei dem es darum ging, wie Menschen, die ihre Träume verwirklicht haben, das fertiggebrachten.

Vorwegschicken muß ich da meine Definition von „Traum": Wenn ich mir etwas wünsche und es anderen Menschen erzähle, werden viele mir antworten: „Wenn du fleißig bist, kannst du das sicher erreichen" oder so ähnlich. Wenn ich anderen Menschen erzähle, wovon ich träume, wird die häufigste Reaktion sein „Vergiß es, das schaffst du nie" oder „Du spinnst ja". Ein Traum ist etwas für mich, an dessen Realisierung „normale" Menschen nicht einmal im Traum zu denken wagen.

Die wesentlichen Merkmale in der Vorgangsweise der von mir im Rahmen des Modelling-Projektes interviewten Menschen waren positive Zielformulierung und rasche Entscheidungsfindung. Eine der notwendigen Voraussetzungen - das wurde besonders beim Vergleich mit einem Negativbeispiel klar - war eine positive Lebenseinstellung, also Lebensfreude.

Lebensfreude heißt nicht, daß man ständig lächelnd durchs Leben geht, Lebensfreude heißt auch nicht, daß man dafür bekannt ist, laufend Witze zu erzählen. Genausowenig bedeutet Lebensfreude, daß man in allen Dingen, die passieren, immer nur Positives sieht. Das wäre aus meiner Sicht eine Mischung aus aufgesetzten Gefühlen und selektiver Blindheit vor der Realität, nämlich den Polaritäten, die alles in Bewegung halten.

Lebensfreude heißt, daß ich genug Selbstvertrauen habe, an die Erreichung meiner Ziele und die Realisierung meiner Träume zu glauben und mutig genug bin, meine Primärgefühle zuzulassen und auch zu zeigen. Und dazu gehört nicht nur Lachen, sondern auch Traurigkeit.

Zu echter Lebensfreude gehört auch die Akzeptanz von Polaritäten als natürlichem Grundprinzip, also die Akzeptanz beider Seiten, der hellen und der dunklen.

Es ist einfach, mit der hellen Seite zu leben - wenn die Sonne scheint, wenn alles um mich herum „stimmt", wenn mein Unternehmen im Aufwind ist und die Aktienkurse steigen, dann ist es wohl auch leicht, Lebensfreude zu besitzen. Obwohl es verblüffenderweise Menschen gibt, die das auch dann nicht schaffen, sondern sich vor dem nächsten Regen, vor der nächsten Beziehungskrise, vor dem nächsten Kurseinbruch, ja sogar vor einem eventuellen Gewinn im Lotto fürchten.

Lebensfreude ist dann echt, wenn ich neben dem Schönwetter auch das Schlechtwetter als naturgegeben akzeptiere (lernt Roman in meiner Geschichte nicht gerade bei Schlechtwetter fliegen?), Krisen - sei es in der persönlichen Beziehung oder im Unternehmen - nicht verdränge oder in Depressionen verfalle, sondern auch sie akzeptiere und daraus lerne. Wenn Aktienkurse niemals fallen, dann können sie auch niemals steigen.

Das Leben ist bunt - oder: Graumiesen raus

Eines Tages verspürte Roman wieder einmal unbändige Lust zu fliegen, hoch hinauf über die ihm bewußte Wirklichkeit - und da er ja schon genug Übung darin hatte, war es ganz leicht für ihn, sich aus - nein über seinen Sessel zu erheben, ganz hoch hinauf zu schweben, bis er selbst auf dem Sessel unter ihm nicht einmal mehr ein Punkt war.

Und wie schon bei seinen ersten Flugabenteuern sah er seine Lebenslinie tief unter sich liegen, beginnend mit einer strahlenden Lichtwolke, die seine Zeugung markierte, und endend in einer ebenso strahlenden Lichtwolke am Punkt seines Todes.

Das war nicht neu für Roman, er hatte dieses helle Licht, das Anfang und Neubeginn markierte, lieben gelernt, Kontakt mit ihm aufgenommen. Er war auch keineswegs mehr darüber verwundert, die Zeit zwischen diesem beiden Punkten als Linie tief unter sich zu sehen. Heute jedoch schien diese Zeitlinie strukturiert zu sein, heute sah seine Lebenslinie anders aus, wie aus Stücken zusammengesetzt, kleineren und größeren, das war sogar aus dieser Höhe ganz deutlich zu erkennen.
Roman schwebte etwas tiefer, bis er die Stücke deutlicher erkennen konnte. Es waren kürzere und längere Stücke, manche sehr kurz, vielleicht einige Stunden oder sogar Minuten, einige viel länger, vielleicht einige Jahre oder vielleicht sogar ein Jahrzehnt. Noch etwas bemerkte Roman, das aus großer Höhe noch nicht zu erkennen gewesen war: Die einzelnen Stücke, die einzelnen Abschnitte seiner Lebenslinie hatten unterschiedliche Farben, manche waren grellbunt leuchtend, manche zart pastellfarbig, manche in eher gedeckten, erdigen Tönen - und manche Abschnitte waren grau, in allen Schattierungen von hellgrau bis tiefschwarz.

Am Beginn seiner Lebenslinie, dort wo sie aus dem hellen Licht heraustrat, dominierten die sanften Farbtöne, ganz wenig später wurden die Abschnitte bunter, und hier gab es auch schon die ersten grauen und schwarzen Stellen, kurze Stücke noch. Bunte Abschnitte wechselten mit erdigen und pastellfarbigen ab, und einige der grauen und schwarzen Stellen wurden länger und deutlicher. Irgendwo tief versteckt in seinem Unbewußten schien es Roman, daß er diesen Stellen Ereignisse und Lebensabschnitte in seiner Vergangenheit zuordnen konnte, und sei es nur durch die spezifische Qualität des Schmerzes, den sie tief in ihm auslösten.

Roman hatte es aber gelernt, den Schmerz der Vergangenheit dort zu lassen, wo er hingehört - in der Vergangenheit. Ein Gedanke schoß durch seinen Kopf, es mußte doch möglich sein, auch diese grauen und schwarzen Abschnitte auf der Zeitlinie seiner Vergangenheit in für sie passenden Farben einzufärben. Und kaum war der Gedanke formuliert, hatte er auch schon einen dicken Pinsel in der rechten Hand und eine Schachtel mit Farbtöpfen in der linken. Denn das Unbewußte braucht keine Zeit, um Wirklichkeiten zu schaffen.

Und Roman tauchte den Pinsel in den jeweils passenden Farbtopf, und färbte die grauen und schwarzen Abschnitte seines vergangenen Lebens in den passenden Farben ein, manche bunt, manche in Pastellfarben, manche erdig. Er ließ keinen grauen oder schwarzen Abschnitt bestehen, so klein er auch war, denn kein Teil seines bisherigen Lebens hatte es verdient, grau oder schwarz zu erscheinen. Nach kurzer Zeit schon gab es keine grauen Stellen mehr in der Vergangenheit seiner Lebenslinie, gab es keinen versteckten Schmerz mehr, und Roman flog hoch hinauf, solange bis er unter sich die ganze bunte Strecke von seiner Zeugung bis in die Gegenwart erkennen konnte.

Als er in die Zukunft blickte, weg von der Gegenwart hin zu dem weißen Licht, welches das Ende dieses Lebens und gleichzeitig den Neubeginn markierte, konnte er auch auf seiner zukünftigen Lebenslinie graue und schwarze Stellen entdecken, grau geworden durch die spezifische Qualität der Angst, die sie tief in ihm auslösten. Roman hatte aber schon vor langer Zeit, noch bevor er das erste Mal geflogen war - damals, als er mutig und ohne Angst in den Regen und in den Sturm hinaus gegangen war - gelernt, daß es die Angst nicht geben mußte, daß die Angst vor Abschnitten der Zukunft nur die Reflexe des sinnlosen Schmerzes aus der Vergangenheit waren. Und da er alle diese grauen Abschnitte in der Zeitlinie seiner Vergangenheit eingefärbt hatte, gab es selbst tief in seinem Unbewußten keine Angst mehr, und es macht ihm keinerlei Mühe, auch alle grauen und schwarzen Zeitabschnitte seiner Zukunft farbig zu gestalten, in genau den Farben, die für sie paßten, bunt, pastellfarben oder erdig.

Und Roman schwebt noch einmal hoch hinauf, um seine Lebenslinie in ihrer ganzen Länge zu bewundern, und sie war tatsächlich bunt geworden, es gab weder graue noch schwarze Stellen mehr. Er schwebte noch ein Stück höher, um mit dem strahlenden Licht in Verbindung zu kommen, das er über sich wußte - um dann genau in der Geschwindigkeit, die für ihn angenehm war, immer tiefer zu gehen, bis er wieder in seinem Sessel saß, noch ein paar Farbspritzer an seinen Händen, gleichsam als Gewißheit dafür, daß sein Leben jetzt so bunt sein würde, wie es immer schon gewesen war.


[i] Fritz Maywald: „Der Narr und das Management - Leistungssteigerung im Unternehmen", Gerling Akademie Verlag München, 2000

 

[ii] Modelling (eines der Basiselemente des neurolinguistischen Programmierens) heißt, von den Besten lernen, heißt analysieren, wie jemand, der in irgendeiner Hinsicht exzellent ist, agiert. Davon können entsprechende Prozesse abgeleitet werden, um diese Exzellenz auch anderen Menschen möglich zu machen.

Siehe auch:

Richard Bandler/John Grinder, „Metasprache der Psychotherapie", S. 34 ff., Junfermann Paderborn, 1981

Roman Braun „NLP für Chefs und solche, die es werden wollen", S. 23 ff., Ueberreuter Wien/Frankfurt, 2001


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