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Ratgeberbücher
Buch Leseprobe Die Luft brennt, Dr. Charlotte Michel-Biegel
Dr. Charlotte Michel-Biegel

Die Luft brennt


Kinder im Trennungskrieg

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01. Einleitung Jährlich sind ca. 150.000 Kinder in Deutschland von Scheidung betroffen, etwa die Hälfte davon verliert den Kontakt zu einem Elternteil. Bei etwa 10.000 Kindern können die Eltern sich nicht über Umgang, Aufenthalt und Erziehungsfragen einigen. Dann werden Anträge bei Gericht gestellt, welche oft jahrelange Streitigkeiten nach sich ziehen. Lassen Sie sich beim Lesen nicht von „ ……“ irritieren. Das heißt, dass Ihnen offen bleibt, was Sie vom Verhalten des einen oder anderen denken, und wie ein solcher „Fall“ weitergehen könnte. Andererseits sind tatsächlich auch viele Fälle noch nicht beendet, nicht für das Gericht, nicht für die Beteiligten, nicht für die Kinder und werden auch nach dem Tod der zerstrittenen, verbissen kämpfenden Eltern für die dann erwachsenen Kinder und schlimmstenfalls auch für deren Kinder nicht beendet sein. Wenn der geneigte Leser bei der Beschreibung der Familienverhältnisse oder der Ereignisse zwischendurch nicht mehr durchblickt, ist das keine böse Absicht, aber auch kein Zufall. In der Tat passieren die Dinge so, und die Beteiligten, bzw. erwachsenen Akteure – Mütter, Väter und Großeltern – blicken oft auch nicht mehr durch. Wie mag es den Kindern gehen? Auf nähere Analyse des elterlichen „Fehlverhaltens“ und der kindlichen Störungen wurde verzichtet. Die hier beschriebenen Fälle sind so verfahren, dass nur noch eine fachliche Intervention aus der emotionalen Katastrophe der Kinder und der Eltern helfen kann. D. h., die Familien brauchen dringend langfristige Beratung und den Willen zu guten Wegen. Man wird auf bestimmte Begriffe nur allzu oft stoßen: oft manchmal … gegebenenfalls … unter Umständen … möglicherweise … Das liegt nicht daran, dass ich nicht Klartext reden will, sondern daran, dass die Fälle – auch bei ähnlichen Verhaltensweisen – doch sehr nterschiedlich sind und viele Faktoren mit berücksichtigt werden müssen, die eine Rolle spielen, z. B. wie sind die Eltern aufgewachsen, von welchen Erlebnissen sind sie beeinflusst, wie groß ist ihre Herkunftsfamilie, welchen Kontakt haben sie mit ihrer Familie, welche Werte haben sie, welche Zukunftsvisionen haben sie, wie sind die Kinder, wie erleben sie ihre Eltern, sind sie kontaktfreudig, sind sie eher auf Vater oder Mutter fixiert … So unterschiedlich wie die Menschen selbst, sind auch die Prozesse, die sie bei einer Trennung durchlaufen. Keinesfalls möchte ich diese Fälle wie Mathematik präsentieren: Das steckt man rein und das kommt raus – auch wenn Ursache und Wirkung in vielen Fällen deutlich werden. Letztendlich sind die Fälle und mögliche Hilfsangebote so unterschiedlich wie ein Gebissabdruck. Und wer dritte ähne hat, weiß, wovon die Rede ist! Keinesfalls sollen hier „böse“ Eltern vorgeführt, diskriminiert oder angegriffen werden. Natürlich sind mir aus meiner Praxis und im Freundeskreis auch viele Fälle bekannt, in welchen die Eltern nach einigen Kurven doch noch gute Wege eingeschlagen haben. Die Anstrengungen hierfür sind oft ungeheuer hoch. Die Eltern hatten Höhen und Tiefen ihrer Gefühle zu bewältigen und mussten sich oft überwinden. Das verdient Achtung – und nicht nur die – auch die sichere Dankbarkeit der betroffenen Kinder. Ich danke allen betroffenen Freunden, Vereinskollegen, Müttern und Vätern, die mir so vertrauensvoll Informationen gegeben haben. Ich widme dieses Buch deshalb allen, die sich auf gute Wege begeben wollen, oder sie schon gehen, insbesondere Conny, Karin H., Karin S., Bärbel, Herrn H., Herrn M. und Jens. Ich begebe mich nicht in die Diskussion der verschiedenen Interessenverbände. Sie haben alle ihre eigenen, nachvollziehbaren und gerechtfertigten Interessen. Oft diskutieren sie gegeneinander um die Wichtigkeit der Mutter-Kind-Beziehung, der Vater-Kind-Beziehung, des PAS-Syndroms (Entfremdung von einem Elternteil). Während die einen dieses Syndrom ständig bemühen, streiten die anderen ab, dass es dieses überhaupt gibt. Ebenso ist es mit Themen wie Beeinflussung, Manipulation, Notwendigkeit der Eltern-Kind-Kontakte, Umgang, Sinnhaftigkeit und Machbarkeit der gemeinsamen elterlichen Sorge, etc. Jeder Verband hat seine eigenen Fachleute, Psychologen und untermauert seine Aussagen mit unterschiedlichen wissenschaftlichen Studien. Machen Sie sich ein persönliches Bild anhand einiger Beispiele aus der Praxis und denken Sie selbst weiter …!


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