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Achterbahn zum ersten Milchzahn


Vater werden- mein Abenteuer mit Happyend

von Thomas Scholtyssek

ratgeber_buecher
ISBN13-Nummer:
9783867441148
Ausstattung:
kartoniert, 160 Seiten, 135 mm x 210 mm,
Preis:
16.95 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
Sankt Ulrich Verlag
Kontakt zum Autor oder Verlag:
marlonsmilchzahn@live.de
Klappentext

Vom Abenteuer, Vater zu werden. Humorvoll, aufregend, authentisch

Bis zur 32. Schwangerschaftswoche läuft alles normal - da bekommt Nicole Scholtyssek plötzlich starke Bauchschmerzen. Was wie eine gewöhnliche Magen-Darm-Infektion aussieht, entpuppt sich als eine lebensgefährliche Schwangerschaftsvergiftung (Hellp-Syndrom). Der kleine Marlon wird per Kaiserschnitt geholt. „Ob Ihre Frau durchkommt, können wir nicht sagen", gesteht die Ärztin. Jetzt braucht der frischgebackene Vater starke Nerven... „Achterbahn zum ersten Milchzahn" heißt das Buch von Thomas Scholtyssek, das dieser Tage im Augsburger Sankt Ulrich Verlag erscheint.

Schwangerschaft aus Vatersicht - schon die Perspektive dieses Buches garantiert unerwartete Einblicke. Dazu kommt Scholtysseks fesselnder Stil. Frisch von der Leber weg und mit viel Humor erzählt der Autor, wie er sich dem „Abenteuer Vater werden" gestellt hat - vom Schwangerschaftstest über die dramatische Geburt bis hin zu den ersten Milchzähnen. Hautnah und ungeschminkt lässt er den Leser an seinen Erfahrungen teilhaben. Fast schon nebenbei gibt der Autor auch wertvolle Tipps: zur Zeiteinteilung und zum Umgang mit Schlafmangel, zu Elterngeld und Partnermonaten, zum „HELLP-Syndrom" und zur besonderen Betreuung von Frühchen.

 

 

Rezension

„Achterbahn zum ersten Milchzahn" ist trotz aller Emotionen ein humorvolles Buch, hautnah und authentisch. Noch unentschlossenen Paaren macht es Mut zum Kind. Jungen Eltern gibt es Kraft, durchzuhalten, auch wenn die Nächte gerade sehr kurz sind. Und Paare, die das Gröbste schon hinter sich haben, können schmunzelnd Rückschau halten.

 

Leseprobe

Kapitelauszug:

WIR SIND SCHWANGER

 

Ich würde nicht sagen, daß bei uns schon die sogenannte

„biologische Uhr" laut tickte, aber zumindest surrte sie leise

im Hintergrund. In unserem doch ziemlich großen Bekanntenkreis

hörte man immer öfter von - zumindest für uns -

überraschenden Schwangerschaften bzw. sah die Resultate

dann später auf den nächsten Feierlichkeiten, die immer öfter

anstatt abends bei einem schönen Cocktail am Nachmittag

bei einer Tasse Kaffee stattfanden. Irgendwie kam man sich

kinderlos so langsam wie der letzte Mohikaner vor. Ausnahmen

gab bzw. gibt es natürlich bis heute. Da wären die Paare,

die zwar unbedingt Nachwuchs haben möchten, aber bei denen

es leider nicht klappt. Dann wären da die Karrieretypen,

die für das Kinderzeugen und für Kinder angeblich einfach

keine Zeit finden. Und letztendlich gibt es dann noch die typischen

Singles in unserem Bekanntenkreis, die mit ihrem

„Junggesellendasein" offiziell völlig zufrieden sind und bei

denen schon eine etwas „längere" Beziehungsbindung über

vier Wochen schlimme Panikattacken auslöst.

Uns konnte man schätzungsweise irgendwo zwischen alldem

einstufen, obwohl wir mittlerweile kurz vor unserem

fünften Hochzeitstag standen.

Meine Oma sagt immer: „Kinder, wie die Zeit vergeht",

und recht hat sie. Hätte ich damals ein Resümee über die

vergangenen Jahre ziehen sollen, so hätte ich sagen können:

 

Wir führen ein unauffälliges, zufriedenes Leben. Beide haben

wir einen sicheren Arbeitsplatz, verdienen ausreichend,

um uns zumindest dreimal pro Jahr einen netten Urlaub zu

gönnen, und leben in einem abbezahlten Einfamilienhaus

ohne sonstige Schulden. Des weiteren haben wir einen großen,

netten Freundeskreis sowie beide unsere Hobbys und

immer was um die Ohren. Alles in allem leben wir relativ

sorgenfrei vor uns hin. Wenn man aber ehrlich zu sich selbst

ist, haben wir bisher lediglich von Urlaub zu Urlaub gelebt.

Das sind unbestritten unsere Lebens-Highlights, die sicherlich

irgendwann aufgrund der „Macht der Gewohnheit"

langweilig werden könnten.

Wir waren gerade wieder im Urlaub, diesmal in Griechenland

auf der schönen Insel Rhodos, als meine Frau Nicole

zu mir am Strand sagte: „Irgendwie gleicht ein Urlaub

dem anderen, findest du nicht? Egal, wohin wir fahren. Eigentlich

könnte sich doch etwas in unserem Leben ändern."

Sie sprach mir damit aus der Seele. Wie recht sie doch hatte.

Auch mich überkam in letzter Zeit immer öfter das Gefühl,

daß es neben meinen beruflichen Verpflichtungen meine

einzige Aufgabe war, den übernächsten Urlaub zu planen,

zumeist bevor der nächste Urlaub vor der Tür stand. Das

begann damit, daß wir beide im Dezember bei unserem

Arbeitgeber schon einmal vorab den Jahresurlaub für das

kommende Jahr benennen sollten. Äußerst mühsam, wenn

man sich im Dezember, inklusive der damit verbundenen

weihnachtlichen Gefühle, mit seinen Sommerurlauben,

zumeist für die Monate Juni und September, beschäftigen

soll.

 

„Ja, stimmt, sehe ich genauso", antwortete ich. Irgendwie

komisch, da arbeitet man Monat für Monat, um sich wieder

einen dieser regelmäßigen - nicht ganz günstigen - Urlaube

leisten zu können, und nun liegt man hier am schönen

Sandstrand von Rhodos, hat ein super Hotel mit Meerblick,

Sonne satt, „all inclusive", und ist trotzdem - nennen wir

es - leicht unzufrieden.

Bisher war es immer so, daß ich Pärchen mit Kindern im Urlaub

wirklich bemitleidet habe. Augenscheinlich waren sie

ständig leicht angespannt und damit beschäftigt, ihre Kinder

bei Laune zu halten, damit sie nicht quengelig wurden

oder irgend etwas anfaßten, was sie nicht anfassen sollten.

Toller Urlaub. Jetzt ertappte ich mich plötzlich dabei, wie ich

aufmerksam einen Vater beobachtete, der mit seinem kleinen

Sohn eine Sandburg baute und dabei völlig begeistert aussah.

„Komisch, du wirst alt", dachte ich, „und das mit deinen

‚noch jugendlichen‘ 38 Jahren."

Gut, heutzutage werden Paare immer später Eltern, aber

bisher kamen wir uns, ehrlich gesagt, immer noch „zu jung"

für das Projekt „Eltern" vor. Biologisch gesehen war meine

Frau 34 und ich 38, aber wir fühlten uns natürlich wie höchstens

Anfang 20. Klar, es gab immer wieder Situationen, in

denen man sich wunderte, daß zum Beispiel ein Jugendlicher

einen auf einmal „siezte", aber irgendwie verdrängte

man solche Vorkommnisse umgehend erfolgreich.

„Vielleicht sollten wir es einfach mit einem Baby versuchen",

sagte meine Frau. Vor noch gut ein paar Jahren,

hätte mich so ein Satz, überspitzt gesprochen, bestimmt in

die Sahara getrieben.  Nun aber war ich ziemlich entspannt,

was mich selbst verblüffte. Die Vorstellung, vielleicht doch

irgendwann mit einem Kind, am besten noch dem eigenen,

ebenfalls am Strand zu sitzen und Sandburgen zu bauen,

gefiel mir ganz gut. „Klar, laß es uns versuchen, man weiß

ja auch nicht, ob es kurzfristig klappt oder ob wir das überhaupt

hinbekommen, ich bin gespannt", antwortete ich, ohne

meine plötzlich sehr positive Grundeinstellung völlig zu offenbaren.

In der gleichen Woche lernten wir im Hotel zwei miteinander

verwandte Ehepaare kennen, alle vier Anfang 50, somit älter

als wir und natürlich glückliche Eltern erwachsener Kinder.

Da sich bei „all inclusive" im Laufe eines Urlaubs, spätestens

nach dem zweiten Cocktail, das eine oder andere persönlichere

Gespräch ergibt, kamen wir zu später Stunde an der

Bar sitzend auch auf die sogenannte „K-Frage" zu sprechen.

„Wollt ihr gar keine Kinder haben? Sie sind so süß, wenn

sie klein sind", fragte Magda forsch, ganz passend zu ihrer

direkten Art, während ihr Mann die Augen verdrehte, was

eindeutig nicht am Alkohol lag. „Das Alter dafür hättet ihr

ja. Wir warten übrigens gerade darauf, Großeltern zu werden",

und ihr Mann verdrehte wieder seine Augen, diesmal

in die andere Richtung. Ich glaube, wir machten in dem Moment

sicherlich einen ziemlich erstaunten Gesichtsausdruck,

hatten wir uns bei dem sensiblen Thema doch gerade erst

auf eine Zielrichtung geeinigt. „Ja, generell sind wir nicht

abgeneigt, werden wir demnächst in Angriff nehmen", antwortete

ich relativ cool.