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> Politik, Gesellschaft > Talking Bullshit II
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Politik, Gesellschaftskritik
Buch Leseprobe Talking Bullshit II, Heike Burmester
Heike Burmester

Talking Bullshit II


Wir sind das Völkchen

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Wir befinden uns in einem weiteren Jahr des Aufschwungs, welches nach Aussagen von Hobbywirtschaftsweisen weiteren Aufschwung verspricht und uns weiter das Hungertuch entgegenwirft, an dem wir noch ein wenig lutschen können, wenn wir es nicht bereits in der letzten Weihnachtszeit, dem Fest der Mehrwertsteuererhöhungsfeierei, verzehrt haben.


Verzehrt haben wir uns, wie jedes Jahr, nach Ruhe, Frieden und der Obhut unserer Familien und Freundschaften und der Obhut von Weihnachtsmärkten, die uns mit ihren Waren und Düften einmal mehr in einen Zustand geistiger Umnachtung versetzten, in der wir uns sogar hinreißen ließen, gebrannte Mandeln und Nüsse zu einem Preis zu kaufen, den wir früher für eine ganze Mahlzeit zahlten. (...)


 


Aufschriften wie "Security" oder "Ordnungsamt" lassen uns, den Rest dieser von Verboten geschundenen Gesellschaft in Angst und Schrecken erstarren, uns unauffällig um die Ecke blicken, wenn wir ahnen und befürchten, dass ausgerechnet unser Auto es sein soll, welches vom "Sicherheitspersonal" mit einem Strafzettel bestückt werden soll oder das ausgerechnet wir es sind, die demütig beiseite zu eilen haben, wenn sich "Sicherheitsbeauftragte" schnurstracks auf uns zu bewegen, ohne dabei etwas wichtiges zu tun zu haben.


Sie tragen Mützen. Ebenfalls dunkelblaue oder schwarze Mützen, die sie manchmal tief ins Gesicht ziehen, so dass man ihre Augen nicht sehen kann, weil man sie wahrscheinlich auch gar nicht sehen soll, da sie Tränen in den Augen haben, wenn sie an ihren Bruttolohn von kaum mehr als 4,50 Euro denken. Aber das ist zweitrangig. Was ist schon eine anständige Entlohnung, wenn die Wichtigkeit des "Securitydaseins" den individuellen Wert des eigenen selbst steigert? (...)


 


Viele tausend Menschen gingen nach Einführung von Hartz IV auf die Straße und demonstrierten gegeg dieses menschenunwürdige System. Na und?


Die "höhere Macht" hat es ausgesessen. Und wir? Wir stellten uns freundlicher Weise als gemütlichen "Sessel" zur Verfügung. Wir geben uns nicht einmal die Mühe, die Sesselbeine ein wenig zu lockern, um diese "höhere Macht" ein wenig wackeln zu lassen. Nein, wir unterpolstern eher noch die Kissen der "höheren Macht", in dem wir kapitulieren, um nicht etwa aus unserer vermeinlichen Machtlosigkeit herauszukommen und somit Verantwortung übernehmen zu müssen. Wir, die ewigen "Kapitulantisten". (...)


 


Wir, das Volk, das sich vom Begriff der "Demokratie" manipulieren lässt, in dem wir immer noch an die wahre Demokratie ["Alle Macht geht von Volke aus."] glauben, uns aber längst der Diktatur des (privaten) Kapitalismus unterworfen haben, welcher laut Ahlener Programm unserer derzeitigen Regierungspartei "noch gefährlicher für die politische und wirtschaftliche Freiheit des Einzelnen sein würde."? (...)


 


Analytisch denkend könnte einen ja nun eine furchtbare Angst beschleichen. Die Angst vor weiteren psychischen und körperlichen Ausartungen durch das Süßwarenangebot.


Ist es etwas eine reine Glückssache, dass wir, wenn wir in unseren Kindheitstagen Schokoladenweihnachtsmännern und Schokoladenosterhasen die Köpfe genussvoll abgebissen hatten, im Erwachsenenalter nicht zu Mördern wurden? Bestimmen die Formen der Schokolade unser Aggressionsverhalten, Aktion und Reaktion, gar unsere Beziehungsfähigkeit? Kann sich das Abbeißen von Schokoladenweihnachtsmännerköpfen auch auf den Umgang und das Ausleben unserer Sexualität auswirken? Werden wir zu Sadisten oder gar zu Sadomasochisten, wenn wir in der Kindheit einen Schokoladenweihnachtsmann mit anderen teilten? Wurden wir dadurch devot? Werden wir zu Tierquälern, wenn wir diese kleinen Zucker- und Schokoladenosterküken im Ganzen verspeist haben, ohne darüber nachzudenken, was das für unsere Zukunft bedeuten kann? Ein Leben in ständiger Angst vor weiterer, brutaler Kükenquälerei?


Ich fordere ein grundsätzliches Hühnerstallzutrittsverbot für alle Erwachsenen, die im Kindesalter Zuckerosterküken verzehrten!


Und ich schlage vor, Babypupse pro Neugeborenen von Geburt an bis mindestens zum dritten Lebensjahr zu sammeln, zu zählen, zu dokumentieren und ihre Gerüche auszuwerten, um so das Darmkrebsrisiko ab dem dreißigsten Lebensjahr berechnen zu können. (...)


 


So lassen wir es zu, dass wir, das Volk, nicht mehr selbständig für uns und für ein Miteinander verantwortlich sind, sondern schüren und vertreten die Mehrteilung des Volkes in viele kleine Völkchen, indem wir uns selbst bezeichnen als "Arme" und "Reiche", "Junge" und "Alte", "Familien" und "Alleinerziehende", "Arbeiter" und  "Arbeitslose", "Eltern" und  "Kinderlose", "Raucher" und "Nichtraucher" und "Ossis" und "Wessis".


Wir lassen es zu, dass wir keine Bürger in der Gesamtheit, geschweige denn in der Gemeinschaft mehr sind, sondern wir sind entweder "gut" oder wir sind "schlecht", wir sind "fleißig" oder "faul". (...)


 


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