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> Politik, Gesellschaft > Monotheisimus Feindschaft Krieg
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Politik, Gesellschaftskritik
Buch Leseprobe Monotheisimus Feindschaft Krieg, Aya Ardio
Aya Ardio

Monotheisimus Feindschaft Krieg


Die unfriedliche Seite des Christentums

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Nach der Bibel hatten die Ägypter die Israeliten in Knechtschaft in Ägypten festgehalten und ließen sie erst ziehen, nachdem Jahwe die Ägypter mit verschiedenen Plagen gestraft hatte. Aber als die Israeliten abgezogen waren, setzte ihnen der Pharao mit seiner Streitmacht nach und erreichte sie, als sie am Roten Meer angelangt waren. Die Israeliten erschraken, und dann ereignete sich das bekannte Wunder, das in zahlreichen Texten und Abbildungen dargestellt wurde: Auf Geheiß Jahwes streckte Moses seinen Stab aus, das Meer teilte sich, die Israeliten zogen trockenen Fußes hindurch, vom Pharao und seinen Heerscharen verfolgt. Nachdem die Israeliten sicher das andere Ufer erreicht hatten, brachen die Fluten über der Streitmacht des Pharao zusammen.


Dieses auffällige Naturphänomen hat in späteren Zeiten die Religionskritiker auf den Plan gerufen und auch manchen Gläubigen Kopfzerbrechen bereitet. Mögen sich andere darum bemühen, die Glaubwürdigkeit der Religion und die Ehre der Naturwissenschaften gleichzeitig zu retten. Um diese Frage geht es hier nicht. Sondern schlicht und einfach um die Frage, warum Jahwe zur Rettung der Israeliten die Ägypter tötete. Denn die Israeliten waren offensichtlich nicht in unmittelbarer Lebensgefahr und der Tod der Ägypter nicht das einzige Mittel zu ihrer Rettung. Die Bibel berichtet nichts von einem Austausch von Feindseligkeiten zwischen beiden Parteien, man kann also annehmen, daß beide voneinander durch einen gehörigen Abstand getrennt waren. Zudem kann man unterstellen, daß ein Gott, der ein Meer zu teilen versteht, über ein ganzes Arsenal von Tricks verfügt, um eine feindliche Streitmacht aufzuhalten. Jahwe bemühte sich jedoch nicht, die Israeliten und die Streitmacht des Pharao auseinander zu halten, sondern zielte im Gegenteil auf eine Zuspitzung des Konflikts ab.


Die Israeliten nahmen nicht den kürzesten Weg, um Ägypten zu verlassen, sondern Jahwe führte sie einen Umweg durch das Schilfmeer. Er hieß die Israeliten umkehren und ein Lager aufschlagen, um den Pharao zu täuschen. Der Pharao sollte den Eindruck gewinnen, die Israeliten hätten sich in der Wüste verlaufen. Zusätzlich „verhärtete“ Jahwe das Herz des Pharaos, damit er die Israeliten verfolgte. Außerdem brachte er Verwirrung in das Lager der Ägypter und hemmte die Räder an ihren Wagen, so daß sie auf ihrer Fahrt über den Meeresboden nur schwer vorankamen. Schließlich merkte auch der Pharao, daß etwas nicht stimmte, und beschloß, vor Israel zu fliehen. Da befahl Jahwe Moses, seine Hand über das Meer zu strecken, damit das Wasser zurückflutete. Die fliehenden Ägypter liefen geradewegs in die Flut. Das Ganze war also eine drehbuchreif inszenierte Katastrophe. Aber wozu? Den Schlüssel liefern die Verse 4 und 31 im 14. Kapitel des Buches Exodus: Jahwe verhärtete das Herz des Pharao, um am Pharao und seiner Streitmacht „seine Herrlichkeit“ zu erweisen. Die Ägypter sollten erkennen, daß Jahwe „der Herr“ war. Die eigentliche Zielgruppe Jahwes waren jedoch die Israeliten: Als sie die toten Ägypter am Strand sahen, „fürchtete das Volk den Herrn“. Auch Moses gewann an Ansehen als „Knecht“ des Herrn.


Trotz dieser Machtdemonstration blieben die Israeliten vorsichtig. Jahwe hatte ihnen das Land der Amoriter versprochen, doch die Israeliten vertrauten nicht blind darauf, daß Jahwe ihnen das zugesagte Land schon irgendwie verschaffen würde, sondern schickten zunächst Kundschafter dorthin. Die berichteten, es gebe dort Städte mit „himmelhohen“ Mauern und vor allem viel mehr Amoriter als Israeliteni. Daraufhin wollten die Israeliten es lieber nicht auf eine Auseinandersetzung ankommen lassen. Das verdroß wiederum Jahwe, und er führte das Volk Israel 40 Jahre durch die Wüste, bis alle waffenfähigen Männer, die ihm nicht in das verheißene Land hatten folgen wollen, gestorben waren.


Dann befahl Jahwe den Israeliten erneut, das Land der Amoriter in Besitz zu nehmen. Diesmal gehorchten die Israeliten. Der Form halber ließ Moses den König der Amoriter, Sihon, durch Boten bitten, den Israeliten den Durchzug durch sein Land zu gestatten. Das war reine Schau, denn Jahwe hatte die Vernichtung der Amoriter längst beschlossen. Auch trug Jahwe, wie bereits beim Durchzug durch das Rote Meer, zur Eskalation des Konflikts bei, indem er den Kampfgeist des Königs stärkte, so daß dieser den Israeliten den Durchzug verwehrte. Dagegen hatte Jahwe den Israeliten bei ihrem Durchzug durch die Länder der Nachkommen von Esau und Lot, die Stammverwandte der Israeliten waren, verboten, Feindseligkeiten zu verüben, sogar das Trinkwasser hatten die Israeliten mit Sil


ber kaufen müssen. Mit den Amoritern hatte Jahwe anderes vor:


„Hiermit fange ich an. Ich liefere dir Sihon und sein Land aus. Du fang an, in Besitz zu nehmen! Fang mit seinem Land an! Sihon rückte mit seinem ganzen Volk gegen uns aus, um bei Jahaz zu kämpfen. der Herr, unser Gott, lieferte ihn uns aus. Wir schlugen ihn, seine Söhne und sein ganzes Volk. Damals eroberten wir alle seine Städte. Wir weihten die ganze männliche Bevölkerung, die Frauen, die Kinder und die Greise der Vernichtung; keinen ließen wir überleben.“


Der weitere Fortgang entsprach diesem furiosen Auftakt: Nach der Bibel vernichteten die Israeliten in der Folgezeit die Kanaaniter, Hetiter, Girgaschiter, Perisiter, Hiwiter, Jebusiter, die Einwohner von Jabesch-Gilead mit Ausnahme von 400 Jungfrauen, die Amalekiter, den König des Baschan und sein ganzes Volk, die Bevölkerung der Stadt Jericho mit Ausnahme einer Dirne, die israelitische Kundschafter aufgenommen hatte, und deren Familie, den König und die Einwohner von Makkeda, ebenso verfuhren sie mit Libna, Lachisch, Geser, Eglon, Hebron, Debir, sie schlugen das Bergland und den Negeb, die Schefala, das Gebiet von Kadesch-Barnea bis Gaza, das Land Goschen und das Gebiet bis nach Gibeon, sie vernichteten die Könige von Hazor, Madon, Schimron, Achschaf mit ihren Völkern und weitere, nicht mehr namentlich genannte Könige, sie erschlugen die Meuniter. Die Formulierungen wiederholen sich stereotyp: Der Herr gab einen König mit seinem Volk in die Gewalt der Israeliten, der Herr lieferte ihnen den König aus, die Israeliten weihten ihn und sein Volk dem Untergang und sie plünderten dessen Habe, sie erschlugen alles Lebendige mit scharfem Schwert, sie vollstreckten den Bann. Die Formulierung „Bann Jahwes“ ist die Umschreibung für dies Vernichtungswerk.


 


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