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Politik, Gesellschaftskritik
Buch Leseprobe María, Jorge Isaacs
Jorge Isaacs

María


Der Welterfolg aus Kolumbien

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Kapitel 1 Ich war noch ein Kind, als ich mein Elternhaus verlassen musste, um in Bogotá zur Schule zu gehen; auf das berühmte Colegio von Doktor Lorenzo María Lleras, das trotz der kurzen Zeit seines Bestehens bereits zu einem der bekanntesten geworden war. In der Nacht vor meiner Abreise – nach einer der üblichen abendlichen Zusammenkünfte – kam meine Schwester zu mir ins Zimmer. Sie war nicht in der Lage, etwas zu sagen, weil das Schluchzen sie überwältigte. Sie schnitt eine Locke von meinem Haar ab; dabei spürte ich, wie ihre Tränen auf meinen Hals fielen. Ich musste an das Leid denken, das mich in der Zukunft erwarten würde – und darüber schlief ich ein. Die Locke von meinem Kinderschopf, die Liebe, die mich vor dem Tod bewahren sollte, das Leben, das ich noch vor mir hatte ... all dies begleitete mich in meinen Gedanken in einen Traum. Einen Traum, in dem wie in einem Roman die schönsten Stunden meines jungen Lebens an mir vorüberzogen. Am nächsten Morgen musste mein Vater mich, in Tränen gebadet, aus den Armen meiner Mutter ziehen. Meine Schwester trocknete meine Tränen mit ihren Küssen. María wartete geduldig, während sie ihre Abschiedsworte stammelte, bis sie sich mit ihrer errötenden Wange der meinen nähern konnte. Ich spürte ihre Haut, die wie erfroren wirkte, verursacht vom Abschiedsschmerz. Bald darauf folgte ich meinem Vater. Er versuchte, seine Augen vor meinem Blick zu verstecken. Und das Getrappel der Pferdehufe auf dem steinernen Pfad übertönte mein Schluchzen. Der Fluss Zabaletas, dessen fruchtbare Ebene wir rechts liegen ließen, schien so etwas wie ein Abschiedsgemurmel von sich zu geben. Je weiter wir ritten, um so leiser und leiser wurde es. Schließlich erreichten wir den Hügel, von dem aus wir sonst immer die Besucher erspähen konnten, wenn sie sich unserem Haus näherten. Nach wenigen Schritten drehte ich mich um, als wenn ich noch einmal einen von diesen lieben Besuchern erblicken könnte. Dabei sah ich María in der Ferne, umrahmt von den Kletterpflanzen, die das Schlafzimmerfenster meiner Mutter schmückten.

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