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> Politik, Gesellschaft > Die Reißbrettgesellschaft
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Politik, Gesellschaftskritik
Buch Leseprobe Die Reißbrettgesellschaft, Helmut Hoppe
Helmut Hoppe

Die Reißbrettgesellschaft


In einer gepflegten Konsumgesellschaft

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Bei der Hetze nach einer begehrten Position in der Verwertungsgesellschaft hat der noch die besten Chancen, der die Aufforderungen der Konsumindustrie frühzeitig in sein Gehirn eingewoben hat. Er will deshalb durch sein schmeichelhaftes Verhalten, in einer für ihn und andere besonders überzeugenden Art, signalisieren, dass er verfügbar und nützlich ist.


Dem Einzelnen, dessen Nutzbarkeit vom sozialen Umfeld geprüft wird, erscheint jedoch seine erfolgreiche Selbstdarstellung als Ergebnis seiner eigenen, ganz privaten Geschicklichkeit. Bevor er jedoch die Prüfung bestanden, die erstrebte soziale Belohnung ergattert, musste er sich in eine verwertbare Ware verwandeln. Die Wahrnehmung sich gut dargestellt zu haben, steigert das wunderbare Gefühl etwas Besonderes zu sein.


Durch solche vorherrschenden Denkweisen, über solche Individualisierungen, in denen der Einzelne als seines Glückes Schmied erscheint, schraubt sich das Gedankengut einer Gesellschaftsschicht in das Bewusstsein der breiten Masse und in die Persönlichkeitsentwicklung Jugendlicher, das schon vor vielen Jahren von Zeichnern entworfen wurde. Dieses Bewusstsein soll verhindern, das Machtgefüge der Marktgesellschaft zu erkennen. Nach diesem Vorgeformten sollen wir uns jedoch orientieren. Es soll vorgefertigte Wege weisen, auf denen die ersehnte Anerkennung wartet.


Das Erlebnis ein geachteter Mensch und erlesener Konsument zu sein, die weggeworfenen leeren Hülsen vom Arbeitsmarkt am Rande liegen sehen, diese Signale geben eine angstfreie Sicht der eigenen Lebenslage.


Der gefügige Arbeitsmensch hat so seine Einwilligung gegeben, um selbst zum verwertbaren Werkzeug einer Konsumgesellschaft zu werden.


Der innige Gebrauch vom vorsortierten Denken hilft vielen sich den Übereinkünften zu fügen, die glauben, auch der Arbeitsmarkt  funktioniere nur nach dem Prinzip Angebot und Nachfrage. Wir müssen einen Blick auf das Reißbrett wagen, auf dem ein ökonomisches Gesellschaftsbild entworfen wurde, in dem Solidarität nicht eingezeichnet ist, sondern zweckdienliche Konsumenten und unternehmerische Persönlichkeiten die Zugehörigkeit stiften.


Dieses Buch versucht das versteckte Gefüge offen zu legen, das verhindern soll, unseren sozialen Ort und die Sitzordnung in ihm in Gefahr zu bringen.


Es will nicht Zurechtweisen, sondern die verdeckte Wirklichkeit begreiflich und fassbar machen. Die gehorsame Apathie der Menschen aufdecken üben. Denn welch bittere Kunst ist es, auf einem drehbaren Bürostuhl thronend viele Jahre zukunftsgläubige Menschen in ungesicherte Arbeitsverhältnisse zu locken. Doch wenn sie dann für Arbeitgeber nutzlos geworden sind, sie einfach wie Abfall wegzuwerfen. Eine erfolgreich durchgeführte Dressur, die kritisches Denken ausgeschaltet hat.


Es muss etwas geben was sich hinter dieser Abrichtung, hinter dem Antrainierten verbirgt. Was verkriecht sich hinter der beseelten feinen Bekleidung, dem vergötterten Mittelklassewagen und hinter den geradlinigen Beeten der Vorgärten? Was verbirgt sich hinter dem Anerkennungsmuster und dem Tragen der Schablonen? Wer bietet hier diese Symbole? Das Verborgene ist die erhoffte Zustimmung, das Betteln um Zuneigung und die quälende Angst in elende Bedeutungslosigkeit abzusinken. Die Anbieter der Symbole jedoch wollen uns mit ihren Verlockungen täuschen. So entsteht die Zähmung, um gefügige Arbeitsmenschen und gute Konsumenten der Marktmacht zu unterwerfen. Wer jedoch die Aufgaben nicht erfüllt, zu denen wir als Umworbene ohne zu murren verpflichtet sind, dem gleitet die Erde unter den Füßen weg.


   


 


 


 


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