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> Politik, Gesellschaft > Die Geißler
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Politik, Gesellschaftskritik
Buch Leseprobe Die Geißler, Klais Sonnefeld
Klais Sonnefeld

Die Geißler


Das Schwarzbuch der Sexualität

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Etwas genauer bitte!



Okay. Mit der nun folgenden von mir erdachten Geschichte möchte


ich Sie, liebe Leser, besser darauf einstimmen, wie die Evolution mit


uns umgeht und aus welch fragilen Puzzleteilen die Menschwerdung


gebaut wurde.


Angelina wollte gerade ihre Wohnung verlassen, um ins Büro zu


fahren, als das Telefon klingelte. Erst zögerte sie, doch dann nahm


sie ab. Eine Arbeitskollegin bat sie, doch die aktuelle Tageszeitung


mitzubringen. In ihr würden Details über die Schließung ihrer Firma


zu lesen sein, sagte sie noch. Seit Tagen wurden sie von Gerüchten geplagt,


doch jetzt schien es offiziell zu sein. So eine Sauerei, dachte sie,


als sie an einem parkenden Lkw vorbei, der gerade entladen wurde,


eilig über die Straße zum nächsten Kiosk wollte ...


Manni war an diesem Morgen besonders spät dran, da er diesen blöden


Krimi am gestrigen Abend noch unbedingt zu Ende sehen wollte.


So beschloss er, auf den Bus zu verzichten und stattdessen mit seinem


Motorrad zu fahren. Es regnete ein wenig und die Straßen waren


feucht. Dies verlangte ihm eine etwas defensivere Fahrweise ab. „Haben


die heute alle Ampeln nur für mich wieder auf Rot geschaltet",


fluchte er nach einigen Kilometern in sich hinein und gab dann doch


wieder mehr Gas.


Etwa 100 m vor ihm stand ein Lkw auf seiner Spur, der zum Entladen


seine hinteren Türen geöffnet hatte. Er setzte zum Fahrbahnwechsel


an. Dabei sah er kurz in den Rückspiegel, um sicherzugehen, dass


ihn gerade kein Fahrzeug überholen wollte. Es war nur ein winziger


Augenblick, und als er wieder nach vorne schaute, stand da diese Frau


vor ihm. Er riss sein Lenkrad nach links und ging voll in die Eisen,


doch die nasse Straße verhinderte eine wirkungsvolle Bremsung.


Manni hatte keine Chance. Ein ihm entgegenkommendes Fahrzeug erwischte


ihn frontal. Der Helm flog davon und sein Kopf knallte ungeschützt


auf das harte Kopfsteinpflaster. Blut floss aus Nase und Ohren.


Angelina blieb wie angewurzelt stehen. Sie hatte alles mit ansehen


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müssen. Der beginnende Schock trieb ihr Tränen in die Augen. Die


von Passanten eiligst herbeigerufenen Sanitäter erklärten ihr wenig


später, dass der Motorradfahrer wohl zu schnell unterwegs gewesen


sei. Sie hätten nichts mehr machen können. Er sei auf der Stelle tot


gewesen. Einer versuchte, sie noch zu trösten und sagte: „So schlimmWarum sagt


das alles hier auch ist, aber eigentlich haben Sie ja Glück gehabt.


Wäre er nicht ausgewichen, hätte es wohl sie erwischt."


er so etwas, dachte sie noch. Hier endet die Geschichte.


Aber hatte sie vielleicht auch nur deswegen Glück gehabt, weil sie


eine Frau war, habe ich mich mit meinem Wissen von den Erkenntnissen


Charles Darwins gefragt?! Und wie groß ist die Macht des Zufalls?


Nun, wieso mussten an diesem Morgen alle Ampeln auf Rot stehen?


Warum die Straßen regennass sein? Wieso der blöde LKW gerade


jetzt da stehen? Weshalb hatte die Arbeitskollegin nicht selbst die


Tageszeitung gekauft, und warum zum Teufel hatte Manni sich diesen


uninteressanten Krimi bis zu Ende angeschaut und dadurch verpennt?


Wieso, weshalb, warum, hätte, wäre usw. Zufälle über Zufälle. Doch


jeder Einzelne hat dazu beigetragen, den Lauf und das Ende meiner


fiktiven Geschichte zu beeinflussen und somit dramatisch zu verändern.


Doch nicht nur das Leben von Manni und Angelina wäre anders


verlaufen, sondern auch die weitere Entwicklung auf unserem, Pardon,


Planeten Erde.


Bitte?! Wohl kaum, denken Sie jetzt. So ein Quatsch! Und warum


sollte sie als Frau mehr Glück gehabt haben als ein Mann!


Tja, hätte es an diesem 13. Juni vor 400 Millionen Jahren, damals


im Paläozoikum (Erdaltertum), nicht angefangen zu regnen, wären die


kleinen Tierchen in diesem Tümpel im heutigen Afrika wohl vertrocknet.


Ein möglicherweise wichtiges Bindeglied bei der Entstehung der


Arten hätte sich nicht einzigartig entwickeln können und wäre unwiederbringlich


verloren gegangen. Es gäbe womöglich keine Blutegel,


mit denen meine Frau so erfolgreich ihre Patienten therapiert. Vielleicht


auch keine Frösche, Mäuse oder möglicherweise nicht einmal


uns. Wäre Ihre Ur-Ur-Urgroßmutter damals im 17. Jahrhundert nicht


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um 10:22 h zum Markt gegangen, sondern um 10:25 h und hätte sie


nicht einen Apfel fallen lassen, den ein junger Mann höflich aufhob,


hätte sie ihren späteren Ehemann nicht kennengelernt. Sie und ihre


Ahnentafel gäbe es nicht. Und überhaupt, dass gerade Sie, liebe Leser,


das Glück hatten, als Kind ihrer Eltern geboren zu werden und nicht


ein anderes Schwester- oder Brüderlein ihren Platz einnehmen konnte,


dieser „Glücksfall" ist so unwahrscheinlich, dass man eher sechsmal


hintereinander den Jackpot im Lotto gewinnen könnte. Jedes noch so


kleine Ereignis hat dazu beigetragen, die Erde mit ihren Bewohnern


über viele Millionen Jahre so zu gestalten, wie sie heute ist. Diese


immerwährende Entwicklung nennen wissende Menschen heute Evolution

und Gläubige Schöpfung. Und um diese Gläubigen geht es


mir im weitesten Sinne, denn glauben ist „nicht wissen", und diese


Tatsache ist nicht nur gefährlich, sondern endet zuweilen tödlich, wie


Glaubenskrieger (Selbstmordattentäter) uns täglich demonstrieren.


Auch die aus den USA, Russland oder anderswo.


Einige Resultate der Evolution haben sich als Fehlentwicklung entpuppt


und verschwanden wieder. Andere sind noch dabei, ihre Überlebensberechtigung


unter Beweis zu stellen. Mit schlechten Aussichten.


Zu denen gehört besonders der Homo sapiens. Manche Biologen bezeichnen


uns Menschen auch treffender als „Nacktaffen", denn die


Krone der Schöpfung sind wir ja wohl kaum. Doch mögen all diese


Mitbewohner noch so unterschiedlich sein, die meisten Tierarten,


die polygam in sozialen Gruppen leben wie der Mensch, weisen eine


bemerkenswerte Besonderheit auf. Vielen von uns ist das nicht bewusst,


und doch handeln wir intuitiv danach. Ihnen ist das Leben ihrer


Weibchen viel wichtiger als das der Männchen. Männer bekommen


nun mal keine Kinder. Und Spermien gibt's wie Sand am Meer. Aber


Eier sind Mangelware. Zur Arterhaltung bedarf es nur einiger weniger.


Bevorzugt werden die Besten, und die Auswahl trifft in aller Regel


das Weibchen. So geht es in Liebesliedern wie diesem wunderschönen


von Peter Maffay - Es war Sommer - um das Werben um eine Frau.


Und wie heißt es da bei Herbert Grönemeyer? „Männer baggern wie


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blöde ...", natürlich, um sie „rumzukriegen". Oder noch treffender auf


den Punkt gebracht bei M. M. Westernhagen: „Hey Mama, was ist mit


mir los, Frauen gegenüber bin ich willenlos, völlig willenlos."


Dies ist einer der wichtigsten Gründe für die so unterschiedlichen Eigenschaften


von Mann und Frau, und die beginnen schon bei der Aufnahme


des Spermas! So konkurrieren bereits die männlichen Spermien


untereinander beim Wettschwimmen zum Ei, wobei die Allermeisten


dabei bereits „draufgehen". Die wenigen, die dort mit letzter Kraft


ankommen, sind noch lange nicht als Sieger willkommen, denn das Ei


entscheidet sich genauso oft für das langsamere weibliche Spermium.


So sorgt sie (das Ei) für ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis -


im Normalfall! In Kriegszeiten aber werden wundersamerweise mehr


Jungen geboren. Da brauchen wir „Masse" statt „Klasse". Unter all


diesen Gesichtspunkten ist der Wert des Mannes für das Überleben


unserer Art eher gering. Nicht nur auf der Titanic waren es Frauen und


Kinder, die in die wenigen Rettungsboote durften. Dafür sorgten Männer


und nicht Frauen. All dies belegt, dass sich die Natur (der Schöpfer)


etwas dabei gedacht hat, sonst gäbe es uns gar nicht erst. Hinter


allem steht ein tieferer Sinn, den es zu entdecken gilt. Und nach dem


Entdecken beginnt die schwierigste Phase des Ganzen, das Verstehen.


Besonders bei der Menschwerdung. Je weiter wir sie zurückverfolgen,


desto präziser werden die Antworten. Unsere Urahnen mussten,


um zu überleben, ihr Gehirn im besonderen Maße benutzen. Nur mit


einem unglaublich starken Gemeinschaftssinn konnten die brutalen


Gesetze der Natur gemeistert werden. Der Schlüssel dazu waren Rituale.


 



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