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> Politik, Gesellschaft > Deutsch - die schreckliche Sprache?
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Politik, Gesellschaftskritik
Buch Leseprobe Deutsch - die schreckliche Sprache?, Jutta Berg-Schmitt
Jutta Berg-Schmitt

Deutsch - die schreckliche Sprache?


Eine Reise durch die Welt der deutschen Sprache

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6. Woher kommen unsere Wörter I? Die bisherigen Ausführungen haben zwar viel über die Art unserer Wörter und ihre Beziehungen untereinander berichtet, aber wo kommen Wörter überhaupt her? Wie finden sie den Weg in unsere Sprache? Hier gibt es eine schier unerschöpfliche Anzahl von Möglichkeiten. Den weitaus größten Teil der Wörter, die in unsere Sprache gelangen, dürften die Lehnwörter ausmachen. Dabei werden, wie der Name schon sagt, Wörter aus anderen Sprachen regelrecht „ausgeliehen", also einfach gemeinsam mit der Sache, die sie bezeichnen, übernommen. Eine Entlehnung kann auf verschiedene Art und Weise vonstatten gehen, und nicht immer ist eine eindeutige Zuordnung möglich. Es kann beispielsweise vorkommen, dass das fremde Wort seine ursprüngliche Gestalt mehr oder weniger beibehält. Dies ist der Fall bei Wörtern wie Comics (von englisch comics), Computer (von englisch computer) oder Pizza (von italienisch pizza), die lediglich gemäß den deutschen Rechtschreibregeln in der Großschreibung angepasst sind. Daneben kann es auch vorkommen, dass das fremde Wort so in die deutsche Sprache integriert ist, dass es überhaupt nicht mehr als „fremd" zu erkennen ist. Oder hätten Sie gedacht, dass das Wort Kutsche kein ursprünglich deutsches Wort ist, sondern vom ungarischen kocsi abgeleitet wurde? Entlehnungen entstehen aber nicht nur durch die Übernahme fremder Wörter. Manchmal wird dazu ausschließlich deutsches Sprachmaterial verwendet. Moment mal, wie soll das gehen? Wie kann man einen fremdsprachigen Begriff mit deutschen Wörtern darstellen? Nichts ist unmöglich, nicht nur in Bezug auf eine bekannte Automarke, sondern auch auf dem Gebiet der Sprachen. Eine elegante und äußerst beliebte Möglichkeit, aus einem fremdsprachigen Wort ein deutsches zu machen, stellt die Übersetzung dar. Das fremde Wort wird also einfach in die deutsche Sprache übersetzt. So wurde aus dem englischen pocket-book das deutsche Taschenbuch, wer hätte das gedacht? Ein wenig mehr Denkarbeit erfordert die zweite Möglichkeit. Statt ein neues Wort zu erfinden, wird ein vorhandenes Wort mit einer zusätzlichen Bedeutung versehen. Das Wort feuern beispielsweise existiert in unserer Sprache nicht erst, seit es die Bedeutung des englischen Wortes to fire, also jemanden aus einem Arbeitsverhältnis hinauswerfen, mit übernommen hat. Die ursprüngliche Bedeutung, nämlich das Feuer in Gang halten, ist nur etwas in den Hintergrund getreten, da diese Tätigkeit in Zeiten der Zentralheizung meist nicht mehr notwendig ist. Besonders in der Anfangsphase der Entlehnung kann eine solche zu Miss-stimmungen und Irritationen bei den Verwendern führen. Ein gutes Beispiel dafür ist das deutsche Wort realisieren. Dieses bedeutete jahrzehntelang einfach nur etwas verwirklichen, bis es immer häufiger in der aus dem Englischen übernommenen Bedeutung einsehen, verstehen verwendet wurde, was manche Sprachkritiker überhaupt nicht realisieren konnten.

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