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> Politik, Gesellschaft > Dawa und JIhad
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Politik, Gesellschaftskritik
Buch Leseprobe Dawa und JIhad, Thomas Tartsch
Thomas Tartsch

Dawa und JIhad



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In Deutschland leben heute, je nach Schätzung, etwa 3,5 bis 5 Millionen Menschen muslimischen Glaubens. Sie stellen damit die drittgrößte Religionsgemeinschaft, nach der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche, dar. Die größte Gruppe bilden türkische Muslime mit gut 2,5 Millionen, von denen rund 1,9 Millionen türkische Staatsbürger sind. Außerdem gibt es schätzungsweise 11.000 deutsche Muslime, die zumeist aufgrund ihrer Hochzeit mit einer Muslima oder einem Muslim zum Islam konvertierten. Ferner leben hier rund 650.000 eingebürgerte Muslime nicht nur türkischer Abstammung, die nicht mehr in der Ausländerstatistik berücksichtigt werden. Somit wird die muslimische Population in ihrer Gesamtheit - auch im Hinblick auf die demographische Entwicklung - in Zukunft eine immer gewichtigere Rolle im politischen, sozialen und gesellschaftlichen Leben Deutschlands spielen. Im technischen Sinne erleben wir eine „Islamisierung“ Deutschlands, die politische, gesellschaftliche und soziale Konfliktherde beinhaltet. In zyklischen Intervallen, die im Zusammenhang mit aktuellen Ereignissen zu sehen sind, erwacht das Interesse am Islam. Nicht die für den Westen oft rätselhaft und mhystisch-märchenhaft anmu-tende Religion aus „1001 Nacht“ selbst steht dabei primär im Mittelpunkt der Diskurse, sondern die sich, durch ihre Auslegung der Religion, legitimierenden islamischen Fundamentalisten und Jiha-disten. Während der jihadistische Terrorismus seit den Bombenanschlägen in Madrid am 11.09.2004 und London am 07.07./ 21.07.2005 Europa erreicht hat, hat sich vor dem Hintergrund der deutschen Migrationsgeschichte ein islamischer Fundamentalismus nahezu ungestört ausge-breitet. Durch die Ermordung des Filmemachers Theo van Gogh in den Niederlanden im November 2004, die Jugendkrawalle in Frankreich im Oktober/November 2005, die globalen Proteste gegen Mu-hammad-Karikaturen im Februar 2006 und die Vorlesung des Papstes in Regensburg im Septem-ber 2006, führte die Frage der Existenz von ethnisch-religiös abgeschotteten Parallelgesellschaf-ten zeitweise zu Diskussionen. Diese gelangten aber durch bestehende Tabus zu keiner vorurteils-freien Klärung der Frage der Integrationsfähigkeit des Islam in die deutsche Gesellschaft. Daneben erscheinen Themen wie Migration, Assimilation und multikulturelle Gesellschaft als „heilige Kühe“, an denen keine Kritik geübt werden darf. Denn bestehende Problemlagen wie Verweigerung der Integration, überdurchschnittliche Kriminalitätsbelastung, mangelnde Sprachkenntnisse, archaische Vorstellungen von „Ehre“, die sich in Zwangsheiraten, „Ehrenmorden“ und Blutrache ausdrücken, dürfen aus Angst vor einer Stigmatisierung durch öffentliche Meinungsmacher nicht diskutiert wer-den. Auch der seit dem 11.09.2001 intensivierte „Dialog der Kulturen“ mit einigen islamischen Spitzen-organisationen und Dachverbänden, der aufgrund der Heterogenität der islamischen Glaubensrich-tungen an ethnischen, religiösen und politischen Grenzlinien verläuft, hat nicht zu einer Problemlö-sung beigetragen. Vielmehr fordern diese Organisationen und Verbände auf der Basis des Grund-gesetzes immer mehr „islamspezifische“ Rechte ein, die ihnen zumeist kritiklos zugestanden wer-den, da die deutschen Dialogpartner keine genaueren Kenntnisse über den politisch-religiösen Hintergrund der „Dialogpartner“ besitzen bzw. bestehende Erkenntnisse nicht in ihre Dialogarbeit einbeziehen wollen.


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