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Politik, Gesellschaftskritik
Buch Leseprobe Das Regelhasserbuch, Aribert Böhme
Aribert Böhme

Das Regelhasserbuch


So zerstören Ignoranten die Fundamente

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07. Verkehrsrowdys an allen Ecken

Eine der sowohl größten, als auch gefährlichsten „Spielwiesen“ für rücksichtslose Ignoranten und Regelhasser, bietet der tägliche Straßenverkehr.

Beginnend bei vergleichsweise harmlosen Regelverstößen bis hin zu lebensbedrohlichen Rücksichtslosigkeiten, bietet der tägliche Straßenverkehr eine ebenso umfangreiche wie höchst bedenkliche Palette menschlicher Ignoranz.

Da wird gedrängelt und genötigt, da werden in einem zunehmenden Maße Rotlichtsignale missachtet, da gehören Geschwindigkeitsüberschreitungen zum Alltag, da werden Behindertenparkplätze rücksichtslos zugeparkt, da wird beim Spurwechsel nicht mehr geblinkt, da wird während des Fahrens mit dem Handy telefoniert, da werden Regeln am laufenden Band gebrochen usw. Kurz: auf deutschen Straßen herrschen in weiten Teilen unverschämte, nicht selten lebensbedrohliche Sitten.

Wenn man sich einmal vor Augen führt, dass es dann PolitikerInnen gibt, die sich ernsthaft künstlich darüber aufregen, dass die Bußgelder für rücksichtsloses und teils extrem gefährliches Verhalten im Straßenverkehr, erhöht werden sollen, dann zeigt sich überdeutlich, dass in unserem Land offenbar sehr fundamentale Relationen aus dem Gleichgewicht gekommen sind. Mit wachsender Sorge und Unverständnis ist zu beobachten, dass auch in diesem Bereich offenbar Chaoten und Regelhasser besser geschützt werden, als eine zum Glück – noch – große Mehrheit unserer Bevölkerung, die tagtäglich unter den Konsequenzen rücksichtslosen Verhaltens skrupelloser Verkehrsrowdys zu leiden hat.
Zu diesem Thema ein Leserbrief:

Die Forderung von Herrn xyz (CDU), den Bußgeldkatalog im Kampf gegen Verkehrsrowdys zu überarbeiten, zeigt einmal mehr, wie penetrant ignorant offenbar weite Teile unserer Gesellschaft gegenüber unübersehbar destruktiven Tendenzen geworden sind. Verkehrsrowdys, die im täglichen Straßenverkehr in unterschiedlichsten Situationen höchst unangenehm auffallen, müssen im Interesse all’ der VerkehrsteilnehmerInnen, die sich an aufgestellte Regeln halten, erheblich härter und konsequenter bestraft werden. Gemessen an der Tatsache, dass jährlich auf deutschen Straßen eine komplette Kleinstadt schlichtweg ausgelöscht wird – nahezu immer bedingt durch zunehmende Rücksichtslosigkeit – sind selbst die nun verabschiedeten Bußgelderhöhungen signifikant zu niedrig. Es ist unübersehbar, dass hier entscheidende Relationen zwischen steigender Rücksichtslosigkeit und daraus resultierenden Bußgeldern, in eine geradezu unverantwortliche Schieflage geraten sind. Von daher ist unser Verkehrsminister, sicher klug beraten, sich nicht von den geradezu aberwitzigen Forderungen nach einer „Entschärfung“ des nun verabschiedeten Bußgeldkatalogs, einschüchtern zu lassen.
Was sind das für PolitikerInnen, die einen Eid darauf geschworen haben „Schaden vom deutschen Volk abzuhalten“, und auch in diesem Fall erkennbar feige vor Regelhassern und Lobbyisten zurückweichen, aus Angst, unbequeme Maßnahmen könnten womöglich wichtige Wählerstimmen kosten? Wie ignorant müssen Menschen sein, nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen, dass es schlichtweg pervers und höchst unverantwortlich ist – wider besseres Wissen – zuzulassen, dass in jedem Jahr eine schier unglaubliche Zahl von mehreren Tausend Verkehrstoten zu beklagen ist. Und das alles zum überwiegenden Teil nur deswegen, weil „entscheidende“ Stellen sich davor drücken, Regelhasser und rücksichtslose Ignoranten zeitnah und konsequent zu sanktionieren; absurd!

Es ist unübersehbar, dass die Verhältnismäßigkeit der Mittel schon längst aus dem Gleichgewicht geraten ist. Warum? Nun, Verkehrsrowdys, die – nicht selten zum wiederholten Mal – z. B. mit schier wahnwitzigen Geschwindigkeiten durch Tempo-30-Zonen rasen, begehen eben keinesfalls Kavaliersdelikte, die sich mit unverantwortlich wirkungslosen Bußgeldern „therapieren“ lassen, sondern dabei handelt es sich i. d. R. um rücksichtslose Chaoten, die bewusst in Kauf nehmen, andere Menschen in nicht selten lebensbedrohlicher Art und Weise zu gefährden.

Beispiele solcher Art ließen sich erschreckend viele aufzählen. Aus der Fülle der Möglichkeiten sei hier exemplarisch noch das Drängeln und Nötigen auf Autobahnen genannt. VerkehrsteilnehmerInnen, die z. B. bei einer Geschwindigkeit von 150 Stundenkilometern bis auf wenige Meter den ihnen voraus fahrenden PKW auffahren, verhalten sich nicht nur restlos unverantwortlich da sie andere Verkehrsteilnehmer in einer unbestreitbaren Art und Weise bedrohen, sondern sie zeigen dadurch überdeutlich, dass ihnen offenbar die geistige Reife zum Führen eines Kraftfahrzeugs fehlt. Verkehrsrüpel dieser Art, die sich leider täglich ausmachen lassen, gehören nicht hinter der Lenkrad eines PKWs, sondern vielmehr in eine professionelle, psychologische Behandlung.

Regelhasser, die sich permanent über bestehende Verkehrsregeln hinwegsetzen, lassen sich wohl kaum durch wohlmeinende Aufklärungsgespräche beeindrucken, wie sie im Rahmen von Videoaufnahmen angeboten werden. Schaut man sich beispielsweise ein typisches Gespräch zwischen einem Regelhasser und einem Autobahnpolizisten an, der – das sei positiv unterstellt – wohlmeinend durch ein aufklärendes Gespräch sowie durch Videoaufnahmen dazu beitragen möchte, grobes Fehlverhalten zu korrigieren, fällt auf, dass auch hier – wen wundert’s – typische Reaktionsketten auf Seiten des Regelhassers in Gang gesetzt werden, die wie folgt ausschauen:

Phase 1: Leugnen des klar erkennbaren Tatbestands
Phase 2: Mehr oder weniger geschicktes Erfinden von Ausreden für das eigene Fehlverhalten
Phase 3: Ab dem Zeitpunkt der Erkenntnis, dass die vorgeführten Videoaufnahmen unwiderlegbar sind, oftmals heuchlerisches „Verständnis zeigen“
Phase 4: In der überwiegenden Zahl der Fälle, weitermachen, wie bisher.

Ein geradezu typisches Beispiel dafür, dass der angestrebte Lerneffekt hinsichtlich einer selbstkritischen Reflexion oftmals „ins Leere läuft“, zeigt sich z. B. darin, wenn man einmal beobachtet, wie sich viele VerkehrsteilnehmerInnen im Umfeld von fest installierten „Starenkästen“ verhält. Eine typische, immer wieder zu konstatierende Verhaltensweise sieht wie folgt aus:

Phase 1: FahrerIn xyz fährt auf einer ihm / ihr bekannten Straße.
Phase 2: FahrerIn xyz weiß, dass an einer bestimmten Stelle eine festinstallierte Kamera zur Geschwindigkeitsmessung existiert.
Phase 3: Unmittelbar vor der Kamera wird auf die an dieser Stelle erlaubte Geschwindigkeit abgebremst.
Phase 4: Kaum ist die „kritische“ Stelle passiert, setzt FahrerIn xyz die Fahrt mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit fort.

Welchen Sinn und Zweck erfüllt eine solche erkennbar wirkungslose Maßnahme demnach? Keine. Allenfalls ortsfremde FahrerInnen können damit erwischst werden. Zu beurteilen, wie hoch wohl der Prozentsatz der Ortskundigen im Verhältnis zu den Ortsunkundigen ist, sei hier den Leserinnen und Lesern (mit einem Schmunzeln) überlassen.

In die Reihe wirkungsloser Alibi-Maßnahmen lässt sich auch folgende Beobachtung einreihen:

Viele Radiosender melden – höchst offiziell – dass zu bestimmten Zeiten, an bestimmten Stellen – Radarmessgeräte aufgestellt sind. Wie ignorant muss man sein, nicht zu merken, dass durch solche Maßnahmen die Regelhasser, die doch dingfest gemacht werden sollen, geradezu ermuntert werden, an denen wenigen, bekannten Stellen plötzlich vorsichtig zu fahren (jedoch nicht aus Einsicht, sondern aus der ebenso elementaren wie durchsichtigen Angst, ein Verwarnungs- oder Bußgeld entrichten zu müssen), um dann an allen anderen Stellen „fröhlich“ so weiter zu fahren, wie bisher?! Durch solche vordergründig vielleicht gut gemeinten „Warnungen“ wird ein höchst kontraproduktiver Effekt erreicht, da somit das Fundament zu einer effektiven und auch dringend nötigen Kontrolle bewusst und unverantwortlich untergraben wird. Was soll das? Wer wird hier eigentlich geschützt? Die Menschen, die sich sicher im Straßenverkehr bewegen möchten, oder wohl eher solche Regelhasser, die offenbar glauben sie könnten öffentlichen Straßen nach eigenen Regeln nutzen? Es wird höchste Zeit, dass solche „Warnungen“, wie sie häufig in bestimmten Radiosendern vorkommen, gesetzlich unterbunden werden.

Aus der Fülle des täglichen „Wahnsinns auf deutschen Straßen“ sei hier ein typischer Schriftwechsel wiedergegeben, der einmal mehr überdeutlich zeigt, dass „entscheidende“ Stellen offenbar gar nicht an einer konstruktiven Lösung unübersehbarer Probleme interessiert zu sein scheinen.

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren

bereits vor längerer Zeit hatte ich die Polizei darum gebeten, verstärkt Geschwindigkeitskontrollen in unserer Wohngegend (xyz, abc-Weg usw.) durchzuführen, da hier regelmäßig mit stark überhöhten Geschwindigkeiten gefahren wird.

Insbesondere an den Wochenenden ist leider immer wieder zu beobachten, dass hier - häufig auch von schweren Motorrädern - schier wahnsinnige Geschwindigkeiten gefahren werden, die zuweilen derart schnell sind, dass man nicht einmal mehr die Nummernschilder notieren kann.

Ich spreche hier nicht von "geringfügigen Geschwindigkeitsüberschreitungen", sondern vielmehr von Größenordnungen, die sehr weit jenseits eines noch akzeptablen Bereichs liegen (80 - 100 km/h) sind keine Seltenheit

Häufig ist sogar zu beobachten, dass mit diesen irrwitzigen Geschwindigkeiten rücksichtslos in die jeweilige Gegenfahrbahn gefahren wird, und dass es Leute gibt, die z. B. Teile des zzz-Weg oder auch auf dem Stück abc-Weg offenbar als eine "private Rennstrecke" missbrauchen.

Nicht zuletzt mit Blick darauf, dass hier auch viele Kinder und ältere Menschen wohnen, ist es ganz sicher kein Kavaliersdelikt, wenn hier immer wieder derartige Rücksichtslosigkeiten zu beobachten sind.

Besonders extrem sind die Verhältnisse an den Wochenenden; oftmals auch in den späteren Abendstunden, bei denen schon das extreme Motorenheulen nur den Schluss zulässt, dass "mal wieder" Wahnsinnige unterwegs zu sein scheinen, denen jegliches Verantwortungsbewusstsein zu fehlen scheint.

Ich bitte eindringlich darum, dass hier verstärkt Kontrollen durchgeführt werden, und dass derartige Chaoten entschieden und mit allen Rechtsmitteln hart bestraft werden.

Soweit ich es beobachtet habe, wurden zwar vereinzelt Polizeikontrollen durchgeführt, aber - gemessen an der Regelmäßigkeit und an der Extreme der Verkehrsverstöße - sind solche Kontrollen leider deutlich zu selten.

Um Ihnen die Arbeit zu erleichtern, nenne ich Ihnen gern die beobachteten "Chaos-Schwerpunkte":

01. xyz-Weg (vor allem zwischen der Kreuzung abc- Weg - Tankstelle) und dem Kreisverkehr bei xxx
02. abc-Weg (vor allem zwischen der Kreuzung xyz- Weg und Kreuzung an der yyy-Straße)

03. Besonders perfide sind die teils extremen "Privatrennen" direkt in der 30-er Zone (xyz-Weg - ab Tankstelle, weiter in Richtung Siedlung www-Str.)

Schon häufig "durfte" ich als aktiver Verkehrsteilnehmer beobachten, dass dort auch die "Rechts-Vor-Links-Regel" häufig nicht beachtet wird - wie sollte das auch möglich sein, wenn manche Leute dort mit 60 km/h (und mehr) durch enge Straßen rasen, auf denen nicht selten auch Kinder massiv gefährdet werden?!

Bitte führen Sie verstärkt Verkehrskontrollen durch, denn "lustig" sind die regelmäßig zu beobachtenden Rücksichtslosigkeiten ganz sicher nicht.

Ebenfalls beobachte ich immer wieder, dass Verkehrsteilnehmer sogar bei längst sichtbaren Rotlicht sogar in den gefährlichen Kreuzungsbereich (xyz-Weg / abc-Weg) rasen - der schiere Wahnsinn!

Haben Sie vielen Dank für Ihr freundliches Feedback sowie für Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen

Wenige Tage später folgt dann folgendes Antwortschreiben:

Hallo Herr xyz,

ich habe Ihre Mail zum Anlass genommen, die von Ihnen erwähnten Straßen überprüfen zu lassen.

Auf dem abc-Weg können keine kommunalen Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt werden, da hier keine Aufstellmöglichkeiten für den Radarwagen vorhanden sind. Anders sieht dies auf dem xyz-Weg aus. Hier werden wir nach den Sommerferien mit Messungen im Rahmen der Schulwegsicherung beginnen.
Mit freundlichen Grüßen

Dazu folgende Anmerkungen:

01. Die Aussage, dass auf dem abc-Weg keine Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt werden könnten, da es dort keine Aufstellmöglichkeiten gebe, ist – vorsichtig formuliert – sachlich falsch. Zur Begründung: Bei dem hier beschriebenen abc-Weg handelt es sich um eine schnurgerade Straße, die über eine Strecke von mindestens 800 Metern eine Fülle von Aufstellmöglichkeiten bietet. Da anzunehmen ist – noch dazu nach einer angeblich vorgenommenen Überprüfung – dass dies auch den Verantwortlichen klar sein dürfte, drängt sich die berechtigte Frage auf: Warum werden hier leicht zu entlarvende Falschaussagen kommuniziert? Was soll das? Hier, wie auch in unzähligen anderen Fällen vergleichbarer „Qualität“ wird deutlich, dass offenbar gar kein Interesse daran besteht, korrigierend tätig zu werden. Wie anders sollte eine solche Ignoranz anders schlüssig zu erklären sein?!

02. Gemessen an der objektiven Gefahr, die von den oben beschriebenen Verkehrsrowdys ausgeht, ist die hier kommunizierte „Antwort“ seitens der verantwortlichen Stelle eine glatte Unverschämtheit, da sie in keiner Weise auch nur ansatzweise auf die konkret genannten Punkte eingeht. Hier drängt sich massiv der Eindruck auf, dass sich der zuständige Mitarbeiter offenbar „belästigt“ gefühlt haben könnte, da doch tatsächlich ein engagierter und aufmerksamer Mensch Korrekturen an unübersehbaren Missständen zur Sprache gebracht hat, die „entscheidende“ Stellen offenbar lieber ignorieren möchten?!

Eine besonders rücksichtslose Variante im Zusammenhang mit Regelhassern zeigt sich im Umfeld von Schulen.

AutofahrerInnen, die z. B. mit stark überhöhter Geschwindigkeit durch 30-er-Zonen rasen – zuweilen sogar vor Schulen, begehen keineswegs – wie die geradezu lächerlichen, um nicht zu sagen unverantwortlich niedrigen Bußgelder (Fahrverbote) suggerieren könnten – ein Kavaliersdelikt. Nein, dabei handelt es sich um extrem rücksichtslose und verantwortungslose Erwachsene, die durch ein derartiges grobes Fehlverhalten unübersehbar dokumentieren, dass sie offenbar nicht über die nötige geistige Reife verfügen, ein tonnenschweres Gefährt, das als potenzielle Waffe fungiert, durch den Straßenverkehr zu bewegen. Erwachsenen, die durch solche unverantwortlichen Rücksichtslosigkeiten auffallen, sollte die Fahrerlaubnis grundsätzlich entzogen werden, und zwar so lange, bis zweifelsfrei geklärt ist, dass eine glaubhafte Verhaltensänderung stattgefunden hat. Die aktuellen Bußgelder und / oder Fahrverbote sind – gemessen an dem Gefahrenpotenzial – nicht nur absolut lächerlich, nein, sie sind extrem unwirksam. AutofahrerInnen, denen offenbar gar nicht klar zu sein scheint, dass sie durch ihr rücksichtsloses Verhalten andere Menschen massiv gefährden, AutofahrerInnen, die solche Bußgelder oftmals nur mit einem „milden, verachtenswerten Lächeln“ zur Kenntnis nehmen, benehmen sich keineswegs cool, sondern zeigen dadurch lediglich, dass sie erkennbar nicht über die geistige und sittliche Reife zum Führen eines Kraftfahrzeugs verfügen.

Rücksichtslosigkeiten dieser und ähnlicher Art kann jeder Mensch nahezu täglich erleben, der in unterschiedlichen Funktionen am Straßenverkehr teilnimmt.

Dies allein wäre schon schlimm genug. Doch damit nicht genug. Statt nun entschieden gegen derartige Verkehrsrowdys vorzugehen, verstecken sich nicht zuletzt sogar „führende“ PolitikerInnen unseres Landes, wenn es darum geht, derart offensichtliche und extrem gefährliche Situationen mit aller Entschiedenheit zu entschärfen.

Da gibt es beispielsweise Politiker, die heute in führenden politischen Ämtern tätig sind, die klare und sehr wohl auch organisatorisch durchführbare Vorschläge zur Beseitigung solcher Extremgefährdungen mit ebenso lächerlichen wie unhaltbaren Alibiaussagen abzuschmettern versuchen. Getreu dem Motto: „Die Freiheit des einzelnen hört genau dort auf, wo die Freiheit eines anderen beginnt“, wäre es sowohl organisatorisch wie auch technisch sehr wohl möglich, Verkehrsrowdys systematisch und in einer vergleichsweise überschaubaren Zeit aus dem Verkehr zu ziehen; allein der Wille zur praktischen Durchsetzung fehlt offenbar.

Stattdessen werden lieber Scheinargumente ins Feld geführt, bedingt dadurch, dass führende Politiker nicht selten entsprechende Lobbys fürchten. Hielten so manche unserer PolitikerInnen nicht nur schöne Sonntagsreden, bei denen oftmals pseudomäßige Anteilnahme am Schicksal solcher Menschen geheuchelt wird, die unter den Folgen schlimmen Verkehrsrowdytums zu leiden haben, sondern handelten sie sehr viel konsequenter bei der Vorgehensweise gegen erkennbar rücksichtslose Verkehrschaoten, ließe sich diese ebenso offensichtliche wie schlimme Situation in absehbarer Zeit signifikant entschärfen.
Da ist es einfacher und bequemer, Alibiaktivitäten durchzuführen, die sie z. B. darin zeigen, vergleichsweise harmlose Falschparker abzuzocken, die womöglich nicht genügend Münzen in eine Parkuhr eingeworfen haben. An die faktisch sehr gefährlichen Verkehrsrowdys, die täglich unsere Straßen unsicher machen, trauen sich viele unserer VerkehrspolitikerInnen nicht heran, da sie womöglich fürchten, sie zögen sich den Unmut von so manchem Möchtegern-Schumi zu, indem sie ihm sein „geliebtes Spielzeug“ wegnehmen.

Nochmals ganz deutlich: ein geradezu plakatives, feiges Zurückweichen vor Regelhassern, ein permanentes Ignorieren offensichtlicher Missstände sowie der oftmals nicht vorhandene Wille zur konkreten Durchsetzung spürbarer Sanktionen löst keine Probleme, sondern schafft perspektivisch immer noch mehr und schwerwiegendere Situationen, die längst eine gefährliche und gesellschaftszersetzende Eigendynamik entwickelt haben.



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