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> Politik, Gesellschaft > Das Buch - Die Geschichte einer
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Politik, Gesellschaftskritik
Buch Leseprobe Das Buch - Die Geschichte einer , Barbara Krauß
Barbara Krauß

Das Buch - Die Geschichte einer


Manipulation

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Kapitel 1:

Der 25. Tag im Jahr 323. Rufus Thaddäus Santano saß am Schreibtisch seines Büros, hoch oben in der Pyramide auf Atlantis, und hatte den Kopf auf die Hände gestützt: „Ich mache mir Sorgen, Timmermann!“
„Sorgen, mein Führer?“
„Scheint, als würden wir einer gefährlichen Entwicklung entgegensteuern.“
„Es ist aber überall vollkommen ruhig, mein Führer“, entgegnete der Berater. „Unsere Ordnungstruppen halten alles unter Kontrolle.“
„Ich meine keinen offenen Konflikt. Vielmehr brodelt es unter der Oberfläche. Wie eine Geschwulst, die heimlich vom Fleisch zehrt und wächst, bis sie als Beule sichtbar wird. Am Ende geht der ganze Körper daran zugrunde!“
„Die Bevölkerung kann sich nicht beklagen, mein Präsident! Noch nie ging es den Menschen so gut wie heute. Das, was unsere Vorväter begonnen haben, geht seiner Vollendung entgegen. Wir werden zum ersten Mal so richtig am Ziel sein!“
„Eben“, antwortete Santano vieldeutig.
„Eben? Ich... verstehe nicht, mein Führer.“
„Wir werden am Ziel sein. Der Moment wird kommen – eigentlich ist er ja schon da –, an dem keine pausenlose Beschäftigung mehr nötig ist, um uns am Leben zu erhalten. Die Arbeit wird auf einem Mittelmaß stagnieren, einem Maß an Zeit, das den Menschen mehr... mehr... Dings, Sie wissen schon, zubilligen wird.“
„Freizeit, Führer?“
„Freizeit, das ist das Wort! Verbieten Sie es, schnell! Oder nein: Sorgen Sie dafür, dass es die Bevölkerung erst gar nicht lernt!“
„Sie sehen also eine Gefahr in diesem Wort?“
„Ach, was kümmert mich das Wort! Worte sind Blabla, aneinandergereihte Buchstaben, nichts weiter. Nein: In dem Umstand sehe ich die Gefahr, in dem, was Freizeit bedeutet. Freie Zeit hat Muße zu verschenken, Zeit zum Nachdenken. Und Menschen, die denken, will ich auf meinem Planeten nicht haben!“ Santano donnerte mit geballter Faust auf seinen Schreibtisch. „Ein für alle Mal: ich will das nicht haben!“
„Ich weiß schon, Führer. Aber wenn ich bemerken darf: Ein bisschen Gefühl könnte doch auch nicht schaden. Wenn wir es dann wirklich geschafft haben. Um, sagen wir, die Verständigung ein bisschen zu verbessern. Auf ein vertretbares Maß, sozusagen...“
„Ein vertretbares Maß an Gefühl gibt es nicht. Gefühle bringen nur all das wieder, was wir mühsam verbannt haben: Hass, Neid, Unzufriedenheit, Eifersucht. Menschen, die unzufrieden sind, beginnen, sich ihre Chancen auszurechnen, finden, dass es ihnen besser gehen müsste, machen um kleiner Fortschritte willen alles wieder kaputt, brechen aus unserer Ordnung aus, rebellieren, gehen am Ende demonstrierend auf die Straße – und dann mir an den Kragen! Das kann und will ich mir nicht leisten!“
„Nicht alle Menschen sind gleich, mein Führer!“
„Es sind alles Nachfahren bedeutender Politiker, vergessen Sie das nicht. Das, was wie Vernunft aussehen mag, kann leicht Heimtücke sein. ...


 


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