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> Politik, Gesellschaft > Das Dritte Zeitalter
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Politik, Gesellschaftskritik
Buch Leseprobe Das  Dritte  Zeitalter, Jenni Flieg
Jenni Flieg

Das Dritte Zeitalter


Essays

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Evolution zur Apokalypse?

Seit wann ist es wichtig zu wissen, wie die Geschichte wirklich war? Interessant ist doch nur, wie uns die Vergangenheit helfen kann, unsere Ziele in der Zukunft zu erreichen. (Verfasser unbekannt)

Der lange Weg der Menschen aus dem Tierreich hat einige Fakten geschaffen, die irgendwann einmal dazu führen können, einen final stabilen oder katastrophalen Abschluss zu finden.
Ein katastrophaler Abschluss der Evolution der Menschheit und deren Untergang werden im Laufe der Zeit immer wahrscheinlicher. Warum sollte die Art “Mensch“ nicht auch eines Tages aussterben wie so viele andere Tierarten?
Auch die Entwicklung einer menschlichen Kultur bietet keinen Schutz vor einer Apokalypse. Die Kultur, gemessen am immer größer werdenden Abstand zur Natur, bietet hierfür noch besondere Risiken, die diese Wahrscheinlichkeit der totalen Vernichtung der Art Mensch drastisch erhöht. Die Abhängigkeit der Menschheit von ihren technischen Artefakten nimmt Dimensionen an, die ein Überleben in der Natur für die gesamte Menschheit sehr unwahrscheinlich machen. Ein Wegfall all dieser Kulturprodukte würde einem verschwindenden Rest der Menschheit in abgelegenen Gegenden vielleicht eine geringe Überlebenschance auf dem Niveau der Steinzeitmenschen ermöglichen. Diese Menschen müssten aber heute noch eingeübt sein in eine Subsistenz-wirtschaft, die sie den absoluten Verlust der Kultur ersetzen lässt.
Die Atomtechnik und die damit einhergehenden Risiken sind ein Produkt der menschlichen Kultur und von einem ähnlichen Potential der Vernichtung, wie es nur ein Zusammenstoß der Erde mit einem Kometen oder Asteroiden hervorbringen kann. Die Nutzung dieser technischen Artefakte ist an ein Mindestmaß an wissenschaftlich-technischem Verständnis in der Gesellschaft geknüpft.
Verlieren große Teile der Menschen dieses Verständnis und die Motivation für die Entwicklung von Technik und Wissenschaft, vielleicht weil sie von Religionen und ihren Heilsversprechungen mehr erwarten, dann wird ein Niedergang der menschlichen Kultur sehr wahrscheinlich. Viele Religionen neigen zu apokalyptischen Erwartungen. Sie wünschen die Errichtung eines Gottesstaates und als Voraussetzung dafür muss die bestehende Welt in einem apokalyptischen Inferno transformiert werden. Der Neubeginn startet nach einem verheerenden Kampf des „Guten gegen das Böse“, falls danach ein Neustart überhaupt noch möglich ist.
Dass die Menschen im Laufe der Evolution die Fähigkeit der Reflektion, Modellbildung und Sinngebung ihres Tuns erlangt haben, ist noch keine Garantie für eine stabile Entwicklung. Exponentielle, asymptotische und lineare Entwicklungen über längere Zeiträume sind in der Natur nicht sehr häufig. Dagegen neigen viele Prozesse zu zyklischem Verhalten. Vielleicht liegt es daran, dass unsere Evolution schon Milliarden von Jahren in ein streng rhythmisches planetares System eingebettet ist.
Nach den gegenwärtigen Erkenntnissen kann man davon ausgehen, dass ein Untergang der Menschheit noch vor dem physischen Ende des Weltalls, vor dem Ende jeder Zeit passieren wird, vorausgesetzt, wir lassen eine wie auch immer geartete Ewigkeit göttlichen Ursprungs außen vor.
Die Frage ist also nicht: Gibt es ein Ende der Menschen? Sondern die relevante Frage ist: Wie lange kann das Ende der Menschheit hinausgeschoben werden?
Wann der stabile oder der chaotische Endpunkt erreicht sein wird, kann nur der Laplacesche Dämon voraussagen, den es ja bekanntermaßen nicht gibt und auch nicht geben kann. Doch dass es ein Ende in der einen oder anderen Art geben wird, steht zweifelsfrei fest.
Ob das hier beschriebene Dritte Zeitalter der Menschheit, ein final stabiles sein wird oder wieder nur in eine Überganszeit zu einem neuen, vierten Zeitalter mündet – wir wissen es noch nicht. Wir wissen aber, dass es ein gewisses Potenzial für eine lang andauernde Stabilität in sich birgt und das ist doch schon einmal recht tröstlich.

Das Erste Zeitalter

So wie es in einem genügend großen Ozean hin und wieder vorkommt, dass sich eine sehr große Welle durch Überlagerungen sehr vieler kleiner Wellen bildet, haben sehr viele Überlagerungen von notwendigen Bedingungen dazu geführt, dass in diesem winzigen Raumbereiches des Weltalls, den unser Planet ausfüllt, das Leben entstehen konnte.
Wir Menschen sind dann schon der zweite, höchst unwahrscheinliche Peak in einem wabbelnden Ozean von Lebewesen, die diesen Planeten Erde beleben.
Warum eine spezielle Art von Affen nicht über Jahrtausende Affen geblieben sind, ist wahrscheinlich einem Zufall geschuldet.
Irgendeiner dieser Affen hat beobachtet, dass ein harter Gegenstand (Stein) einem Tierkadaver die Knochen zerschlagen kann. Und was damit seiner ständigen Fresslust geboten wurde, war das energiereiche Nervengewebe und die Gehirnmasse. Offensichtlich blieb diese Beobachtung keine Eintagsfliege und diese Nische der Evolution mit der hochenergetischen Nahrung wurde an die nächsten Generationen weitergegeben. Das Schädeleinschlagen eines Opfers, um an sein Gehirn zu kommen, war in späteren Zeiten eine Domäne der männlichen Hälfte der Menschheit. Aber auch das ist nicht gesichert und kann ein Trugbild sein, das dem Nebel der Vergangenheit geschuldet ist.
Lassen wir das erste Zeitalter beginnen mit der deutlichen Herauslösung der noch affenähnlichen Menschen aus dem Tierreich. Die Benutzung von primitiven Werkzeugen und später des Feuers sind die markanten Veränderungen dieser Frühmenschen. Ab diesem Zeitabschnitt beginnt für die Evolution eine neue Qualität. Sie ist nicht mehr blind tastend bei ihrer Suche nach Nischen des Lebens. Sie schafft diese Lebensräume jetzt selbst.
Doch schon stößt sie an ihre erste Grenze. Die neue Qualität des Menschen in der Evolution ist erfolgreich, schnell gewinnt er eine Überlegenheit und wird zum gefährlichsten Raubtier. Er setzt sich an die Spitze der Nahrungskette und breitet sich ungehemmt aus. Das gelingt natürlich auch anderen Lebewesen. Bakterien und Viren können sich auch soweit ausbreiten, dass sie sich selbst die Grundlage ihrer Existenz nehmen. Sie breiten sich in einem Wirtskörper aus, bis dieser zugrunde geht. Für die erste Expansionswelle der Menschen war dieser “Wirtskörper“ der Bestand an jagdbaren Tieren. Plötzlich waren nicht mehr genügend Tiere da, die für die Existenzsicherung benötigt wurden. Vielleicht haben auch Klimaveränderungen einen Beitrag zu dieser Katastrophe geliefert. Wäre diese erste Grenze der Ausbreitung nicht gekommen, was wiederum sehr unwahrscheinlich ist, dann hätte die Evolution die nächste Stufe nicht erreicht und die Menschen würden heute noch als Jäger und Sammler die Erde mitbevölkern. Tiere und Pflanzen mussten jetzt domestiziert und gezüchtet werden. Das was in der Natur blind und langsam erfolgte, das Anpassen an neue Umweltbedingungen, erfolgte jetzt viel schneller durch gezielte Selektion der Pflanzen und Tiere. Die Menschen wurden zur Sesshaftigkeit gezwungen. Das alte Jagen und Sammeln musste ergänzt werden durch das bequemere Domestizieren und Züchten. In Tausenden von Jahren wurden im Menschen selbst Fähigkeiten selektiert, die vor allem das Gehirn betrafen. Eine neue Fähigkeit kam hinzu, die Raumzeit. Das Muster von Aktion und Reaktion breitete sich über immer größere Zeitabschnitte aus. Wer Saatgut ein Jahr aufbewahrte, der hatte eine Vorstellung davon, dass es ihm einen Vorteil brachte.
Kein einzelner Mensch konnte Ackerbau, Viehzucht, Jagd betreiben und Werkzeuge gleichzeitig herstellen. Das Zusammenwirken in einer Sippe hatte ja schon in der vorhergehenden Epoche so erfolgreich funktioniert, dass der Mensch sogar den ihn an Stärke weit übertreffenden großen Raubtieren überlegen war. Die Polarisierung in männlich und weiblich brachte auch immer mehr Vorteile. Die männlichen Mitglieder einer Sippe spezialisierten sich auf den Außenraum, die weiblichen stärker auf den Innenraum. Der Außenraum wurde bestimmt durch Feinde und jagdbares Wild, das immer den physischen Kampf um Leben und Tod beinhaltete. Der Innenraum war ein Rückzugsraum, hier musste das neue Leben geschützt und bewahrt werden. Feindseligkeiten konnten sich nur in einer nichtphysischen Ebene ausbilden, sollte nicht die Existenz der gesamten Sippe in Frage gestellt werden.
Die universalistische Art Mensch, verbunden mit der Fähigkeit der Differenzierung seiner Tätigkeit, hatte nur eine Chance im Überlebenskampf als Sippe, wenn Erfahrungen an die nächste Generation weitergegeben werden konnten. Das waren in erster Linie weibliche Mitglieder der Gesellschaft, da sie für ein gewisses Kontinuum garantieren konnten und im Allgemeinen eine höhere Lebenserwartung besaßen. Sie waren es, die zuletzt übrig blieben, wenn die männlichen Mitglieder bei der Jagd oder im Kampf mit Nachbarsippen alle umgekommen waren. Die siegreichen Nachbarsippen nahmen sie meistens auf, wenn auch nicht immer gleichberechtigt.
In schriftlichen Überlieferungen der späten Bronzezeit, zum Beispiel der Bibel, finden sich nicht selten Aussagen darüber, das bei der Eroberung eines fremden Stammes oder einer anderen Sippe alle männlichen Mitglieder, auch die männlichen Kinder, getötet wurden. Frauen und Mädchen stellten das wertvollste Beutegut dar, waren sie es doch, die jetzt zusätzlich Kinder gebären konnten und damit einen Machtzuwachs darstellten.
Die anfänglichen Menschenhorden unterschieden sich in dieser Beziehung kaum von den auf Pflanzenkost spezialisierten Herdentieren. Muskulöse und aggressive, auf Kampf spezialisierte Alpha-Männchen gaben eine gewisse Garantie für die Erhaltung der Art im Überlebenskampf aller gegen alle ab.
Raubtiere nahmen meist eine andere, androgynere Ent-wicklung. Das ergab sich zwangsläufig. Im Phänotyp sind ein Tiger und eine Tigerin vom ungeübten Auge kaum zu unterscheiden. Wer an der Spitze der Nahrungskette im Tierreich steht, hat keine sichtbaren Feinde. Die Aufspaltung in Beschützer vor äußeren Feinden und Konkurrenten und Bewahrer des Nachwuchses und der inneren Ordnung entfällt.
Wer von beiden ist gefährlicher, ein Tiger oder eine Tigerin, ein Bär oder eine Bärin? Diese Frage erübrigt sich meistens oder wird sogar zugunsten des weiblichen Partners beantwortet werden, wenn es gilt, Junge aufzuziehen.
Nicht so beim Menschen. Er steht an der absoluten Spitze. Die Differenzierung in starke Männchen und gebärfreudige Weibchen, eine Differenzierung auch der pflanzenfressenden Herdentiere, wird zu einem der Probleme späterer Zeitalter. Das Rollenverhalten zwischen Männern und Frauen ist nur für einen Abschnitt der Evolution von Vorteil.
Zentrale Figur dieses 1. Zeitalters ist “Die große Gebärende“, die auf Grund ihres Wissens und ihres langen Lebens eine Garantin für den Fortbestand der Art und ihrer Erfahrungen bildete. Not und Mangelsituationen und ihre Bewältigung schafften diese überlebenswichtigen Erfahrungen. Die wenigen, die so alt wurden, waren schon auf Grund ihrer Seltenheit etwas Besonderes.
Das Ziel war immer die Erhaltung der Sippe und damit der Art. Das ist der Prägung der vorher stattgefundenen Evolution aus dem Tierreich zu verdanken. Dabei darf nicht vergessen werden, dass sich solche sozialen Tugenden wie Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft stets auf die engsten Verwandten und die eigene Sippe bezogen. Menschen, die nicht zum Innenraum gehörten, wurden fast immer als Feinde auf Leben und Tod angesehen. Diese unausgesprochene Beschränkung ethischer Werte auf die eigene Gruppe wird in späteren Zeitaltern eine apokalyptische Dimension annehmen.
...


Warum Kampf-Sport immer den nächsten
Krieg vorbereitet.

Diese Aussage scheint banal zu sein. Natürlich gab es in der bisherigen Geschichte immer Körperertüchtigung und Kampfspiele zwischen den vielen Kriegen. Knaben wurden von klein auf sowohl im Umgang mit Fernkampfwaffen als auch im Nahkampf trainiert. Keine Sippe, kein Stamm, keine Volksgruppe konnte sich sogenannte männliche “Weicheier“ leisten. Die wenigen Männer, die sich nicht zum Krieg eigneten, wurden dann Händler oder übten andere Tätigkeiten aus, die denen der Frauen verwandt waren.
Man könnte auch meinen, Sport ist heute beinahe Selbstzweck geworden, denn ein moderner Krieg wird mit Technik geführt und am Abzug oder Bildschirm muss kein männlicher Muskelprotz mehr sitzen, da reicht auch ein schlapper Compu-terfreak, in Killerspielen trainiert, aus.
Doch dem ist nicht so. Ein moderner Krieg kommt ohne kräftezehrenden Bodenkampf nicht aus. Das zeigen die Erfah-rungen der letzten amerikanischen Domestizierungskriege ge-gen den Irak.
Sport ist natürlich kein Kriegsgrund, er schafft nur Voraus-setzungen für einen Krieg. Man stelle sich einen Staat vor, in-dem die Männer und Frauen nicht in getrennten Fußballmannschaften spielen. Würden das viele Männer nicht als lächerlich empfinden? Aber soweit muss es ja nicht gehen. Oder wie wäre es, wenn die Männer nur noch solche Fitness-Übungen machten wie Gymnastik, Tanzen und Wandern?
Unvorstellbar.
Es geht ja in Wirklichkeit im Sport gar nicht primär um Fitness und Volksgesundheit. Dafür braucht man keine Kampfspiele.
Vielleicht macht es nur Spaß, einen anderen Menschen im Sportkampf zu besiegen. Hinterher gibt man sich “ritterlich“ die Hand. Ritterlich? Da sind wir schon wieder fast übergangslos in der menschlichen Vergangenheit gelandet.
Ritterturniere, damit die Rüstungen nicht einrosten?
Nein, wir sind im Ritterturnier bei der Vorbereitung des nächsten Krieges, zu nichts anderem dienen diese Turniere.
Mit dem Spaß, den man zweifelsfrei erlebt im Kampfsport, hat es eine merkwürdige Bewandtnis. Woraus resultiert denn dieser Spaß, den der Kampfsport macht? Aus dem Auf- und Abbau von Aggressivität vielleicht? Aus dem Gefühl, der Sieger zu sein? Siegesfeiern sind etwas sehr Schönes nach einem… – Krieg.
Sport beherrscht zunehmend das Freizeitverhalten vieler Menschen – vor allem der Männer – in der ganzen Welt. Mit Sport wird viel Geld verdient, für Sport wird viel Geld ausge-geben. Die Medien suggerieren uns, Sport sei die schönste Freizeitbeschäftigung, die es für den modernen Menschen ge-ben kann.
Doch was ist Sport wirklich?
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