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> Politik, Gesellschaft > Belogen, betrogen, abgezockt
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Politik, Gesellschaftskritik
Buch Leseprobe Belogen, betrogen, abgezockt, Christian Retz
Christian Retz

Belogen, betrogen, abgezockt


Der Michel macht die Schnauze auf!

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(W)Ende gut – alles gut? Die Energiewende


„Der Weg zur Energie der Zukunft – sicher, bezahlbar und umweltfreundlich“ – das ist der Titel des Eckpunktepapiers der Bundesregierung zur Energiewende aus dem Juni des Jahres 2011
(http://www.bmu.de/uebrige-seiten/der-weg-zur-energie-der-zukunft-sicher-bezahlbar-und-umweltfreundlich/)
In 39 Kernaussagen wird hier dargestellt, wie der Umstieg auf die erneuerbare Energie gelingen soll.

„Erneuerbare Energie“ ist was richtig Gutes, finden Sie nicht auch? Und „Energiewende“ ist ein Wort, das den Ohren aller Umwelt- und Klimafreunde mit einem schalmeienhaften Klang schmeichelt. Was zunächst vor allem den Grünen ein Herzensanliegen war, wird heute von allen Parteien unisono mitgetragen.

Zwar ist der Begriff „Erneuerbare Energie“ für sich genommen schon einmal reine Augenwischerei, wie jeder wissen müsste, der während der ersten Stunden des Physikunterrichts nicht gerade im Wachkoma lag.

Wäre Energie tatsächlich erneuerbar, so würde sie nichts kosten, da sie sich ja permanent von selbst erneuern würde. Ein Blick auf die Stromrechnung genügt, um sich vom Gegenteil zu überzeugen. Aber lassen wir diese kleinlichen Spitzfindigkeiten.

Die gute Nachricht zu Beginn: Es geht voran: Der Anteil erneuerbarer Energie an der Stromproduktion lag im Jahr 2012 bei rund 25 Prozent (Handelsblatt, 28.08.2012). Bis 2050 soll ihr Anteil bei 100 Prozent liegen (Presse-Information 039/2010 des Umweltbundesamtes).

Den Grünen geht das nicht schnell genug – sie wollen dieses hehre Ziel bereits bis 2030 erreichen (taz.de, 10.01.2013). Die „Erneuerbaren“ sollen im Wahlkampf 2013 eines der Zugpferde sein, mit denen der Wähler überzeugt wird, sein Kreuzchen an der richtigen (grünen) Stelle zu setzen.

Nun kann man trefflich darüber streiten, ob es nicht wirklich eine gute Sache ist, sich von der Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Gas und Öl) zu verabschieden und stattdessen auf Wind, Sonne, Wasser und Biomasse zu setzen. Zunächst kann man dieser Idee ja durchaus einige positive Seiten abgewinnen.

Leider hat die ganze Angelegenheit einige Schönheitsfehler:

Beginnen wir mit den Kosten für die Stromerzeugung. Hier eine Aufstellung, was für die Erzeugung einer Kilowattstunde Strom zu berappen ist (Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2009):


Stromerzeugungskosten in Deutschland


Kraftwerkstyp


Stromerzeugungskosten


Braunkohle-Kraftwerk


2.8 Cent pro kwh


Steinkohle-Kraftwerk


3.3 Cent pro kwh


Atomkraftwerk


3.5 Cent pro kwh


Gaskraftwerk


4.2 Cent pro kwh


Onshore-Windkraftanlage


7.6 bis 12.7 Cent pro kwh


Biomasse-Kraftwerk


9.6 Cent pro kwh


Offshore-Windkraftanlage


10 bis 16.1 Cent pro kwh


Wasserkraftwerk


10.2 Cent pro kwh


Photovoltaikanlage


50 bis 60 Cent pro kwh


(http://www.stromerzeugung-stromverbrauch.de/Stromerzeugung/Stromerzeugungskosten/Stromerzeugung-Kosten.html)

Die „Erneuerbaren“ machen also im Vergleich mit den konventionellen Kraftwerken in dieser Disziplin nicht unbedingt einen schlanken Fuß: Strom aus Windkraft ist zwischen 2,5 und 5 Mal so teuer wie Strom aus Kohlekraftwerken, und der Photovoltaik-Strom kostet das 17- bis 20-fache.

Betrachten wir einen anderen Aspekt, nämlich den Flächenverbrauch. Wie sieht es mit dem Flächenbedarf für Windräder aus? Wollte man beispielsweise die Leistung des Kohlekraftwerks in Wilhelmshaven (750 Megawatt) mittels Windgeneratoren von jeweils 1 Megawatt Leistung ersetzen, so wäre gegenüber der Fläche, die das Kohlekraftwerk benötigt, eine 218mal so große Fläche notwendig (http://kpkrause.de/2013/02/09/schon-mal-was-von-leistungsdichte-gehort/).

Betrachten wir jetzt noch die so genannte „Versiegelte Fläche“, also die Fläche, die mit Beton zugegossen werden muss. Auch hier ist die Windkraft nur zweiter Sieger: Gegenüber dem o.g. Kohlekraftwerk wird eine neun Mal größere Fläche betoniert (für Zuwege und Standfläche).
(http://kpkrause.de/2013/02/09/schon-mal-was-von-leistungsdichte-gehort/)



Kommen wir zu einem weiteren Aspekt: In Deutschland werden im Durchschnitt pro Tag ca. 60 Gigawatt an Strom benötigt. Nun wäre es nahe liegend anzunehmen, dass wir halt so viele Windräder und Sonnenkollektoren aufstellen müssen, dass wir auf eine Nennleistung (maximal mögliche Ausbeute an Strom) von genau 60 Gigawatt kommen. Von der Bundesregierung  ist allerdings das 4-fache, nämlich 240 Gigawatt, geplant.
(Fachausschuss “Nachhaltiges Energiesystem 2050”, des Forschungsverbunds Erneuerbare Energien Juni 2010, Energiekonzept 2050, S.37. , http://www.fvee.de/fileadmin/politik/10.06.vision_fuer_nachhaltiges_energiekonzept.pdf)

Der Grund für diese mit horrenden Kosten verbundene gewaltige Überkapazität liegt darin begründet, dass die Sonne naturgemäß nachts nicht scheint und in unseren Breitengraden auch tagsüber die Zahl der Sonnenstunden eher gering ist. Und auch der Wind ist ein unsicherer Kantonist. Im Schnitt erzeugen Windkraftwerke und Photovoltaik nur ca. 25 % ihrer möglichen Höchstleistung. Um also auf 100 Prozent zu kommen, muss ihre Anzahl vervierfacht werden.

Im Umkehrschluss ergibt sich daraus ein hässliches Problem: An sonnigen Tagen mit starkem Wind produzieren die „Erneuerbaren“ viel mehr Strom, als verbraucht wird – im Extremfall die vierfache Menge. Die Folge wäre eine Überlastung der Stromnetze, verbunden mit großflächigen Stromausfällen. Um das zu vermeiden, müssen in einem solchen Fall dann drei von vier Anlagen  abgeschaltet werden. Macht aber nichts, jedenfalls nicht für die Betreiberfirmen: Nach dem EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) fließt die Ökostromumlage auch für den dann nicht produzierten Strom in die Kassen der Windkraft- und Solaranlagenbetreiber.

Für uns Verbraucher ist das ein Sonderangebot der Sorte „Kauf Eins, zahle Vier“.

Mit jedem zukünftig hinzukommenden Windrad und jeder weiteren Photovoltaikzelle wird sich dieser Effekt noch beschleunigen und verstärken – der weitere ungebremste Anstieg der Strompreise ist gesetzlich festgeschrieben.

Aber das Szenario hält noch einige weitere Grausamkeiten bereit:

Wer meint, dass wir nach der Energiewende zwar unseren Strom nicht mehr oder kaum noch bezahlen können, dafür aber ein reines Gewissen in Sachen Umwelt- und Klimaschutz haben dürfen, der irrt gewaltig. Selbst wenn wir in der Lage wären, unseren Strombedarf ausschließlich über „erneuerbare“ Energien zu decken, so kann – das lehrt uns die Lebenserfahrung – niemand ausschließen, dass es Zeiten geben wird, zu denen wir...


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