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Lyrikbücher
Buch Leseprobe Vernetzt mit Dir, Gundel Linhart
Gundel Linhart

Vernetzt mit Dir



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Madame 

Das Titelblatt

An die Zeit

Meine Gedichte

Abgestürzt

Yin und Yang

 


Madame                                                                                         


Wienern Sie ruhig das Parkett, Madame,

Ihr Mann findet das vielleicht nett, Madame, 

putzen Sie ruhig den Salat, Madame, 

und kümmern sich nicht um den Staat, Madame.

 

Ziehn Sie sich ruhig modisch an, Madame, 

dann gefalln Sie vielleicht Ihrem Mann, Madame, 

schminken Sie ruhig das Gesicht, Madame, 

den Lauf der Welt ändert das nicht, Madame. 



Lesen Sie ruhig „Echo der Frau", Madame, 

wer mit wem wo was genau, Madame, 

füttern Sie Ihr Hirn mit viel Klatsch, Madame,

und glauben Sie ruhig an den Quatsch, Madame. 



Zählen Sie ruhig Kalorien, Madame, 

und tun Sie alles für „ihn", Madame, 

kochen sie ruhig Ihre Diät, Madame, 

vielleicht ist es morgen zu spät, Madame. 



Trinken Sie ruhig Ihren Tee, Madame, 

und pflegen Sie Ihr Wehweh, Madame 

jammern Sie, dass alles schlecht, Madame, 

Ihnen geschieht ganz recht, Madame.


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Das Titelblatt


Mensch, gucken Sie nur!

Gucken Sie nur genau!

Die Puppe hier,

Die Puppe ist keine Frau.

Lassen Sie sich nicht verschaukeln!

Man will Ihnen was vorgaukeln

an jedem Kiosk in der Stadt.

Na, wer?

Das Illustriertentitelblatt.



Sie wirkt jung und sie hat Locken

und ihr Anblick lässt uns stocken,

doch man sieht sich sehr schnell satt.

Ihre Haut ist cremeglatt.

Auf der faltenlosen Stirn

keine Spur von Geist und Hirn.

Bemalte Augen strahlen wie Sterne,

sie schaut dümmlich in die Ferne

mit dem rot geschminkten Mund.



Die Figur scheint gut genormt

Po und Busen wohl geformt,

raffiniert fotografiert,

Überflüssiges retuschiert.

Beine lang und nicht zu dick,

gut beleuchtet. Mit viel Schick

trägt sie die modernsten Fetzen,

die den Anstand oft verletzen,

Männer in Erregung setzen.



Wer sie sieht, denkt leicht perplex:

Dieses Weib hat sehr viel Sex.

Irrtum, Mensch! Die Aphrodite

ist für dich nur eine Niete.

Was die Werbung laut verspricht,

gibts in Wirklichkeit gar nicht.

Steht die Puppe ohne Tusche

ungeschminkt unter der Dusche

sieht sie aus - wie jede Frau.


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An die Zeit


Kostbarer als jede Perle

und mir nicht feil um Gold

bist du, flüchtige Zeit.

Geliehen auf Widerruf,

gezählt und mir zugemessen,

rinnst du wie Wasser

durch meine Finger.



Umsonst raff' ich dich,

schließ dich vergebens

in Truhen und Bilder

als Vorrat

für schlechtere Zeiten.



Leer bleibt die Hand,

die dich geizig

für sich behält,

zerredet oder

in Hass verdirbt.

Auch eingetauscht

gegen Spielzeug

und Lorbeerkränze

wiegst du am Ende

nichts.



Einmalige Zeit!

Mir geschenkt,

dass ich dich austeile

und zärtlich verschwende

um keinen Gewinn.



Einen gibt es,

der sammelt dich,

siebt die Spreu

aus dem Weizen

und trägt dich

in himmlische Scheuern.


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Meine Gedichte


Zerbrechliche Brücken treibe ich

über die Leere hin zu dir

verschlüsselte Botschaften

in meiner Herzsprache.



Worte herangeschwemmtes Treibgut der Zeit

längst versunkene Bilder und Klänge

Atemzüge voll Glück auch Tränen

zu leuchtenden Kristallen verdichtet

im Strom des Bewußtseins geschöpft

und gefiltert aus Farben meiner Sehnsucht

schleife ich zu zeitlosen Spiegeln

in denen du dich erkennst

wenn du gelassen hinein schaust.


nach oben



Abgestürzt


ins Chaos

tauche ich aus

dem Purgatorium der Sprachlosigkeit

Anfang ist immer das Wort

qualvollem Schweigen gnädig entronnen

lebe ich neu

vernetzt mit

dir


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Yin und Yang


Du bist der Stein, ich bin die Welle,

ruhelos schwankend, die dich umspült.

Fest im Grund liegst du an deiner Stelle,

unbewegt von Brandung tief aufgewühlt.



Sanfte Wasser schmiegen sich an deine Härte,

Kühle tauchen sie in warme Farben ein,

alles Rauhe glätten sie mit Glanz und Sonne,

funkeln dir als Spiegel Mondes Widerschein.



Brecher überschwemmen dich mit flinken Fischen,

werfen dir ein wallend Tangkleid zu,

überschütten dich mit schöngeformten Muscheln.

Unter jeder Zufallshülle bleibst der selbe du. 



Wogen strömen nimmermüde dir entgegen,

rauschen deinen Poren Salz und Sehnsucht her,

klatschen wütend an verschlossne Wände.

Ungerührt trotzt du dem zügellosen Meer.



Widerstand lässt weiße Gischt hochschäumen,

Fluten tosen wild - erstürmen deine Grenzen nie.

Wenn im Sternenschimmer still Gezeiten träumen,

bricht aus Schweigen leise unsre Melodie.


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