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Reime auf manch Ungereimtes


Gedichte und Limericks

von Norbert Engelsiepen

lyrik
ISBN13-Nummer:
9783945725-44-3
Ausstattung:
Paperback, 204 Seiten, Format 14,8 x 21,0 cm
Preis:
11.90 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
Edition Paashaas Verlag
Leseprobe

Tierisches

 

Wurmstichhaltig

Im kleinen Brehm steht: Der gemeine

Regenwurm hat keine Beine.

Gemein? Das lässt mich aber stutzen!

Sind diese Tierchen nicht von Nutzen?

 

Wer′s glaubt

Ein Hase saß im Grase,

verharrt mit voller Blase.

Warum der arme Wicht

sich will erleichtern nicht?

Er will in mein Gedicht!

 

Tortengeschichte

Es krochen einmal zwei Maden

in einen Konditorladen:

„Lass uns versuchen

ein Stück von dem Kuchen,

dem Bäcker wird es nicht schaden.“

Doch den hört man jammern und klagen:

„Erst muss ich die Fliegen verjagen,

die zum Entsetzen

meine Kuchen besetzen,

jetzt schicken sie noch ihre Blagen.“

 

Aus dem Leben gegriffen

 

Scherbenhaufen

Er, Ehemann seit vielen Jahren,

musste irgendwann erfahren:

Die Ehe ist nicht lebenslänglich,

wenn Sie meint, sie sei vergänglich.

Er hielt immer ihr die Treue,

wollte niemals eine Neue;

dagegen nahm die Ehefrau

den Treueschwur nicht so genau.

Wer fragt, zum Ehebruch verführt,

sich noch, was wohl der Partner spürt?

Der wird ganz einfach unbewegt,

wie ein Stück Kleidung abgelegt

und bleibt mit seinem Schmerz zurück,

geopfert einem neuen Glück.

Zum Lohn für seine Seelenqualen,

muss er noch Unterhalt bezahlen,

für sie sowie für jedes Kind,

obwohl sie nicht mehr seine sind,

weil er durch Gerichtsbeschluss,

auf sie fortan verzichten muss.

 

Limericks

 

Ein Pferdefreund aus Goslar

kam nicht mit seinem Ross klar.

Statt Reiten

nur Streiten.

Weil das Pferd der Boss war.

 

Ein Ruderer aus Duderstadt

erschlägt mit seinem Ruderblatt

im Morgengrau

die Ehefrau,

denn er ist das Luder satt.

 

Ein Schwimmopa aus Eckenhagen,

will messen sich mit kecken Knaben.

Er ließ sich nicht mahnen,

bereits nach zwei Bahnen

muss man ihn aus dem Becken tragen.

Klappentext

Den Stift auf das Papier gerichtet,
gleich fließt der Einfall aus der Feder;
jetzt wird ein Gedicht gedichtet,
also los, das kann doch jeder.
Soll es sich um Liebe drehen,
Herzschmerz, Sehnen, Hoffen, Bangen?
Es will so recht kein Reim entstehen,
geschweige, aufs Papier gelangen ...


Begleiten Sie Norbert Engelsiepen durch seine ganz eigene Welt der Gedichte, Limericks und Alltagsreime in eine märchenhafte Welt zwischen tierisch Unsinnigem und wahrhaft aus dem Leben Gegriffenem.

Rezension

Lyriker haben ihre eigene Sicht der Dinge. Darum können sie das Leben, das Unniversum und den ganzen Rest auch so gut in Worte fassen. Das mag daran liegen, dass Lyriker mehr über die Welt und über das, was da so kreucht und fleucht, nachdenken. Wo es prosaisch veranlagten Menschen die Sprache verschlägt, haben Dichter einen treffenden Kommentar parat. Was sachlichen Leuten banal oder alltäglich erscheint, dient Poeten oft als Inspirationsquell.
So ist es auch bei diesem Band. Autor Norbert Engelsiepen macht sich über alles Mögliche Gedanken - und aus diesen Gedankengängen heraus schmiedet er Verse. Es findet sich Tierisches, Märchenhaftes, Unsinniges und Aus-dem-Leben-Gegriffenes in seinem Buch. Die Verse sind ulkig, dabei aber durchaus tiefsinnig, frech, aber nie verletzend, spöttisch, aber auch selbstironisch.
Eine sehr unterhaltsame Lektüre!