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> Lyrik > Eternity - Verbotene Liebe (Teil 2)
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Lyrikbücher
Buch Leseprobe Eternity - Verbotene Liebe (Teil 2), Amanda Frost
Amanda Frost

Eternity - Verbotene Liebe (Teil 2)



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Timothy


Gelangweilt schaue ich aus dem Olymp auf das tiefblaue Mittelmeer hinaus. Schaumkronen tanzen auf den Wellen, während die Sonnenstrahlen das Wasser hoheitsvoll glitzern lassen. Diese herrliche Aussicht ist momentan allerdings auch der einzige Lichtblick. Denn der langweilige Vortrag, den Zeus da gerade hält, ist so ermüdend wie eine Packung Schlaftabletten.


Aber leider können wir Götter uns dem nicht entziehen. Einmal im Jahr müssen wir einen sogenannten Statusbericht über uns ergehen lassen. Als ob es mich interessieren würde, welche Halbgötter erschaffen wurden und welcher Gott sich eine Strafe aufgrund fahrlässigen Handelns zugezogen hat.


Geistesabwesend schweifen meine Blicke durch die riesige lichtdurchflutete Halle, die mich mit ihrer Sterilität stets an ein vornehmes Krankenhaus erinnert.


All meine Kollegen sind zugegen. Nicht, dass sie eine Wahl gehabt hätten. Manche lauschen interessiert, andere starren gelangweilt zu Boden oder mustern die Decke. Hermes tippt wie üblich hektisch auf seinem Handy herum. Morpheus schläft. Was sollte der Gott der Träume auch sonst tun?


Meine Augen richten sich auf die Göttin Rhea. Sie ist und bleibt eine der schönsten Frauen, die mir jemals begegnet sind. Es ist mindestens zwanzig Jahre her, seit wir zum letzten Mal miteinander geschlafen haben. Aber warum haben wir uns eigentlich derart auseinandergelebt?


Der Sex mit Rhea war stets außergewöhnlich. Wild, leidenschaftlich, ohne jegliche Tabus. Doch im Gegensatz zu mir führt Rhea ein aufregendes Leben, ist ständig auf Achse. Vermutlich ist ihr gar nicht aufgefallen, dass wir uns seit Längerem nicht mehr nahegekommen sind.


Offenbar hat Rhea meine Blicke bemerkt, denn sie zwinkert mir verstohlen zu. Meine Laune steigt. Sieht ganz danach aus, als ob der Abend gerettet wäre.


In dieser Sekunde fällt mir auf, dass ich über Monate hinweg keine Frau angefasst habe. Wobei diese Enthaltsamkeit reinem Desinteresse geschuldet ist, nicht etwa dem Mangel an Gelegenheiten.


Ich stoße ein unterdrücktes Seufzen aus. Als ob mir nicht bewusst wäre, warum ich momentan ein so genügsames Leben führe. Überhaupt erscheint mir alles gerade trüber als jemals zuvor, denn das helle Licht, das für kurze Zeit mein Dasein erleuchtete, ist erloschen.


Fast vier Monate sind vergangen, seit ich Abigail die Erinnerung an mich genommen habe. Dennoch ist die niedliche FBI-Agentin in meinem Unterbewusstsein nach wie vor präsent.


Ich gebe es ja ungern zu, aber Abigail fehlt mir. Doch leider ist diese romantische junge Frau auf der Suche nach der ganz großen Liebe.


Ich wäre imstande, diesem wissbegierigen Geschöpf die Welt zu zeigen, womöglich sogar die Vergangenheit oder Zukunft. Obendrein könnte ich ihr beibringen, was wahre Leidenschaft bedeutet. Wenngleich mich ihre Mischung aus Unschuld und Durchtriebenheit schon heftig angetörnt hat. Mit Abby zu schlafen war jedes Mal atemberaubend. Bestimmt hätten wir beide in dieser Hinsicht noch viel Spaß miteinander haben können.


Ihr wahre Liebe zu schenken, gelingt mir jedoch nicht. Denn obwohl Abigail mich emotional berührt hat, sind große Teile meines Herzens abgestorben und daran wird sich auch nichts mehr ändern. Folglich habe ich bisher darauf verzichtet, sie zu kontaktieren. Nicht zuletzt, weil ich vermeiden möchte, dass Zeus ihr doch noch etwas antut.


Dieser beendet soeben seinen Vortrag. Erleichtert atme ich aus. Was für ein Glück! Die Tortur wäre für dieses Jahr überstanden.


Fluchtartig stürmen viele meiner Kollegen aus dem Raum. Rhea hingegen scheint alle Zeit der Welt zu haben. Hervorragend, dann werden wir diesen Ort wohl heute gemeinsam verlassen.


„Chronos, auf ein Wort!“, vernehme ich Zeus‘ Stimme, als ich gerade Anstalten mache, Rhea anzusteuern.


Ich stöhne auf. Die Gedanken an den Sex mit Abby haben mich angetörnt. Ich brauche dringend mal wieder eine Frau in meinem Bett und bin jetzt definitiv nicht in der Stimmung, mich mit irgendwelchen göttlichen Problemen auseinanderzusetzen.


Widerwillig schenke ich Zeus mein Augenmerk. „Wenn es denn sein muss. Was hast du auf dem Herzen?“


Während er seinen privaten Besprechungsraum ansteuert, signalisiert er mir durch Handzeichen, ihm zu folgen. Ich bedenke Rhea mit einem entschuldigenden Blick, ehe ich seufzend gehorche.


Wir nehmen auf zwei bequemen Sesseln Platz. Sofort versorgt uns eine bildhübsche junge Halbgöttin mit Rotwein. Meine Blicke wandern über ihre hammerharten Kurven, die unter dem weißen Kleid gut ersichtlich sind.


„Vergiss es! Das Mädchen ist nichts für dich“, brummt Zeus, nachdem sie verschwunden ist.


„Und dieses Wissen nimmst du woher?“


„Ich kenne dich lange genug, mein Freund.“


Ich führe mir einen Schluck Rotwein zu Gemüte. „Willst du mir nicht lieber sagen, um was es eigentlich geht? Ich habe heute noch etwas Wichtiges zu erledigen.“ Im Geiste stelle ich mir vor, wie ich Rhea aus ihren Klamotten schäle. Sie hat die perfektesten Brüste, die ich je in Händen gehalten habe.


„In letzter Zeit häufen sich die Beschwerden über dich.“


Ich starre in mein Glas. „Damit kann ich leben.“


Zeus schnaubt. „Und wer denkt an mich?“


Gemächlich schaue ich auf. „Auf was genau spielst du an?“


„Puh, wo soll ich anfangen?“ Mit einer Hand fährt er sich durch sein ergrautes Haar. „Wenn deine Kollegen dich bitten, irgendwelche Ereignisse rückgängig zu machen, bist du nicht gerade entgegenkommend. Auch hast du offenbar erneut einen Zeitreisenden entwischen lassen.“


Er lehnt sich zurück und wirft mir einen missbilligenden Blick zu. „Wie sehr es mir missfällt, dass du mit deinen Aktiengeschäften unablässig Politik und Wirtschaft manipulierst, weißt du. Darüber hinaus bringt deine konstant schlechte Laune mal wieder die Gezeiten durcheinander. Ebbe und Flut kommen sich ständig in die Quere. Poseidon ist unentwegt im Einsatz, um die Gewalt über die Meeresströmungen nicht zu verlieren. Flutwellen, Stürme und Überschwemmungen machen ihm das Leben schwer.“


Ich winke lässig ab. „Niemand hat behauptet, dass es spaßig ist, ein Gott zu sein. Aber wenn dieses Weichei von Poseidon nicht endlich davon Abstand nimmt, sich pausenlos über mich zu beschweren, stecke ich ihm irgendwann doch noch seinen Dreizack in den Arsch.“


Zeus schüttelt verärgert den Kopf. „Nun komm schon, Chronos, tu mir den Gefallen und konzentriere dich wieder auf deinen Job.“


„Also gut. Ich werd’s versuchen. War sonst noch was?“


Er unterzieht mich einer intensiven Musterung. „Was stimmt nicht mit dir?“


Ich erhebe mich und wandere zum Fenster. Scheinbar interessiert schaue ich aufs offene Meer hinaus. „Ich benötige einzig ein wenig Unterhaltung. Denn seit du dich einmal mehr in mein Leben eingemischt hast, ist mir diese abhandengekommen.“


Zeus seufzt. „Es liegt also an dieser FBI-Agentin?“


„Als ob du das nicht selbst wüsstest.“


„Sag jetzt nicht, du hast dich heimlich mit der Kleinen getroffen. Ist sie deinem Charme kein zweites Mal erlegen, oder was ist dein Problem?“


Ich fahre herum. „Da bist du aber so was von auf dem Holzweg. Seit dem Tag, an dem ich die Zeit zurückgedreht habe, sind wir uns nicht mehr begegnet. Denn ich habe kein gesteigertes Interesse daran, dass du sie ebenfalls tötest.“


„Und das soll ich dir glauben?“


So langsam steigt Wut in mir auf. „Ich musste ihr obendrein ihre Unsterblichkeit nehmen, schon vergessen? Also was sollte ich bitte schön mit ihr anfangen?“


„Das hat dich doch sonst auch nicht gestört, wenn du eine Frau in deinem Bett haben wolltest.“


Dieser Arsch! Zornig trete ich gegen eine Vase, die daraufhin in tausend Teile zerfällt.


Zeus runzelt die Stirn. „Dir ist schon klar, dass das Stück 5000 Jahre alt war.“


„Dann war es höchste Zeit, diesen alten Kitsch zu entsorgen.“ Ich fixiere ihn eindringlich. „Hör zu. Abigail war keine meiner Bettgeschichten, ist das klar?“


Er taxiert mich erneut stillschweigend. „So wütend habe ich dich schon lange nicht mehr erlebt. Immerhin scheinst du mittlerweile aus deiner jahrhundertelangen Lethargie erwacht zu sein.“ Er schwenkt den Rotwein in seinem Glas umher. „Jetzt verstehe ich. Du bist tatsächlich wegen dieses Mädchens so mies drauf. Jedoch anders, als ich vermutet habe. Ich kann es kaum glauben: Sie fehlt dir.“


„Kümmere dich doch um deinen eigenen Kram!“ Mein Blick fällt auf eine antike Glasschale, die auf einem Sideboard ruht.


Hastig springt Zeus auf und reißt sie an sich. „Oh, nein, mein Guter. Die ist noch kostbarer als die Vase.“


Verständnislos schüttle ich den Kopf. „Als ob das heutzutage noch eine Rolle spielen würde. Kennst du eigentlich IKEA?“


„Deine neue Geliebte?“


„Knapp daneben. Aber falls du die Vase ersetzen willst, dann schau mal dort vorbei. Da wirst du schon etwas Passendes finden. Kann ich jetzt gehen?“


Er seufzt. „Versprich mir, wieder ein wenig umgänglicher zu werden. Abgemacht?“


„Wir werden sehen.“


 


Keine Stunde später läute ich an einer Wohnungstür in einem feudalen Pariser Altbau.


Ein interessiertes Glitzern blitzt in Rheas Augen auf, als sie die Tür öffnet. „Chronos, was für eine schöne Überraschung. Ich dachte schon, ich hätte deine Blicke falsch gedeutet.“ Sie geht einen Schritt beiseite und vollführt mit dem Arm eine einladende Geste. „Tritt ein in meine bescheidene Hütte!“


„Entschuldige die Verzögerung, aber ich musste mir vorab noch eine Moralpredigt unseres Göttervaters anhören.“ Meine Blicke wandern über Rheas glänzendes schwarzes Haar hinweg und heften sich auf ihr ausladendes Dekolleté.


Prompt beschleunigt sich mein Pulsschlag. An dieser Frau ist einfach alles perfekt. Dass sie eins der bekanntesten Models der Welt ist, erscheint mir nicht verwunderlich.


Kurz bin ich versucht, sie bäuchlings auf einen der luxuriösen Glastische im Flur zu werfen, ihr den Rock hochzuschieben und sie hemmungslos zu nehmen. Ich kenne ihre Vorlieben. Sie würde ein solches Vorgehen zu schätzen wissen.


Ein pikantes Lächeln zuckt um ihre Lippen. „Lass uns doch vorab einen Schluck trinken, ehe du mich mit Haut und Haaren verschlingst. Champagner oder Rotwein?“, erkundigt sie sich und steuert eine hypermoderne Bar in ihrem Wohnzimmer an.


Während ich ihr folge, ruhen meine Blicke auf ihrem Arsch, der in diesem kurzen schwarzen Rock die geheimsten Männerträume entfacht. „Champagner klingt gut.“


Sie greift nach einer sündhaft teuren Flasche, die in einem Sektkühler verharrt, und füllt zwei Gläser. Die Diamanten auf ihren langen Fingernägeln glitzern verführerisch.


„Was macht dir zu schaffen?“, will sie wissen, nachdem wir auf ein knallrotes Ledersofa gesunken sind.


„Bin ich wirklich so leicht zu durchschauen?“


Sie legt den Kopf schief. „Chronos, ich kenne dich seit Tausenden von Jahren.“


Ich versuche erst gar nicht, es abzustreiten, denn Rhea kann man nicht belügen. „Ich denke, ich brauche mal wieder einen Hauch Abwechslung in meinem Leben. New York kenne ich mittlerweile in- und auswendig.“


„Wann hast du zum letzten Mal in Paris gelebt?“


„Hmm, das ist lange her. Siebzehntes Jahrhundert. Ich mochte die Promiskuität des Sonnenkönigs.“


Sie schmunzelt. „Wem sagst du das? Meinst du vielleicht, es hat sich hier seitdem viel geändert? Ein paar Jahrzehnte kann man es in der Stadt der Liebe problemlos aushalten.“


Ich nicke. „Hört sich gut an. Ich werde darüber nachdenken. Und bei dir, alles in Ordnung?“


Ein leises Seufzen entfährt ihr. „Ich werde auch bald wieder eine Veränderung benötigen, ehe den Leuten auffällt, dass ich nicht altere. Es ist ein Nachteil, so in der Öffentlichkeit zu stehen wie ich. Ich kann schlecht allen Menschen die Erinnerung nehmen. Also muss ich einmal mehr den Beruf oder mein Aussehen wechseln. Und das, obwohl ich mich gerade pudelwohl fühle.“ Ihre protzigen Ohrringe schimmern, während sie missmutig den Kopf schüttelt. „Zu dumm.“


Ich lasse meinen Blick provozierend über ihren Körper schweifen, ehe ich ihr in die Augen schaue. „Ich würde es sehr bedauern, wenn du dein Erscheinungsbild verändern müsstest.“


„Dein Charme und deine Direktheit haben mir gefehlt. Warum ist der Kontakt zwischen uns eigentlich abgebrochen?“ Lächelnd stellt sie ihr Champagnerglas auf dem Tisch ab, erhebt sich und bewegt sich mit dem bestbezahlten Hüftschwung der Welt auf mich zu.


Augenblicklich zieht sie mich in ihren Bann. Fast hatte ich vergessen, wie faszinierend es sein kann, sich mit einer rattenscharfen Göttin einzulassen.


Ich schmunzle. „Diese Frage habe ich mir heute auch schon gestellt.“


Ihre Hände gleiten spielerisch über ihre Brüste hinab, ehe sie ihren Rock ein Stück nach oben rafft. Als ich erkenne, dass sie der Gewohnheit treu geblieben ist, keine Unterwäsche zu tragen, werde ich hart. Steinhart.


Sie hält sich an meinen Schultern fest, während sie auf meinen Schoß klettert und sich rittlings auf mich setzt. Der Duft ihres schweren Parfums umhüllt mich und erinnert mich an vergangene Zeiten.


Als sie mich küsst, klappen meine Augenlider zu.


Was für ein Genuss! Rhea schmeckt im wahrsten Sinne des Wortes göttlich. Allein ihre Lippen geben einem Mann das Gefühl, auf direktem Weg dem Himmel entgegenzuschweben.


Zudem ist sie eine Meisterin der Verführung. Ihre warme Zunge neckt mich, fordert mich heraus. Binnen kürzester Zeit werden ihre Küsse verlangend und sinnlich.


Sie lässt keinen Zweifel daran, wer hier gerade den Takt angibt. Ein kleiner Machtkampf, den ich nur zu gerne verliere. Von einer Frau, die weiß, was sie tut, dominiert zu werden, ist nicht das Schlechteste.


Verführerisch lässt sie die Knöpfe meines Hemdes aufspringen, bevor sie mit ihren Fingernägeln über meinen entblößten Brustkorb kratzt. „Einfach perfekt“, haucht sie, während ihr Blick über meine nackte Haut wandert.


Hastig ziehe ich ihr das Shirt über den Kopf und knete ihre prallen Brüste. Sie stöhnt kehlig, als ich eine ihrer Brustwarzen in meinen Mund sauge.


Fordernd öffnet sie meine Hose. Mit gekonntem Griff massiert sie meinen Schwanz, der bereits kurz vorm Explodieren steht.


Puh, es fällt mir gerade echt schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren. „Rhea, Vorsicht. Es ist einige Zeit her.“


„Dachte ich mir schon“, schnurrt sie. Kommentarlos spreizt sie ihre Beine ein weiteres Stück und sinkt auf mich herab. Ein heiseres Stöhnen entfährt mir, während ich problemlos in sie hineingleite.


Als sie anfängt, sich zu bewegen, packe ich sie an den Hüften und bremse sie ein. „Lass sie mich vergessen!“


Sie wirft mir einen traurigen Blick zu. „Es hat sich also nichts geändert?“


Ich schüttle den Kopf.


Sanft legt sie mir eine Hand auf die Stirn.


Rhea ist nicht nur in der Lage ihre Gestalt zu verändern, sie kann obendrein Gedanken lesen und manipulieren. Demzufolge ist sie die einzige Frau, mit der ich normalen Sex haben kann, denn sie nimmt mir währenddessen die Erinnerung an Sophia.


Als ein Blitz durch meinen Kopf jagt, schließe ich für eine Sekunde die Augen. Als ich sie wieder öffne, kann ich die Position vorbehaltlos genießen.


Ich halte vor Erregung die Luft an, als Rhea ihr Becken kreisen lässt. „Himmel noch mal, Rhea“, keuche ich, „das fühlt sich zu gut an.“


Um die Kontrolle nicht vollständig zu verlieren, verstärke ich meinen Griff um ihre Hüften und übernehme die Führung. Leise stöhnend kommt sie jeder meiner Bewegungen entgegen, was mächtig an meiner Selbstbeherrschung zehrt. Während ich kraftvoll in sie hineinstoße, blicke ich ihr tief in die Augen. Dummerweise schweifen meine Gedanken in dieser Sekunde ab. Ich sehe ein paar faszinierende grüne Augen vor mir, die so gar nichts mit Rhea gemein haben.


Verdammt, was ist nur mit mir los? Ich werde gerade von einer der schönsten Frauen der Welt um den Verstand gevögelt und im Geiste bin ich bei Abigail.


Rhea bemerkt, dass mich etwas beschäftigt und hält inne. „Was ist dein wahres Problem, Chronos?“


„Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich zum letzten Mal einer Frau beim Sex in die Augen gesehen habe“, versuche ich mich herauszureden.


„Willst du mich lieber von hinten?“


Ich schüttle den Kopf. „Nein, alles gut. Verzeih mir, ich war gerade ein wenig abgelenkt.“


Ehe ich es verhindern kann, legt sie mir erneut die Hand auf die Stirn. Ungläubig starrt sie mich an. „Wer ist Abigail?“


Ich seufze. „Eine Sterbliche, nicht der Rede wert.“


„Dieses schwache Menschlein scheint dir aber ganz schön den Kopf verdreht zu haben.“


Ich zucke mit den Schultern. „Ziemlich verfahrene Situation. Ich darf sie nicht mehr treffen, sonst wird Zeus sie töten.“


Sie lässt zischend die Atemluft entweichen. „Autsch. Manchmal hasse ich diesen Typen geradezu. Wie wäre es, wenn du das hier erst einmal zu Ende bringst und mir danach deine Geschichte erzählst?“ Sie wirft mir einen betont strengen Blick zu. „Ich würde es übrigens begrüßen, wenn du deine Aufmerksamkeit jetzt wieder mir widmen würdest.“


Ich grinse. Rhea ist einfach klasse. Sie ist mehr für mich als eine gelegentliche Affäre, denn sie ist ungelogen die beste Freundin, die ich habe. Vielleicht tut es ja wirklich gut, einmal mit jemandem darüber zu reden.


„Geht klar.“ Ich lege meine Hände um ihren Hintern und stoße fest in sie hinein.


Rheas sinnliches Stöhnen ist Musik in meinen Ohren. Für kurze Zeit gelingt es mir, Abigail aus meinem Kopf zu verdrängen.


 


Ein paar Tage später spaziere ich über die Fifth Avenue in New York, um meine Garderobe ein wenig aufzupeppen. Zwar quellen meine begehbaren Schränke über, aber mir steht der Sinn zurzeit in jeglicher Hinsicht nach Abwechslung.


Meine Gedanken kreisen um Rhea. Nach dem Sex haben wir stundenlang geredet. All die Probleme, mit denen ein Gott tagtäglich konfrontiert wird, kamen auf den Tisch. Ein überaus befreiendes Gespräch, das uns beiden guttat. Danach sind wir in Rheas überdimensionalem Bett gelandet, wo wir uns bis in die frühen Morgenstunden vergnügt haben. Sex mit ihr ist nach wie vor ein wahres Feuerwerk. Daher haben wir entschieden, uns von nun an wieder häufiger zu treffen. Diese Aussicht hat meine trübe Laune in den letzten Tagen tatsächlich ein wenig gebessert.


Ehe ich mich von Rhea verabschiedet habe, hat sie mir meine Erinnerung an Sophia zurückgegeben. Ich möchte Sophia nicht auf Dauer vergessen, sonst hätte ich Rhea schon vor langer Zeit darum gebeten, mir meine große Liebe komplett aus dem Gedächtnis zu löschen. Doch ich finde, das hat Sophia nicht verdient. Sie soll für alle Ewigkeit Bestandteil meines göttlichen Daseins bleiben.


Ein verwirrender Gedanke schießt mir durch den Kopf: Was, wenn ich Nägel mit Köpfen machen und das Verhältnis zu Rhea vertiefen würde?


Im Prinzip sind wir uns sehr ähnlich. Wir lieben Macht, Luxus und hemmungslosen Sex, wobei wir zu jeder Schandtat bereit sind. Obendrein sind wir gebildet und kennen die ganze Welt, vollkommen gleich, um welche Epoche es sich handelt. Das hätte zudem den Vorteil, dass ich fortan nicht ständig irgendwelche Frauen aufreißen müsste, um meine Bedürfnisse zu befriedigen. Denn die sexuelle Anziehungskraft zwischen Rhea und mir ist seit Jahrtausenden ungebrochen.


Für uns beide gibt es nichts Schlimmeres als Monotonie und Langeweile. Im Gegensatz zu mir unterliegt Rhea noch nicht einmal einer göttlichen Pflichterfüllung. Aus Gründen der Unterhaltung trieb sie sich daher während der letzten Jahrhunderte grundsätzlich im Showgeschäft oder der Modebranche herum.


Im Grunde genommen wäre sie das Beste, was mir passieren könnte. Hier geht es nicht um Liebe oder ewige Treue, aber wir könnten uns wundervoll ergänzen. Rhea würde darüber hinaus nicht ständig von Hunderten von Idioten angegraben werden, und Typen wie dieser Poseidon würden es womöglich unterlassen, sich unablässig bei Zeus über mich zu beschweren. Denn dass Rhea jeden Widersacher allein durch ihre Gaben problemlos in den Wahnsinn treiben kann, ist allseits bekannt. Unter ihrem Zorn mussten bereits Götter, Könige sowie hochrangige Politiker und Wirtschaftsbosse leiden.


Zugegeben, jeder von uns Göttern hat so seine Hobbys, auch wenn sie häufig alles andere als seriös sind.


Gedankenverloren marschiere ich voran, wäge das Für und Wider einer solchen Beziehung ab. Wie so üblich ist die Fifth Avenue extrem belebt. Tausende von Touristen drängen sich vor den Fensterscheiben und rauben uns New Yorkern mal wieder den letzten Nerv. Gerade will ich ein mondänes Schuhgeschäft betreten, als sich eine kleine Gruppe junger Frauen lautstark lachend aus dem Laden schiebt.


Irritiert halte ich inne. Zum Teufel, New York ist bald auch nicht mehr das, was es einmal war, wenn jetzt schon gewöhnliche Touris in die exklusive Modeszene einfallen.


Eine wasserstoffblonde Lady kollidiert mit mir. Sie wirbelt herum und mustert mich interessiert. Anstatt sich zu entschuldigen, stößt sie einen anerkennenden Pfiff aus.


Ich verdrehe die Augen. So haben sich die Zeiten geändert. Manchmal weiß ich echt nicht, ob ich Emanzipation gutheißen soll.


Durch den Pfiff aufmerksam geworden, wenden sich mir nun auch die drei anderen Frauen zu.


Ich erstarre. „Abigail!“, entfährt es mir, als ich in ein grünes Augenpaar blicke. Für einen Moment scheint die Zeit stillzustehen. In meiner Brust breitet sich ein wohliges Ziehen aus, ehe mein Herz wie ein Dampfhammer schlägt.


Abigail starrt mich verwundert an. „Kennen wir uns?“


In dieser Sekunde erlange ich meine Fassung zurück.


Fuck, ich bin ein solcher Idiot!


Bei ihrem unverhofften Anblick hat mein Gehirn kurzzeitig ausgesetzt. Wie in aller Welt soll ich mich jetzt unauffällig aus der Affäre ziehen?


„Natürlich nicht, entschuldigen Sie. Eine Verwechslung.“ Hastig mache ich auf dem Absatz kehrt und eile davon.


Doch schon nach wenigen Metern greift eine schmale Hand nach meinem Oberarm. „So warten Sie doch! Woher kennen Sie mich?“


Ich halte inne, schaue Abigail erneut in die Augen und kämpfe gegen den Drang an, sie in meine Arme zu reißen und bis zur Ohnmacht zu küssen.


Ihre Gesichtszüge sind mir so vertraut. Ihr blumiger Duft steigt mir in die Nase und benebelt meine Sinne. Unter einem geöffneten Mantel trägt sie ein glitzerndes Minikleid. Ich kann nur erahnen, dass sie mal wieder mit ihren Freundinnen unterwegs ist, um irgendwelche Klubs aufzumischen.


Meine Blicke wandern über ihre herrlichen Rundungen hinab, bis zu ihren bestrumpften Beinen. Bei der Vorstellung, dass sie ihre Schenkel noch in dieser Nacht um einen anderen Kerl schlingen könnte, steigt Zorn in mir auf.


Ich zwinge mich, ihr wieder ins Gesicht zu sehen. Die Fragezeichen in ihren großen grünen Augen tun mir in der Seele weh. Allein die Tatsache, dass sie sich weder an unsere heißen Küsse noch an den unglaublichen Sex erinnern kann, treibt mich förmlich in den Wahnsinn.


Ich räuspere mich und versuche, betont lässig zu klingen: „Ich sagte doch, eine Verwechslung.“


Sie runzelt die Stirn. „Sie haben mich mit einer Frau verwechselt, die mir offenbar ähnelt und darüber hinaus meinen Namen trägt. Das soll ja wohl ein Witz sein. Wollen Sie mir nicht lieber die Wahrheit verraten?“


Wäre die Situation nicht derart verfahren, würde ich jetzt in schallendes Gelächter ausbrechen. Nun weiß ich wieder, was mir gefehlt hat. Ihr rasiermesserscharfer Verstand, ihre Penetranz und natürlich ihre erfrischende Spontanität. Doch die größte Faszination übte sie stets auf mich aus, wenn ihre Augen vor Begeisterung strahlten wie kostbare Smaragde.


Ich zucke mit den Schultern. „Kaum zu glauben … Zufälle gibt es. Aber entschuldigen Sie mich jetzt bitte, ich habe etwas Dringendes zu erledigen.“ Abermals wende ich mich ab und marschiere energischen Schrittes davon.


 


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