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Lyrikbücher
Buch Leseprobe BEIM ERSTEN ANBLICK, Alexander Remde
Alexander Remde

BEIM ERSTEN ANBLICK



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Erschöpfung


 


Immer wenn ich Erschöpfung spüre ohne körperlich hart gearbeitet zu haben, ohne andauernde Konzentration mir abzuverlangen, sondern einzig mich matt vom Erlebten fühle, ist ein weiterer Schritt getan hin zu mir. Wie der Muskel durch Gebrauch wächst, entsteht mein Ich durch das bewusste Spüren der Gefühle, die mich durchs Leben schleudern. Schwindel weicht der Stärke; fallen, aufstehen und mit noch festerem Griff die eigene Hand greifen. Mit den Jahren wird das Inmichsehen, das Michhören immer möglicher und die Zeit fließt viel schneller, ohne dass ich mich älter fühle. Tränen können Besitz ergreifen, wie das tägliche Lachen; weder das Eine noch das Andere ist besser oder schlechter. Jeder winzige Schritt hin zu meiner persönlichen Vollkommenheit, die sich nie nach anderen Idealen definiert, beinhaltet beides, freuen und leiden. Und so gestehe ich mir die zeitweiligen Ohnmachten mittlerweile zu. Die Intensität macht das Glück und die Verzweiflung zum wirklichen Erlebnis. Dem Moment des Fallenlassens, des Loslassens, des Ergriffenseins zu gestatten, sich mit aller Kraft auszubreiten, ist mir in jungen Jahren unendlich schwerer gefallen, als mich zum Unglück zu bekennen; konnte ich doch die Verantwortlichkeit für letzteres Anderen beiordnen. Es ist eine Erfahrung: Gutes anzunehmen, will gelernt sein. So wie die Akzeptanz für die Nachhaltigkeit beider Zustände steigt, so sinken die Abhängigkeiten, ob gewollt und gesucht oder gezwungen. Einmal den Blick für diese Definition des Lebens geschärft, kann mit innerster Zufriedenheit alles angenommen werden. Es wird gelingen, was ich mir denke, ohne das ich das Ende kenne oder weiß, wann es fertig ist. Die Kunst, sich Pausen hinzugeben, auch das Nichts als Zeiteinheit zu begreifen, erzeugt den Brennstoff, den ich benötige, um die Drehzahl meines täglichen Motors den Launen meiner Umgebung anzupassen.


Es gibt keinen Grund, das Glas meines Lebens mit Menschen zu füllen, die mich nicht akzeptieren, wie ich bin. Die Anpassen verlangen, um zu geben, was sie Liebe nennen. Das langsame, Jahre währende Verbiegen des ursprünglichen Stamms, wird jeden Baum allen anderen angleichen und einen Wald entstehen lassen, in dem wir uns verirren und verlieren. Es warten so viele Genüsse auf mich, Seelen, mit mir verwandt. So viele Geschmäcker kennt meine Zunge nicht, so viele Landschaften haben meine Augen nicht gesehen und so viele Lieder haben meine Ohren nicht vernommen, wie ich Sehnsüchte spüre. Damit fülle ich meinen Kelch, mit den sogenannten Zufällen, die nichts weiter sind, als die Quintessenz meiner Gefühle, meiner Gedanken und meiner Wünsche. Und endlich mit der Fähigkeit, Liebe zu geben, ohne besitzen zu wollen; Liebe zu empfangen, ohne besessen zu sein.


 


 


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