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Lyrikbücher
Buch Leseprobe Als flöge meine Seele, Susanne Plitzko-Sié
Susanne Plitzko-Sié

Als flöge meine Seele


Märchen und Gedichte

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Leseprobe:
Susanne Plitzko-Sié: Als flöge meine Seele – Märchen und Gedichte

Originalausgabe September 2011, Edition Paashaas Verlag - www.verlag-epv.de


ISBN: 978-3-942614-00-9, 13,20 €



Wunderland ist überall


 


Es war einmal eine kleine Fee namens Coriana, die lebte in Wunderland. Es war ein wunderschönes Land, voller Träume, Wärme und Sonne.


Die kleine Fee Coriana hatte ihr ganzes Leben dort verbracht und hatte nur sehr selten die Welt der Menschen betreten.


Sie liebte Wunderland und konnte sich keine andere Heimat vorstellen.


Doch seit einiger Zeit ging es Coriana nicht gut. Träume verwandelten sich in Alpträume, manchmal war ihr so kalt, dass sie fröstelte, und die Sonne war hinter einem Nebelschleier verborgen.


 


Eines Tages war es besonders schlimm, und sie nahm ihr Herz in die Hände und ging zu Mesander, einem weisen und alten Inselkönig. „Guten Tag, Mesander", sagte sie, „was ist nur mit mir los? Keine Nacht kann ich mehr schlafen, mir ist so kalt, dass es mich fröstelt, und die Sonne kann ich nur noch erahnen."


„Liebe Coriana", antwortete Mesander, „was hältst du da in der Hand?" „Oh, das ist nur mein Herz, Mesander", sagte Coriana, „ich habe es herausgenommen und es für alle sichtbar gemacht. Ich dachte, dann ist wenigstens ein bisschen Licht im Dunkel." Der alte Weise wiegte bedächtig seinen Kopf und fragte dann: „Warum bist du traurig, Coriana?" „Ich bin traurig, weil ich alleine bin", flüsterte Coriana, „so schrecklich alleine."


„Und warum bist du alleine?"


„Weil ich so traurig bin", sagte Coriana mutlos. „Dann weißt du doch die Lösung", sprach Mesander. „Pack die Traurigkeit und die Angst in einen kleinen Sack, stell ihn zu der kleinen Eiche, die an der Straße der Hoffnung steht, und du wirst sehen, dass dein Herz viel leichter ist."


Und die kleine Fee tat, was der Inselkönig ihr geraten hatte. Sofort fühlte sie, dass ihr Herz erleichtert war, und frohgemut ging sie nach Hause.



Doch nach wie vor konnte sie nicht schlafen, und sie spürte einen grenzenlosen Schmerz.


Wieder nahm Coriana ihr Herz in die Hände und machte sich auf den Weg. Da traf sie die kleine Elfe Sylvaria. Diese fragte ganz verwundert: „Arme Coriana, du siehst ja furchtbar aus, was ist mit dir?"


„Ach, kleine Elfe, mein Herz tut so weh. Es ist verwundet, und wenn ich es schlagen höre, kann ich fühlen, wie es aus dem Takt ist. Ich habe es herausgenommen und für alle sichtbar gemacht."


„Ja sag mal, warum ist es denn aus dem Takt?",  fragte Sylvaria.


„Ach, das ist eine lange Geschichte", sagte die kleine Fee. „Ich hab mein Herz verschenkt, und es wurde übel behandelt. Nun ist es voller Narben und Risse, es ist kein schönes Herz mehr. Noch leuchtet es ein bisschen im Dunkel, aber es schlägt nicht mehr im Takt."


Die kleine Elfe schaute sie lange an. Dann sprach sie: „Unten im Wald der Ruhe wachsen kleine Blüten. Es sind die Blüten der Zuneigung, sie lindern den Schmerz und heilen, was verwundet ist. Geh dort hin, pflück sie und lege sie an dein Herz - du wirst sehen, es wird dir gut tun."


 


Und die kleine Fee tat, was die Elfe ihr geraten hatte. Sofort fühlte sie, dass ihr Herz sich beruhigte, und frohgemut ging sie nach Hause.


Doch immer noch konnte sie nicht schlafen, und sie spürte eine riesengroße Sehnsucht.


Wieder nahm Coriana ihr Herz in die Hände und machte sich auf den Weg. Unterwegs traf sie die kleine Libelle Milinde. Diese schaute sie an und zirpte: „Ich sehe schon, ich sehe schon. Dein Herz, welches du da auf deinen Händen trägst - es ist so voller Sehnsucht, dass es zu platzen droht."


„Ja,", antwortete Coriana verwundert, „das stimmt! Woher weißt du das?"


„Ach, kleine Fee, ich hatte auch einmal ein solches Herz. Es ist geplatzt vor Sehnsucht, und dann musste ich die Überreste einsammeln und mir daraus ein neues Herz machen. Das ist gar nicht so einfach, und noch heute zwickt es mich manchmal an den Stellen, wo ich es zusammengefügt habe." Erschrocken fragte die kleine Fee: „Was kann ich nur tun, damit mein Herz nicht vor Sehnsucht platzt?"


Die kleine Libelle Milinde zwinkerte ihr zu und flüsterte dann: „Das ist ganz einfach: Geh zum See der Träume. Setz dich ans Ufer, warte ein Weilchen und lass die Träume auf dich wirken. Du musst ganz leise sein, sonst wirst du es überhören."


„Danke, Milinde", sagte die kleine Fee gerührt, „ja, das werde ich tun!"


 


Und die kleine Fee tat, was die Libelle ihr geraten hatte. Sie setzte sich an das Ufer am See der Träume, schloss die Augen  und war ganz leise und wartete.


Da hörte sie auf einmal wunderbare Musik, erst klang es wie der Hauch des Windes, dann erfüllten die Melodien ihr Herz.


Und die Musik nahm ihr Herz und tauchte es in den See der Träume. Tiefer, immer tiefer tauchten das Herz und die Musik. Schließlich kamen sie auf den Grund des Sees. Dort lag eine wunderschöne Perle, die herrlich schimmerte im Dunkel. Die kleine Fee vergaß die Sehnsucht, vergaß den Schmerz, vergaß die Traurigkeit. Und die Musik nahm die Perle und fügte sie zu ihrem Herzen. Es passte perfekt, und die Harmonie erfüllte alle Sinne. Es war die Perle der Träume, und wer sie im Herzen hatte, konnte mit der Sehnsucht leben.


 


Die kleine Fee saß am Ufer des Sees der Träume und fühlte, wie ihr Herz wieder zu leben begann.


Als Coriana die Augen wieder aufmachte, sah sie Töne wie eine goldene Leiter vor ihr stehen. Zögernd ergriff sie die Sprossen und kletterte an der Melodie empor. Höher, immer höher stieg die Leiter der Töne. Schließlich kam sie auf einem hell leuchtenden Stern an. Es glitzerte und funkelte nur so von den Sternenteilchen. Und die kleine Fee vergaß  den Schmerz und   die Traurigkeit. Und die Musik nahm die Sternenteilchen und fügte sie zu ihrem Herzen. Es war ein herrliches Bild, und das Herz erstrahlte wunderbar hell. Es waren die Funken der Liebe, und wer sie im Herzen hatte, konnte mit dem Schmerz leben.


 


Die kleine Fee saß auf dem Stern und fühlte, wie ihr Herz wieder stark wurde.


Und die Musik ergriff sie und nahm sie mit auf eine lange Reise. Weiter, immer weiter tanzten die Melodien auf ihrem Weg. Lächelnde Blumen und ein bunter Regenbogen säumten ihren Weg. Und die kleine Fee vergaß die Traurigkeit. Die Musik pflückte eine leuchtend gelbe Sonnenblume und fügte sie zu ihrem Herzen. Es war ein wunderschönes Bild, wie harmonisch die Perle, die Sternenteilchen und die Sonnenblume in das Herz der kleinen Fee passten. Es war die Sonnenblume der Freude, und wer sie im Herzen hatte, konnte mit der Traurigkeit leben.  So kam es, dass die kleine Fee Coriana wieder in Wunderland ankam, und es war wieder ein Land voller Träume, Wärme und Sonne. Und jeden Tag tanzte die kleine Fee anmutig zu den Melodien, die sie im Herzen hatte.


Als flöge meine Seele


 


manchmal ist mir


als flöge meine Seele davon


über den Wolken


in der Wärme der Sonnenstrahlen


der Hoffnung entgegen


 


wenn Gedanken sich verrennen


und Gefühle sich überschlagen


wenn das Herz zu voll ist


und die Seele so leer


dann ist mir


 


als flöge meine Seele davon


über den Wolken


in der Wärme der Sonnenstrahlen


der Hoffnung entgegen


 


wenn der Alltag zur Last wird


und die einfachsten Dinge


nur schwer zu tragen


wenn ich einfach nur da bin


aber nicht wirklich hier


wenn ich rede, spreche und schreibe


aber die Worte nur Worte sind


als Hülle des Nichts


wenn der Stuhl, auf den ich mich setze


das Einzige ist, was hält


und ich sonst den Boden verliere


und falle


dann wünsch ich mir


 


als flöge meine Seele davon


über den Wolken


in der Wärme der Sonnenstrahlen


der Hoffnung entgegen


 


wenn das Schweigen zu laut ist


und ich mir allein zu viel bin


wenn ich die Augen zu mach


und alles doppelt scharf seh


wenn ich alle Fenster und Türen öffne


und trotzdem ist alles zu


dann stell ich mir vor


 


als flöge meine Seele davon


über den Wolken


in der Wärme der Sonnenstrahlen


der Hoffnung entgegen


 


wenn die Freude trotzdem noch da ist


und die Liebe alles durchdringt


wenn ein Band sich unsichtbar windet


und alle Last aushält


wenn sich zwei Seelen berühren


und Kostbares teilen


dann fühl ich


 


als flöge meine Seele davon


über den Wolken


in der Wärme der Sonnenstrahlen


der Hoffnung entgegen.


 


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