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Kultur Bücher
Buch Leseprobe MONSTER, Michael Dullau
Michael Dullau

MONSTER


Ungeklärte und rätselhafte Todesfälle

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DOPPELMORD


 


»Da ist ja meine 90-jährige Oma schneller – und die sitzt im Rollstuhl und ist fast blind!«, polterte der Hauptfeldwebel der Grenzkompanie Steudach.


Er nahm sich die Schirmmütze vom Kopf und wischte sich den Schweiß vom spärlichen Haaransatz.


Die haben die Kompanie schon wieder überheizt, diese Deppen!, dachte er. Wir haben schon April und die feuern noch immer wie die Waschweiber im Winter! Na, denen würde er gleich mal richtig einheizen! Aber erst einmal waren diese drei Kandidaten hier daran!


Der Hauptfeldwebel setzte seine Mütze wieder auf.


»Bis 18:00 Uhr wollt ihr für das bisschen Zaunflicken rausschinden?!«, schnauzte er.


»Das muss bis zum Mittag geschafft sein! Wir sind hier doch nicht in einer Versehrtenkompanie!«


»Gestatten Sie, dass ich spreche, Genosse Hauptfeldwebel?«, fragte Unteroffizier Manfred Alte, einer der drei Soldaten, die vor dem Hauptfeldwebel strammstanden.


Der Hauptfeldwebel bedeutete ihm mit einer Handbewegung zu sprechen. Dieser Alte war mit Vorsicht zu genießen, dachte er, soll ein Zuträger der Staatssicherheit sein.


»Genosse Hauptfeldwebel, bis zum Mittag ist das nicht zu schaffen. Der Sturm hat zwei Holzpfähle umgerissen, die wahrscheinlich komplett ersetzt werden müssen. Und wenn das der Fall ist, dann müssen auch die Stacheldrähte komplett neu gespannt und verankert werden. Dafür benötigen wir die Zeit bis zum Abend.«


Hm, der Hauptfeldwebel überlegte. Wenn ich denen nicht die Zeit bis zum Abend gebe, dann dreht dieser Alte das womöglich so, dass sie nicht genügend Zeit zur Reparatur der Grenzanlagen hatten und damit auch den Kampfauftrag zum Schutz unserer Staatsgrenze nicht erfüllen konnten. Dann bin ich der Gelackmeierte. Wegen ein paar Stunden. Andererseits, zu viel nachgeben darf man dem auch nicht, sonst tanzt der einem später auf der Nase herum.


Der Hauptfeldwebel hatte die Arme auf den Rücken verschränkt und ging während seiner Überlegungen vor den drei Soldaten auf und ab.


»Na schön!«, sagte er schließlich und rückte seine Schirmmütze gerade und prüfte mit der Handkante den korrekten mittigen Sitz über der Nasenwurzel.


»Sie bekommen Zeit bis heute Abend! Aber Punkt 18:00 Uhr – inklusive Rückweg – sind Sie alle drei wieder in der Kompanie! Verstanden?!«


Die beiden Grenzsoldaten Fittkau und Tilscher, die mit dem Unteroffizier in einer Front strammstanden, stießen sich gegenseitig an und grinsten.


»Und Sie, Unteroffizier Alte!«, sagte der Hauptfeldwebel und stieß ihm seinen Zeigefinger in die Brust. »Sie sind mir für die Arbeiten und die Einhaltung des Zeitplans verantwortlich! Verstanden?!«


»Jawohl, Genosse Hauptfeldwebel!«, antwortete Alte.


»Wegtreten!«, befahl der Hauptfeldwebel.


Die drei Soldaten machten sich auf den Weg zum Kompanieausgang.


»Wieder einen Tag geschafft ohne diesen Sacktreter«, flüsterte Tilscher Fittkau zu.


»Ja, dieser Tag ist gedient und kann abgehakt werden«, gab Fittkau leise zurück und rieb sich die Hände.


* * *


Sie wollten gerade die Ausgangstür des Kompaniegebäudes öffnen, da stand plötzlich der Kompaniechef im Türrahmen.


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