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Kultur Bücher
Buch Leseprobe Jerusalem um 1850, Stephan Doeve
Stephan Doeve

Jerusalem um 1850



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In unbeschreiblicher Gefühlsaufregung traten wir durch das


Thor, die sich nur bei dem Morgenländer und bei dem Abendländer


aus verschiedene Weise äußerte. Während ich ganz still und in mich


versunken sürbaß schritt, jubelte ein Theil der Gesellschaft in den


seltsamsten Tönen und Worten, ein anderer Theil schrie wie besessen,


Andere vergossen Ströme von Thränen, Viele zogen vor dem Thore


die Schuhe aus und betraten die Stadt barfuß, in tiefster Demuth;


und so that jeder nach seiner besonderen Stimmung.


 


Jerusalem, von den Arabern »Beit-el Khoddes« (die heilige


Stadt) genannt, ist auf den einzelnen Hügeln eines sanftansteigenden


 Bergabhanges erbaut. Das Gebirge, zu welchem er gehört,


erstreckt sich bis zum mittelländischen Meere, da man bis nach dem


zwei Tagereisen entfernten Jasfa an der Meereskiiste immer berg-


auf steigen muß. Der größere Theil der Häuser liegt auf einem


mäßigen Hügel, der nach Ost, Süd nnd West mit zusammenhängen-


den tiefen Thälern und dann weiter hinaus mit höheren Bergen


umgeben ist, während nach Norden zu eine schiefe Fläche mit einer


freien Aussicht in das Land hinstreicht. Die Stadt hat einen Um-


fang von etwa zwei Stunden und macht, aus der Ferne gesehen,


durch die majestätischen Kuppeln der Moscheen und Thürme, welcheüber die andern Häuser hervorragen, einen ergreifenden Eindruck.


Allein in der Nähe verschwindet jeder Anschein von Größe. Einst


war sie groß und mächtig, jetzt gleicht sie einem Grabe in der


Wüste. Man glaubt das Reich des Todes zu betreten; das Auge


ruht auf einer einförmigen, unfruchtbaren Gegend, in der alle


Elemente des Lebens erstorben scheinen. Und eine unerklärliche


Traurigkeit beschleicht die Seele des Wanderers beim Anblick der


Fülle menschlichen Jammers und Elends, die sich hier angehäuft


 hat. Und man meint die Verwirklichung des Fluches zu sehen, der


an der unglücklichen Stadt Davids ruht und sie verdammt, in


ewigen Todeszuckungen zu leben. Die Straßen sind größtentheils


enge und unregelmäßige Durchgänge, die Häuser viereckig, niedrig,


und meist aus Lehmbacksteinen und ohne Kunst und Schmuck er-


baut, ohne Ordnung an einander gereiht, ohne Fenster nach außen,


von einem flachen, terrassenförmigen Dache überdeckt, über welches


sich nur hier und da eine kleine Rotunde erhebt. Aber fast jeder


Schritt in ihr gibt Veranlassung zu heiligen Betrachtungen, und jedes Haus, jede Straße, jeder Platz in der Stadt, jeder Stein, jeder Hügel, jede Quelle vor derselben ist geweiht durch den Fuß


des Erlösers oder sonstige großartige Erinnerungen aus dem alten


und neuen Testamente, die das Herz zu frommen Gefühlen stimmen.


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