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Kultur Bücher
Buch Leseprobe CODEX 632 , J.R. Dos Santos
J.R. Dos Santos

CODEX 632


Wer war Christoph Kolumbus wirklich?

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PROLOG


 


RIO DE JANEIRO, 30. November 1999


 


Vier.


Der alte Professor konnte nicht ahnen, dass er nur noch vier Minuten zu leben hatte. Die weit geöffneten Türen des Hotelaufzugs schienen nur darauf zu warten, ihn in eine Falle zu locken und sich hinter ihm zu schließen. Er machte einen Schritt nach vorn und drückte den Knopf für den zwölften Stock. Während der Fahrt betrachtete er sein Spiegelbild an der Rückwand der Kabine und musste zugeben, dass er dem Klischee eines überarbeiteten Historikers perfekt entsprach: fast kahlköpfig, mit ein paar verstreuten Haarbüscheln oberhalb der Ohren und am Hinterkopf. Und die wurden allmählich so weiß wie der spärliche Bart, der seine eingefallenen, faltigen Wangen bedeckte. Nicht ahnend, was ihm bevorstand, verzog er seine Lippen zu einem Lächeln und besah sich seine Zähne, die, mit Ausnahme der elfenbeinfarbenen Prothesen, schief und gelblich in seinem Mund standen.


 


Drei.


 


Das leise Ding des Aufzugs teilte ihm mit, dass er im zwölften Stock angekommen war. Als die Türen sich geöffnet hatten, trat er in den Flur, wandte sich nach links und suchte in seiner Jackentasche nach der Schlüsselkarte. Er steckte sie in den Schlitz an seiner Zimmertür, bis ein grünes Licht aufleuchtete. Dann drückte er die Klinke herunter und trat ein.


 


Zwei.


 


Ein kalter, trockener Luftstrom der Klimaanlage stellte ihm die wenigen Nackenhaare zu Berge. Nach der mittäglichen Gluthitze draußen war die hermetische Kühle im Raum mehr als wohltuend. Er holte eine Flasche Saft aus der Minibar seines Zimmers und trat an das riesige Fenster. Mit einem Seufzer bewunderte er die Aussicht auf die schlanken Hochhäuser der Skyline von Rio. Unmittelbar gegenüber seines Fensters stand ein kleineres, fünfstöckiges Gebäude, auf dessen Dach das Wasser eines Swimmingpools in der Mittagssonne türkis schimmerte. Die Hügel jenseits des Stadtrands bildeten eine natürliche Grenze zwischen dem Grau des städtischen Betons und dem üppigen Grün des umgebenden Dschungels. Auf dem Gipfel des Corcovado, des höchsten Berges der Stadt, stand mit ausgebreiteten Armen die elfenbeinfarbene Statue des Cristo Redentor, die trotz ihrer enormen Größe von dreißig Metern aus der Entfernung zerbrechlich und klein wirkte. Eine weiße Wolke, die wie Watte aussah, schien sich an den Querbalken des Kruzifix zu klammern. Der Historiker dachte an die letzten Monate zurück und was er in dieser Zeit alles entdeckt hatte – seinen großen Durchbruch. Jetzt galt es, seine nächsten Schritte gut zu planen. Es wäre entscheidend, was er mit all den Informationen, die er gesammelt hatte, anfangen würde. Er musste vorsichtig sein.


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