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Leseproben online - Schmökern in Büchern

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W.E.L.T


von Peter Pitsch

krimi_thriller
ISBN13-Nummer:
9783942200486
Ausstattung:
160 Seiten, Paperback
Preis:
9.90 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
-kein Verlag-
Kontakt zum Autor oder Verlag:
Pitsch-Pedersen@privat.dk
Leseprobe

Sein Herz schlug immer höher. Vom Fußende ausgehend, schob er ihre Zudecke die Beine aufwärts bis zur Bauchgegend, dieselbe Prozedur wiederholte er mit ihrem Nachthemd, sodass ein türkisfarbener Slip und die Vertiefung ihres Bauchnabels zum Vorschein kamen. Nunmehr war ihr verunstaltetes Gesicht hinter einem aufgeworfenen Textilwall verborgen. Er zwängte seine Finger unter den elastischen Saum ihrer Unterhose und ließ sie mit einer raschen Abwärtsbewegung über ihre Beine gleiten. Da war sie, von Schamlippen umkränzt, magisch und verpönt, verboten und gekrönt von einem Dreieck dunkelblonder Haare. Zwei straffe Oberschenkel wiesen den Weg, genießerisch schob er Svetlanas Beine auseinander und tauchte hinab in den wärmenden Schoß. Seine Zungenspitze leckte über das purpurfarbene Fleisch, schmeckte einen Cocktail aus Schweiß, Sekret und Urin. Er vergaß die Welt im Allgemeinen und das Krankenhaus im Besonderen und verschaffte seiner pochenden Erektion den erforderlichen Freiraum. Sie waren ganz allein, ihre süße Vagina und er, eine Ekstase ohnegleichen. 

Aus heiterem Himmel flog die Tür auf, bärenstark und breitbeinig, die Fäuste zu Schraubstöcken geballt, stampfte ein kurios gekleideter Mann über die Schwelle. Svetlanas Tau tropfte von Kenneths Nase, als er erschrocken den Kopf hochriss und seinem Untergang ins Auge blickte. „Was zum Teufel! Was machst du da, du Dreckschwein!", rief Freddy im Bemühen, seinem Fassungsvermögen auf die Sprünge zu helfen. Ungläubig starrte er auf das sabbernde Spektakel. „Ich werd nicht mehr! Was geht in diesem Scheißkrankenhaus vor sich?!!"

Aufgeschreckt sprang Kenneth auf die Beine, sein Penis federte verräterisch im Zimmer auf und ab; jeder Erklärungsversuch war zum Scheitern bestimmt. Trotz allem setzte er zu einer kläglichen Rechtfertigung an: „Es geht darum, dem Patienten, ähm, eine bestmögliche Entspannungshilfe zu bieten, ja, deshalb hat Svetlana mir, ähm, im gegenseitigen Einvernehmen versteht sich, hat mir die Erlaubnis er... "

Den Schädel senkend, hechtete Freddy wie ein Rammbock über das Bett und er torpedierte mit aller Macht Kenneth Brustkasten. Ein irrer Ballettmeister inszenierte eine Abfolge von brachialer Gewalt, als zuerst der Nachttisch scheppernd unter Kenneth Oberkörper zerbarst, woraufhin Freddy eine halbe Drehung vollzog und den Heizkörper knirschend aus der Verankerung riss. „ICH MACH DICH FERTIG!", schrie er außer sich vor Zorn. „DU BIST HAIFISCHFUTTER, ALTER! ICH REISS DIR DEN ARSCH AUF!"

Bist du das, Freddy?", stöhnte Svetlana, von Tabletten umnebelt. Die Verschraubungen in ihrem Kiefer spalteten peinigend das Nervengewebe - niemand nahm Notiz von ihrem Leiden. Von dem Adrenalinschub hoch gepeitscht, gab Freddy erneut Vollgas; er umfasste Kenneths Schädel und hämmerte ihn wieder und wieder gegen die Zimmerwand, bis ein roter Fleck das Aufbrechen seines Schädels signalisierte. „SO, DA HAST DU´S!"

Als Nächstes zersprang die Fensterscheibe zu Myriaden funkelnden Kristallen, Kenneth lebloser Körper flatterte aus dem zweiten Stock des Krankenhauses und landete inmitten einer idyllischen Insel aus Brombeergesträuch. Eine Woge aus tosendem Schmerz überschwemmte ihn, angsterfüllt dachte er an seinen abgerissenen Penis. Dann verlor er das Bewusstsein und seine Wesenheit fiel der Nichtexistenz anheim.

 

Rezension
Klappentext

Mitten in Kopenhagen erwacht ein Mann, verwahrlost und ohne Erinnerung. Auf der Suche nach seiner Vergangenheit nimmt eine irre Geisterbahnfahrt ihren Anfang. Hinabstoßend in die entlegensten Bereiche der menschlichen Existenz, legt er Stück für Stück eine grausige Wahrheit frei. Gefährlich und düster ist die Welt, Lügen, Korruption und sexuelle Abartigkeiten zeichnen das Bild von einer dekadenten Gesellschaft. W.E.L.T ist eine Allegorie auf die Verlorenheit des modernen Menschen.

Wahnsinn, Einsamkeit, Leidenschaft, Todesangst: W.E.L.T