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Vor Traumfrauen wird gewarnt


von Jane Do

krimi_thriller
ISBN13-Nummer:
9783845916729
Ausstattung:
191 Seiten
Preis:
11.95 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
AAVAA Verlag
Leseprobe

JANE DO

VOR TRAUMFRAUEN WIRD GEWARNT


 

 

 


 

Jane Do

 

Vor Traumfrauen wird gewarnt

 

 

Roman

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© 2015 AAVAA Verlag

 

Alle Rechte vorbehalten

 

1. Auflage 2015

 

Umschlaggestaltung: AAVAA Verlag

Coverbild:

 

Printed in Germany

AAVAA Verlag UG

 

 

Taschenbuch:          ISBN 978-3-8459-1671-2

Großdruck:              ISBN 978-3-8459-1672-9

eBook epub:             ISBN 978-3-8459-1673-6

eBook PDF:              ISBN 978-3-8459-1674-3

Sonderdruck:  Mini-Buch ohne ISBN

 

AAVAA Verlag, Hohen Neuendorf, bei Berlin

www.aavaa-verlag.com

 

Alle Personen und Namen innerhalb dieses Buches sind frei erfunden.

Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.

 

 

 

 

Inhalt:

 

 

Allein im Wald

Aschenputtel räumt auf

Auf Rosen gebettet

Dancing with the Stars

Ein kluges Köpfchen

Ein Mann zum Verlieben

Frozen

Hair

Kiss No Frog

Kurzer Prozess

Little Mermaid

Mord im Spiegel

Revierpower

Schmierentheater

Schwiegertochter gesucht

Sieben auf einen Streich

Sternenhimmel

What’s new, pussycat?

Zähne zeigen

Zickenzoff



 

 

 

 

 

 

Die Brüder Grimm und Hans Christian Andersen mögen mir verzeihen, dass ich mich an ihren berühmten Märchen vergriffen und sie nach eigenem Ermessen und mit der mir eigenen frechen Schnauze frei umgestaltet habe. Falls sie es nicht tun und sich in ihrem Grab umdrehen sollten: auch gut. Ich komm schon klar. Es ist ihr Problem, nicht meins.

 

 



 

 

 

 

 

 

A L L E I N   I M   W A L D

 

Dass Männer eine falsche Selbstwahrnehmung haben, ist allgemein bekannt. Die meisten Exemplare neigen zur Selbstüberschätzung. Ich weiß, wovon ich rede. Ich habe einen älteren Bruder. In seinem Leben hat er es zu nichts gebracht. Trotzdem hält er sich für den coolsten Typen unter der Sonne. Seiner Meinung nach lecken sich alle Girlies die Finger nach ihm. Von 12 bis 120. Ich finde es nur schade, dass nicht ein einziges Mädchen mal vorbeikommt. Aber mein Bruder ist um keine Ausrede verlegen. Die Weiber sind einfach zu schüchtern.

 

Wahrscheinlich waren meine Eltern heilfroh, diesen Klugscheißer loszuwerden. Es können nicht nur finanzielle Schwierigkeiten gewesen sein, die sie zu ihrer folgenschweren Entscheidung getrieben haben, uns mitten im dunklen Wald auszusetzen und uns unserem Schicksal zu überlassen. Dass meine Eltern mich mit meinem Bruder in einen Topf geworfen haben, hat eine Wunde in meinem Herzen geschlagen, die niemals heilen wird. Mit meinen Eltern will ich nichts mehr zu tun haben. Weder in diesem noch im nächsten Leben. Echt. Sie brauchen gar nicht die Augenbrauen hochzuziehen. Ich bin ein sehr nachtragender Typ. Aber das wären Sie auch, wenn Sie diesen Brad Pitt Verschnitt für Arme an der Backe kleben hätten.

 

Natürlich hat er mitten im Wald das Kommando an sich gerissen. Ich hatte nichts zu melden, weil er den absoluten Durchblick hatte. Und was soll ich Ihnen sagen? Alles ist schief gegangen, was schief gehen konnte. Wer ist auf die dämliche Idee gekommen, Brotkrumen auf den Weg zu streuen? Genau. Er. Ich wusste, dass die hungrigen Vögel alles aufpicken würden, was ihnen vor den Schnabel kommt. Ich habe ihm gesagt, dass es viel klüger wäre, sich an einer Sage des klassischen Altertums zu orientieren. Können Sie sich an Theseus erinnern? Er hat auf den Ratschlag von Ariadne gehört. Das war ein Mann nach meinem Geschmack. Wenn man ein Labyrinth betritt und von Beginn an einen Faden abrollt, um so seine zurückgelegte Strecke zu markieren, kann man jederzeit ohne Probleme zum Eingang zurückfinden, indem man einfach den Faden zurückverfolgt. Diese Geschichte hatte ich in der Schule gehört und im Gedächtnis behalten. Im Gegensatz zu meinem Bruder lese ich nämlich gern. Vor allem in der griechischen Mythologie. Lesen schützt vor Dummheit.

 

Aber mein Bruder hat nur lässig mit der Hand abgewinkt. Lass mich mit den alten Griechen in Ruhe. Die sind sowieso alle tot. Ich weiß, was ich tue. Oder eben nicht. Er hat mich an der Hand gefasst und kreuz und quer durch das Dickicht geschleift. Angeblich hat er sich nach der Sonne orientiert. Ha. Mir war gleich klar, dass er keinen Plan hat. Und was soll ich Ihnen sagen? Wer hat sich hoffnungslos im dichten Wald verirrt? Klar. Er. Obwohl meine Eltern ihn zu den Pfadfindern von St. Georg geschickt haben. Ich frage mich, was er dort getrieben hat. Gelernt hat er jedenfalls nichts. Genauso wie in der Schule. Dort hat er immer nur in der letzten Bank abgehangen und sich auf die große Pause gefreut.

 

Nachdem wir stundenlang herumgeirrt waren, taten uns die Füße weh. Kohldampf hatten wir auch. Wir hatten ja keine einzige Schnitte Brot mehr in unserer Tasche, weil mein Bruder unbedingt die Vögel füttern musste. An die wild wachsenden Beerensträucher hat er sich nicht herangetraut. Das Obst kam ihm verdächtig vor. Am Ende hätte er sich noch vergiftet. Vitamine können tödlich sein. Aber als er einen Appetizer mitten in der Knüste gesehen hat, haben seine Augen geleuchtet. Er ist in einem Affentempo vorgeprescht und hat seine Finger nach den Süßigkeiten ausgestreckt. Ich hatte ein schlechtes Gefühl. Knusper, knusper, Knäuschen. Diebstahl am Hexenhäuschen. Ich hab ihm gesagt, dass das Mundraub ist. Aber wer hat sofort seine Zähne in die Lebkuchen gehauen? Na klar. Er. Ich steh nicht auf Süßigkeiten. Deshalb sind meine Zähne perfekt in Schuss und mein Bruder hat überall Plomben im Mund.

 

Natürlich kam es, wie es kommen musste. Die rechtmäßige Eigentümerin kam aus der Bude gestürmt und hat einen Riesenkrach geschlagen. Am liebsten hätte sie uns das Fell über die Ohren gezogen. Und wer sitzt jetzt hinter Gittern? Mein Bruder. Ich kann noch nicht mal sagen, dass es mir Leid tut. Im Gegenteil. Strafe muss sein. Vielleicht tut ihm die kleine Auszeit ganz gut. Er kann von Glück sagen, dass die Hexe nicht nur extrem kurzsichtig, sondern auch kreuzdämlich ist. Sonst hätte sie seine Finte mit dem Hühnerknochen längst durchschaut. Wenn er so am Hungertuch nagen würde, wie unsere Gastgeberin glaubt, wäre er nicht nur am Finger vom Fleisch gefallen, sondern würde am ganzen Körper mit den Knochen klappern. Ein Skelett kann nicht mehr seine Pfote aus dem Knast strecken, wenn es dazu aufgefordert wird.

 

Altersbedingte Fehlsichtigkeit in Kombination mit angeborenem Schwachsinn kann eine tödliche Kombination sein. Ich habe meine einzige Chance genutzt und die alte Schabracke in den glühend heißen Backofen gestoßen, als sie die letzten Vorbereitungen für ein großes Schlachtfest getroffen hat. Lieber sie als wir. Jeder ist sich selbst der Nächste. Jetzt brät sie lustig vor sich hin. Die Haut ist schon braun und knusprig. Der Geruch ist gar nicht so schlecht, aber das Fleisch wird wohl zu zäh sein. Sie hatte einfach zu viele Jahrhunderte auf dem Buckel.

 

Und was mache ich nun mit dem nervigen Typen im Käfig? Er rüttelt an den Gittern und schreit aus Leibeskräften. Ich halte den Schlüssel in der Hand und denke angestrengt nach. Lasse ich ihn frei, kommt er mir wieder in die Quere. Wahrscheinlich wird er sich als Hausherr in der Villa Hexenglück aufspielen und mich als billige Köchin und Putzfrau betrachten. Genauso wie die vor sich hin brutzelnde Hausherrin. Dieser blöde Macho. Von mir aus kann er hier einsitzen, bis er schwarz wird.

 

Ich gehe ins Haus, stehe vor dem Spiegel und löse meine langen Zöpfe. Es ist Zeit für eine neue Selbstinszenierung. Ich bin kein braves Countrygirl mehr, sondern eine rotlippige Männermörderin mit einer lang herabwallenden Mähne. Ich geh mich amüsieren. Es gibt viel zu entdecken. Der Wald ist mein Freund. Ich fürchte mich nicht. Ich packe mir eine Tasche für unterwegs. Ich habe einen Bärenhunger. Ich brauch was Herzhaftes zwischen den Zähnen. Was mit Lokalkolorit. Currywurst mit Pommes Schranke. Woll?

 

 

Klappentext

In Fairy Tale ist die Hölle los. Aufmüpfige Traumfrauen aus vergangenen Zeiten wagen den Aufstand, befreien sich von alten Zöpfen und nehmen das Schicksal in die eigenen Hände. Dabei verschwenden sie keine wertvolle Zeit, sondern lassen ihre Widersacher gnadenlos über die Klinge springen.

 

Jane Do erzählt in einer atemlosen, knappen Diktion von draufgängerischen Frauen, die ein Feuerwerk an bösen Taten zünden. Ihre Geschichten sind bissig, direkt, sarkastisch und treffen genau ins Schwarze.

 

Lassen Sie sich von einer frechen, frischen und fröhlichen Schriftstellerin verzaubern!

 

Passen Sie aber bitte auf: Lachen kann tödlich enden...

 

 

Rezension

 

https://jasminwegner.wordpress.com/viele-tolle-bucher/vor-traumfrauen-wird-gewarnt/

 

http://www.lokalkompass.de/dortmund-city/leute/vor-traumfrauen-wird-gewarnt-d580060.html

 

http://www.lokalkompass.de/dortmund-nord/kultur/vor-traumfrauen-wird-gewarnt-unbedingt-lesenswert-d587482.html

 

http://www.lokalkompass.de/dortmund-city/kultur/vor-traumfrauen-wird-gewarnt-jane-do-zeigt-was-sie-kann-d627499.html

 

Lesetipp: Vor Traumfrauen wird gewarnt - Schön politisch unkorrekt, in: WIR. Mitarbeitermagazin des Klinikums Vest und des Klinikums Westfalen. 4/2015, S. 34