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> Krimi Thriller > Untersuchungshaft uJugendgefaengnis
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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Untersuchungshaft uJugendgefaengnis, Manuel Magiera
Manuel Magiera

Untersuchungshaft uJugendgefaengnis



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Auf dem Gang kommen uns zwei Männer in Kampfanzügen entgegen. Ich schiebe Kenny in meine Zelle. Einer der beiden deutet dem Kollegen an, er möge gehen.
Wir setzen uns. Der Polizist nimmt seinen Gesichtsschutz ab. Ich schätze ihn auf Anfang vierzig. Sein Gesicht verrät noch die Anspannung unter der er bis vor wenigen Minuten stand und seine Miene wirkt ärgerlich und erleichtert zugleich. Er sieht Ken mit ernstem Blick an.
„Sag mal Junge, was habt ihr euch dabei gedacht?
Hier steht eine Hundertschaft Polizei und unsere Spezialeinheit. Wir sind für den Notfall trainiert und wenn der Befehl kommt, zögert kein einziger von uns, zu schießen. Und glaube mir, wir schießen nicht daneben! Ihr hättet alle tot sein können und wir müssten jetzt vor der ganzen Welt zugeben, dass wir fünf Jugendliche, ja eigentlich noch Kinder, wenn ich dich betrachte, getötet haben!
Und wofür? Warum macht ihr solchen Mist? Um euch vor den Anderen aufzuspielen oder um in die Zeitung zu kommen?
Wir haben doch auch Familien und Kinder. Meine beiden Jungs sind zehn und dreizehn! Glaubt ihr denn, wir könnten nach so einer Tragödie wieder zur Tagesordnung übergehen, als wenn nichts geschehen wäre?
Habt ihr auch mal an andere gedacht? An uns Polizisten, an eure Eltern und Geschwister? Oder die Lehrer? Die schießen doch auch nicht gleich um sich, wenn sie mal Probleme haben. Wir kämpfen gegen Terroristen, erwachsene Mörder, denen jeglicher Bezug zur Menschlichkeit fehlt. Auf überdrehte Teenager und Halbstarke, die vielleicht mit der Schule überfordert sind oder nur ein Abenteuer erleben wollen, zu schießen, ist nicht unsere Aufgabe!“


 


 weitere Leseprobe:


Ich schaue auf und kann ein Lächeln nicht vermeiden. „Wissen Sie Herr Halke, so etwas passiert mir eigentlich immer. Ich hätte mich wirklich gewundert, wenn der Richter hier plötzlich
mit meinen Entlassungspapieren aufgetaucht wäre. Aber ich danke Ihnen vielmals für die freundliche Anteilnahme. Was gibt es denn zu essen?“
Wir gehen zusammen auf den Flur.
„Wie es aussieht, kann ich wohl doch alle meine Bücher durcharbeiten“, bemerke ich dabei etwas sarkastisch. Er sieht mich zustimmend an. „Machen wir das Beste daraus. Um
fünf Uhr hole ich Sie ab. Dann können Sie sich auf dem Hof ein wenig die Beine vertreten.“
Es fällt mir merkwürdigerweise nicht schwer, den ironischen Ton beizubehalten.
„Tun Sie mir einen Gefallen. Wenn der Richter kurz vorher anruft, nehmen Sie den Hörer bitte nicht ab. Wenn das so ist, möchte ich mir meinen ersten Knasthofgang nämlich auch nicht entgehen lassen!“ Er lacht schallend auf.

Ich muss auf dem Bett eingeschlafen sein. Als ich erwache, steht Herr Halke über mir.
Gewohnheitsmäßig schaue ich auf meinen kleinen grünen Reisewecker, den ich in die Zelle mitnehmen durfte. Es ist siebzehn Uhr durch. Die Turmuhr der angrenzenden Kirche schlägt im selben Augenblick zur vollen Stunde, so dass ich erschrocken zusammenzucke.
Verschlafen muss ich mich zwingen, auf zustehen und schiebe umständlich die Turnschuhe über meine Füße. Volker Halke lässt mich mit verständnisvollem Blick gewähren.
Nach einigen Minuten können wir die Zelle verlassen. Ich gehe vor ihm her. Wir wandern einen kleinen Gang entlang, an dessen Ende sich eine schwere Eisentür befindet. Er nimmt seinen Schlüsselbund und findet mit sicherem Griff geschickt gleich den passenden Schlüssel.
Langsam trete ins Freie. Die frische Luft tut mir gut. Straßenlärm und Stadtgeräusche geben mir irgendwie ein Gefühl von Realität. Ich lockere meine Arme und Beine und bedauere, durch das kranke Knie nicht mehr Sport treiben zu können.
Interessiert gehe ich zur gegenüberliegenden Seite und berühre gedankenverloren die grau- weiße Mauer. Niemals hätte ich gedacht, diesen Innenhof, den ich von außen nur schemenhaft vermuten konnte, einmal betreten zu können. Und wegen des Verdachts eine Straftat begangen zu haben, hier verweilen zu müssen, war eigentlich in meinem Lebensplan nicht vorgesehen gewesen. Mit wachem Blick schaue ich mich um.
Der Hof sieht trist aus. Es fehlen Blumen und Farben. Wir sind allein,
der junge Vollzugsbeamte und ich. Mein Kopf liegt in meinem Nacken. Die Augen schweifen einmal herum und ich sehe in meiner Nachbarzelle einen schlanken jungen Mann mit kurzem blondem Haar am Fenster stehen. Er kann nicht älter als zwanzig oder einundzwanzig Jahre alt sein. Auch aus den anderen umliegenden Fenstern blicken neugierige Augenpaare
zu mir herunter. ‚Hoffentlich kennt mich von denen keiner‘, jagt es mir durch den Kopf.
Mein Humor ebbt etwas ab. Ich möchte doch nun gerne wieder nach Hause. Volker Halke beginnt das Gespräch, als wenn er meine Gedanken erraten hat.


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