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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Trophäensammler, Joachim Hausen
Joachim Hausen

Trophäensammler



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Eine aufgeregt wirkende Frau Maier fuhr am Freitag, dem 24. November 2017, in ihrem knallroten elf Jahre alten Renault Clio zum Kaufland in St. Ingbert. Stark bewölkt. Acht Grad. Die rund 36.000 Einwohner zählende Mittelstadt im Saarland mit eigenem Autokennzeichen liegt etwa 15 Kilometer östlich der Landeshauptstadt Saarbrücken. Wälder bedecken 52 Prozent der Stadtfläche.


Die 42-Jährige stoppte das Fahrzeug auf der rechten Seite am Anfang des Parkplatzes. Der Auspuff röhrte ungesund. Sie zog den Zündschlüssel. Röchelnd und schüttelnd erstarb der Motor. »Scheißkiste!«, murmelte sie. »Muss in die Werkstatt.« Sie lächelte. »Mir jetzt aber piepegal. Ich freue mich riesig auf Frederik.« Sie kicherte. »Passt doch prima, Frederike und Frederik. Dass er mich nicht vor meiner Wohnung abgeholt hat, stört mich nicht. Er lebt seit zehn Monaten in Scheidung und will nicht, dass uns jemand zusammen in meiner Straße sieht.«


Sie gluckste. »Endlich schiebt sich vier Jahre nach der Scheidung vom untreuen Vollpfosten Herbert die Sonne der Liebe über meinen Lebenshorizont, leuchten Zufriedenheit und Glück am Liebeshimmel. Wird diese neue Liebe das Firmament meines zukünftigen Lebens erobern, strahlen lassen, und zwar für immer? Ich hoffe es. Bisher trafen wir uns dreimal in einem Lokal in Saarbrücken. Sex hatten wir noch keinen, nur glühende Küsse und ein bisschen fummeln. Heute ... heute aber will ich mehr – ich will alles.« Kichern. »In meinem Alter rast die Zeit unerbittlich, da darf ich nicht lange fackeln. Falls er sich zögerlich gibt, muss, werde ich mit den fraulichen Waffen die Initiative ergreifen.«


Sie schaute sich um. Ein silbergrauer BMW X3 rollte auf den Parkplatz und stoppte fünf Plätz links von ihr. Sie sah auf ihre schlichte Armbanduhr. »Eine Minute vor halb sechs. Frederik ist pünktlich wie ein Maurer. Gefällt mir. Kein Vergleich mit dem blöden Ex.«


Sie schnappte die rostbraune Handtasche und stieg aus. Frederike Maier maß 1,65 Meter. Das schwarz gefärbte Haar glänzte schulterlang. Dezent geschminkt. Rot leuchteten Lippen und Fingernägel. Ihr Schmuck aus 585er Weißgold setzte sich aus einer venezianischen Halskette, tropfenförmigen Ohrhängern mit jeweils einem winzigen Brillanten und einem Ring mit einem 0,4 karätigem Smaragd zusammen. Unter einer dunkelblauen Baumwolljacke trug sie eine körpernahe schneeweiße Bluse mit drei offenen Knöpfen und einen engen mittelblauen Rock. Die Füße steckten in hochhackigen schwarzen Pumps.


Sie stöckelte zum BMW. Sie öffnete die Beifahrertür und sank elegant auf den dunkelgrauen Sitz. Frederik strahlte sie an. »Du siehst umwerfend aus, Namensvetterin. Begrüßungskuss gibt’s in meinem Haus.«


Jetzt strahlte sie. »Ich freue mich riesig ... Namensvetter.« Sie lachten sich an.


Ungefähr zehn Minuten später parkte Frederik in der von zwei Neonröhren erleuchteten Doppelgarage seines Hauses, das letzte auf der rechten Seite einer Stichstraße. Rund 30 Meter weiter drohte das Dunkel eines Waldes.


Das Paar stieg aus. Das Segmenttor glitt zu. Frederike deutete auf die links stehende bordeauxrote Alfa Romeo Giulia Super 1600. »Wow! Ein Oldtimer«, kommentierte sie. »Mein Vater hatte auch eine, und zwar in Alfarot. Noch heute sagt er ab und zu, es sei sein schönstes Auto gewesen.«


»Da stimme ich ihm voll zu. Ich bin total verliebt in sie.«


Sie gluckerte. »Mehr als in mich?«


Er trat dicht vor sie. Er nahm ihren Kopf in beide Hände. Sie schauten sich in die Augen, tief, tiefer als tief. »In dich bin ich gnadenlos verliebt, unsterblich. Du bist mein lebendig gewordener Wunschtraum, eine Traumfrau, meine Traumfrau.«


Die Traumfrau umarmte ihn. Vier Lippen berührten sich. Ein inniger Kuss. Leicht keuchend lösten sie sich. »Ein Traumkuss mit einem Traummann«, wisperte sie.


Der 1,84 Meter messende Frederik Müller besaß eine athletische Figur, dichtes, glattes dunkelbraunes Haar, eine klassische Nase und ein markantes Kinn. In den braunen Augen schimmerten ein paar grüne Sprengsel.


Einige Minuten später stand das Liebespaar in der Küche. »So, Liebste«, sagte er mit seiner sonoren Stimme. »Jetzt basteln wir uns ein köstliches Essen. Ich habe gestern zwei wunderbare Rinderfilets gekauft. Du fertigst Tomaten- und Bohnensalat. Auf dem Brett über der Spüle stehen Apfelessig und bestes italienisches Olivenöl und im Regal links an der Wand zahlreiche Gewürze. Ich schalte jetzt den Backofen ein. Nachher schiebe ich die Pommes frites rein. Zunächst öffne ich unser Getränk, einen roten Burgunder der Lage Santenay Jahrgang 2012. Danach ...«


Sie hob eine Hand. »Jetzt musst du mir aber deinen Jahrgang verraten. Ich weiß immer noch nicht, wie alt du bist, Liebling.«


Der Liebling lächelte. »Was schätzt du?«


»Na ja, so 38.«


»Danke für das Kompliment. An Heiligabend feiere ich meinen 42. Geburtstag.«


»Also ein Christkind, hilfsbereit, lieb und brav.«


»Genau, Liebes. Ich decke jetzt den Esszimmertisch.«


Das Liebespaar speiste und trank mit sichtlichem Genuss.


Nach der Mahlzeit setzte es sich aufs dunkelrote Sofa aus Büffelleder. Frederik brachte von der Anrichte aus Pinienholz eine Flasche und zwei schlanke Gläser.


Sie schaute ihn an. »Einen Verdauungsschnaps?«


»Ja, Liebes, eine echte Köstlichkeit. Ein Château de Beaufremont Mirabellenbrand aus der goldenen Frucht Lothringens. Der Hersteller verspricht einen Schnaps voller Geschmeidigkeit und Finesse. Unter dem Dachboden gereift, strömt er berauschende Duftnoten aus.«


»Hört sich beeindruckend an.«


»Ist er auch.«


Er schenkte großzügig ein. Sie stießen an. Sie schnupperten. Sich über die Gläser hinweg mit den Augen festhaltend tranken sie. »Schmeckt toll«, lobte sie, »schön weich. Bei meinen Eltern trinke ich ab und zu auch einen, aber kein Vergleich mit diesem hier.«


Sie genossen den Rest.


Frederike beugte sich zu ihm. Sie hauchte ihm einen Kuss auf die Lippen. »Vielen Danke für die Einladung, Liebling, und für die Köstlichkeiten, die du mir kredenzt hast.« Sie packte seinen Kopf. Sie saugte sich an seinen Lippen fest, schlängelte die Zunge in den Mund. Ein süßer, lieblicher, ein betörender Kuss, ein langer Kuss.


Sie umarmten sich, pressten die Oberkörper aneinander. Heiße Küsse, voller Leidenschaft. Wilde Küsse, voller Versprechungen. Liebesgestammel.


Er packte ihre linke Hand. »Komm mit«, flüsterte er mit rauer Stimme. Wortlos eilten sie ins Schlafzimmer. Wortlos zogen sie sich im anheimelnden Licht der Nachttischlampen gegenseitig aus. Wortlos sanken sie aufs Doppelbett. Gierige Küsse. Liebesgeflüster. Wollüstiges Stöhnen. Frederike steuerte offenbar ihrem Ziel entgegen – fiebernd, kochend, glühend.


Er wisperte ihr etwas in ein Ohr.



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