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> Krimi Thriller > Sein anderes Ich (Kripo Bodensee 3)
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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Sein anderes Ich (Kripo Bodensee 3), Janette John
Janette John

Sein anderes Ich (Kripo Bodensee 3)



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»War das heut ein bescheuerter Tag!«, nuschelte die fünfzehnjährige Sonja leise vor sich hin. »Und dann noch diese blöde Party morgen. Ich geh da einfach nicht hin. Na ja, andererseits hat Jan mich vorhin in der Schule noch so lieb darum gebeten.«


Sonja zog ihre Kleidung aus, warf ein großes Handtuch über und ging unter die Dusche. Als sie zurückkehrte, stand unvermutet ihre Mutter mit einem Wäschekorb vor ihrem Zimmer und lehnte mit dem Rücken gegen den Türrahmen.


Wie angewurzelt blieb Sonja stehen und starrte in die tiefgrünen Augen der Mutter.


»Sag mal, bist du noch sauer wegen gestern?«, fragte Sonjas Mutter leise und schaute erwartungsvoll auf den Teenager.


Doch Sonja schwieg und wünschte sich nichts sehnlicher, als dass ihre Mutter sie nicht ständig nerven würde. Irgendetwas hatte sie immer an Sonja auszusetzen. Mal war ihr Bett nicht richtig aufgeschüttelt, dann waren die Schuhe nicht wunschgemäß geputzt oder Sonja war zu stark geschminkt. Ein wehmütiges Schnaufen entwich dem Mädchen.


»Neee! Bin nicht sauer«, log sie. »Wollen wir vielleicht später einen Film schauen?«


»Du nein, ich muss noch die Wäsche zusammenlegen und bügeln«, wehrte ihre Mutter ab. »Du weißt doch, dein Vater mag nicht, wenn der Haushalt liegen bleibt. Zu tun gibt es eben immer etwas.«


Dass sie Nein sagen würde, hatte Sonja bereits geahnt. Denn egal, was sie auch tat, sagte oder sich bemühte, die Mutter hatte nie Zeit für sie. Und ihr Vater sowieso nicht, denn der verbrachte die Abende lieber im Wirtshaus bei Skat und Bier.


Traurig schaute sie die Mutter an und antwortete: »Klar, versteh ich doch. Dann ein anderes Mal.«


Sonjas Mutter verschwand, während die Tochter dem ein leises »Eltern sind einfach ätzend« vor lauter Wut nachschickte.


Mit einer Tüte Chips und einem übergroßen Glas Apfelschorle, das eher einer Blumenvase glich, legte sie sich auf ihr Bett und schaute im Fernsehen eine Liebesschnulze an, derweil ihre Mutter draußen lautstark hantierte. Vor lauter Frust hatte Sonja vergessen, etwas überzuziehen, und lag noch immer im Badehandtuch da, als es unerwartet an ihrer Zimmertür klopfte. Sie antwortete nicht, weil sie das Klopfen überhört hatte.


Jemand öffnete langsam die Tür.


Sonja erschrak, als sie plötzlich ihren siebzehnjährigen Freund erblickte.


»Jan, was machst DU denn hier? Ich dachte, du hättest heute Fußballtraining?«, maulte sie und schaute ihn aus kleinen müden Augen an.


»Hatte ich auch. Aber so geht’s nicht weiter, Sonja!«


Er setzte sich zu ihr auf die Bettkante.


»Was meinst du mit ›so geht’s nicht weiter‹? Ich verstehe nur Bahnhof!«, entgegnete Sonja und wusste nicht, worauf er hinauswollte.


»Wir sind jetzt seit drei Monaten ein Paar und küssen uns nur. Ich weiß einfach nicht, wie ich dir begegnen soll. Du bist so anders als die Mädels aus der Schule.«


»Anders? Du meinst tollpatschig, fett und nicht gerade so, wie man sich eine Freundin vorstellt«, antwortete sie provokant. Normalerweise hätte sie kein Wort über die Lippen gebracht und reagierte meist schüchtern. Aber Sonja war in Jan nun einmal verliebt und außerdem war er der erste Junge, der sich überhaupt für sie interessierte.


»Nein, das ist es nicht«, meinte der junge Mann lächelnd. »Du wirkst immer so kühl.«


»Kühl?«, kam es zögerlich über ihre Lippen.


Jan besah sich Sonjas Rundungen genauer, die das Handtuch erahnen ließ.


Als sie seine Blicke bemerkte, zog sie erschrocken die Bettdecke über sich.


»Warum tust du das?«, murmelte er leise.


»Weil ich mich schäme.«


»Das musst du nicht!« Er strich langsam die Decke hinunter, bis das Handtuch wieder zum Vorschein kam.


Sonja stockte der Atem. Bislang hatte sie kein Junge derart leicht bekleidet gesehen und das sollte vorerst auch so bleiben. So hoffte sie.


Mit der flachen Hand strich Jan über ihre zarte Haut, glitt an ihrem Hals entlang und berührte ihre Lippen. Immer wieder zeichnete er sie nach, als wäre er ein Künstler auf der Suche nach dem idealen Bild. Vorsichtig kam er ihrem Kopf näher, umfasste ihre Schläfen mit seinen flachen, warmen Händen und legte zaghaft seine Lippen auf die ihren.


Sonja schloss die Augen, blinzelte und gab sich den Küssen hin.


Liebevoll strich Jan eine dunkle Locke von ihrer Stirn, streichelte die Wange und legte sich neben sie. Wenig später glitt er mit der Hand über ihren Bauch.


Sonja wurde puterrot und konnte sich vor Aufregung nicht bewegen. Ihr Atem stockte und das Herz raste. Oh Gott, ich bekomme gleich einen Herzkasper.


Mit wachem Blick schaute Jan an Sonjas Körper hinab und wollte ihr das Handtuch öffnen.


»Nicht, Jan, bitte nicht!«, wehrte sie ab und vergrub ihre Hände in seinem blonden Schopf.


Jan hielt inne und schaute sie überrascht an.


»Was hast du? Ich wollte dich doch nur ansehen.«


»Aber doch nicht dort!«, empörte sich Sonja und riss ihre Augen weit auf.


»Sonja, gerade dort! Weißt du, wie oft ich mir das gewünscht habe?«


»Ich bin aber nicht so eine, Jan«, schimpfte sie und riss sich die Bettdecke über ihren Körper.


Jan wusste, worauf sie hinauswollte, denn immerhin eilte ihm ein gewisser Ruf voraus. Doch bei Sonja war das anders, das wusste er. Er spürte ihre Unerfahrenheit und das reizte ihn nur umso mehr. »Nein, das bist du nicht! Für mich bist du etwas Besonderes und wenn du nicht magst, lasse ich das.«


Schweren Herzens unterbrach Jan sein Tun und schmiegte seinen Kopf an den ihren. Unter anderen Umständen käme er jetzt erst richtig in Fahrt. Er wusste, was seine Worte bei ihr bewirkten, und köderte sie damit.


»Ähm … na ja ich mein ja nur«, druckste Sonja und wollte nicht wie ein kleines Mädchen dastehen. »Ich möchte es doch auch«, flüsterte sie mit kindlichem Tonfall und schaute ihn aus großen mandelbraunen Augen an.


Jan nickte ihr lächelnd zu, erhob sich vom Bett und war gerade im Begriff, sich auszuziehen, als Sonja ihn lautstark davon abhielt: »Aber nicht heute! Außerdem ist meine Mutter im Haus.« Er hat mich wohl falsch verstanden.


 


 


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