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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Schrei vor Angst, Dania Dicken
Dania Dicken

Schrei vor Angst


Oregon Strangler

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Klamath Falls, Oregon, 30. Januar 1989


 


Der nächste Güterzug rauschte hinter dem Gebäude vorbei. Mit geschlossenen Augen konzentrierte Rick sich für einen Moment auf das Dröhnen und ließ seinen Rhythmus eins mit dem gleichmäßigen Rattern der Waggons auf den Schienen werden. Valerie versuchte, ein wenig lauter zu stöhnen, aber das unterstrich nur ihr Schauspiel. Genervt hielt Rick inne und öffnete die Augen. 


„Willst du dir noch was extra verdienen?“, fragte er. 


Gespannt drehte Valerie sich zu ihm um. „Was schwebt dir vor?“ 


„Ich will dich fesseln.“ 


„So was mache ich nicht.“ 


„Ach, komm. Du kennst mich doch.“ 


„Nein.“ 


„Zwanzig Mäuse extra?“ 


Valerie zögerte kurz, dann nickte sie. „Meinetwegen. Für dich tue ich doch alles.“ 


Sie schmierte ihm nur Honig ums Maul, aber so klar ihm das auch war, so egal war es ihm auch. Er bezahlte sie schließlich dafür, dass sie tat, was er wollte. 


Er gab ihr einen Klaps auf den Po, bevor er aufstand. Dieser Prachthintern bot wirklich einen besonderen Anblick. Verdammt sexy, wie sie da am Boden kniete und ihm zu Willen war … Aber das ging noch besser. 


„Hast du Handschellen?“, fragte er. 


„Nein. Nehmen wir das hier.“ Sie zog den Gürtel von ihrem Morgenmantel ab und reichte ihn Rick. Er musste ihr nicht sagen, dass sie sich aufs Bett legen sollte. Sie tat es einfach und beobachtete ihn die ganze Zeit mit ihrem typisch lasziven Blick, während er sich über sie beugte und sie mit dem langen Seidenband fesselte. 


Dafür nahm er sich Zeit. Es musste schließlich funktionieren. Er tat nicht nur so. Erst ein Handgelenk, dann das nächste … ein Knoten dazwischen, nur zur Sicherheit … und schließlich an den Bettpfosten damit. Als er fertig war, grinste er zufrieden. 


„Komm her“, raunte Valerie ihm zu und spreizte die Beine einladend. Er war sofort wieder bei der Sache. Grinsend beugte er sich über sie und machte da weiter, wo sie vorhin aufgehört hatten. Sie so zu sehen, törnte ihn noch mehr an als ohnehin schon. Genüsslich räkelte sie sich unter ihm, war ihm gänzlich ausgeliefert. Der Druck wurde schon beinahe schmerzhaft. Er nahm sie mit tiefen Stößen und genoss es einfach nur. 


„Gefällt dir das?“, fragte sie. Es war die übliche Frage, die eine gute Dienstleisterin hin und wieder stellte, aber in diesem Moment wollte er sie nicht reden hören. Er wollte maximal ihr Stöhnen hören. Mit einer raschen Bewegung griff er neben sich, schnappte sich ihren Slip und steckte ihn ihr grob in den Mund. Als Valerie jetzt zu zappeln und zu schreien begann, musste er sich zusammenreißen, um sich nicht von seiner Ekstase mitreißen zu lassen. 


„Halt still“, zischte er und drückte sie mit einer Hand am Brustbein nieder. Dann grinste er. „Ist doch bloß ein Spiel.“ 


„Hmm“, machte Valerie mürrisch, aber sie war besänftigt. Das war gut, schließlich sollte nicht gleich Jimbos ganzes Hinterhofbordell wissen, was er hier gerade machte. 


Für einen Moment verharrte Rick reglos und nahm bewusst ein paar Atemzüge. Es sollte noch nicht zu Ende sein. Gerade jetzt nicht, das wollte er erst noch auskosten. 


Dann legte er wieder los. Die Art und Weise, wie Valerie ihn ansah, machte ihn verdammt scharf. Ihm war, als hätte er ein klein wenig Angst in ihren Augen aufblitzen sehen. Nur eine kleine Prise, aber sie war da. Er sah sie genau. 


Sie stöhnte immer noch, weil das ihr Job war. Mit ihrem Slip im Mund klang das richtig heiß. 


Er genoss es, hielt immer wieder inne, ließ sich Zeit. Dafür war es einfach zu schön. Als Valerie irgendwann ungeduldig wurde und zu zappeln begann, überkam es ihn doch und er explodierte geradezu, ohne es zu wollen. Für einen Moment hielt er die Luft an und erstarrte, dann löste er sich von ihr und ließ sich keuchend neben sie auf die Matratze fallen. Mit erstickten Lauten und heftigem Gezappel gab Valerie ihm zu verstehen, dass er sie losmachen sollte, aber Rick rührte sich nicht gleich. Zuerst griff er nach seinen Shorts und streifte sie wieder über, bevor er Valerie den Slip aus dem Mund zog und sie langsam losband. 


„Ich hoffe, es hat dir gefallen.“ Ihre Stimme zitterte leicht, als sie das sagte. 


„Und ob“, erwiderte Rick. Er holte sein Portemonnaie aus seiner Jeans und nahm in einer großspurigen Geste einen Zwanzig-Dollar-Schein heraus. Den Rest hatte er ihr schon im Voraus gegeben. 


„Danke, mein Süßer“, sagte Valerie und nahm ihm den Geldschein ab, nachdem sie sich in ihren Morgenmantel gehüllt hatte. Rick zog seine Jeans, sein Unterhemd und den Pullover wieder an, bevor er nach seiner dicken Winterjacke griff. Draußen war es beschissen kalt, es herrschte strenger Frost. 


„Ich danke dir“, sagte er betont charmant, grinste breit und verschwand schließlich. Mit seinen dicken Stiefeln polterte er die Treppe herunter und folgte dem grellrot beleuchten Flur bis zum Ausgang. Als er die Hintertür aufstieß, schlug ihm schneidend kalte Luft entgegen. 


Er ging zu seinem Auto, das er völlig unbeeindruckt keine dreißig Meter weiter am Straßenrand geparkt hatte. Wer um diese Zeit noch in der Gegend unterwegs war, war vermutlich selbst Kunde bei Jimbo. Sein kleines Bordell lag zwischen Autowerkstätten und der Free Will Church of God in der Nähe der Amtrak-Station von Klamath Falls.


Verdammtes Dreckskaff, dachte Rick stumm, während er in seinen Pontiac Sunbird stieg und betete, dass der altersschwache Motor ansprang. Sein Atem kondensierte in Wolken, aus dem Radio plärrte Dirty Diana von Michael Jackson. Die Zündkerzen gaben ihr Bestes, dann startete der Motor endlich. 


Weil er keine Lust hatte, sich den Arsch länger abzufrieren als nötig, machte er sich auf den Weg zum Veterans Memorial Park und fuhr dort auf den Highway 95 nach Norden auf. Keine zwei Meilen später verließ er den Highway wieder an der nächsten Abfahrt, hielt sich nach Westen und bog noch zweimal ab, dann war er am Ziel. Langsam und leise ließ er den Sunbird in die Einfahrt rollen und stellte den Motor ab. Im Haus war es dunkel und still, das konnte er beim Aussteigen schon sehen. Gut so. Wenn Clarice schon schlief, stellte sie wenigstens keine Fragen. 


Mit ihr konnte er so etwas wie vorhin nicht machen. Wollte er auch gar nicht. Das ging nicht, sie war schließlich seine Frau. Sie hatte ein Gesicht, einen Namen. Valerie hingegen war ihm egal, sie war nur eine billige kleine Nutte, bei der er den Druck ablassen konnte, der irgendwo hin musste. Vor allem jetzt. 


Rick schloss die Haustür auf, zog seine Jacke und die Stiefel aus und ging noch einmal in die Küche zum Kühlschrank. Er nahm den Kanister mit Orangensaft heraus, setzte die Öffnung an die Lippen und nahm ein paar gierige Schlucke der herrlich kalten Flüssigkeit. Das tat gut. 


So leise wie möglich schlich er die Treppe hinauf. Er wusste, wo die Stufen knarzten und versuchte, dort nicht aufzutreten. Mucksmäuschenstill pirschte er am Kinderzimmer vorbei. Bloß jetzt das Balg nicht wecken, das konnte er überhaupt nicht brauchen. 


Leise ließ er die Tür zum Schlafzimmer aufschwingen. In der Dunkelheit hörte er die leisen und gleichmäßigen Atemzüge seiner Frau. Sie schlief. Es war auch schon kurz vor Mitternacht, deshalb hatte er mit nichts anderem gerechnet. 


Er ging ins Bad, um sich auszuziehen und die Zähne zu putzen. Schließlich zog er noch ein T-Shirt über, bevor er vorsichtig zu Clarice ins Bett stieg. 


Sie lag ihm zugewandt auf der Seite. Die roten Leuchtziffern des Radioweckers verströmten ein fahles Licht, in dem er ihre sanften Gesichtszüge betrachtete. Wirklich hübsch, seine Clarice, obwohl sie ihm blond besser gefallen hätte. 


Ihr rechter Arm ruhte auf ihrem großen runden Bauch, den er auch unter der Decke noch erahnen konnte. Wenn er es richtig im Kopf hatte, war sie im siebten Monat. Zwei Monate noch, bis er wieder Vater wurde. Zwei Monate noch, in denen sie ihn am ausgestreckten Arm verhungern ließ – vermutlich eher mehr, denn nach der Geburt würde sie ihn auch nicht ranlassen. 


Hätte er das mal vorher gewusst. Seine Besuche bei Valerie gingen ganz schön ins Geld. Das konnte so nicht weitergehen, aber diese Schwangerschaft war anders als die erste. Clarice beschwerte sich dauernd über Rückenschmerzen und hatte ziemlich lang ziemlich viel gekotzt. 


Rick legte sich auf den Rücken und starrte an die Decke. Nein, bei ihr konnte er sich wirklich nicht vorstellen, sie zu fesseln und dann Sex mit ihr zu haben. Das ging nicht. Irgendwie fühlte sich das falsch an. 


Aber bei Valerie hatte es sich richtig angefühlt. Gut. Vor allem dann, als er dieses panische Glitzern in ihren Augen bemerkt hatte. Eigentlich hatte es gereicht, sie gefesselt zu sehen und zu wissen, dass er gerade das Sagen über sie hatte. Sie dann noch ordentlich ranzunehmen, war nur noch das Sahnehäubchen gewesen. 


Er versuchte, sich nicht vorzustellen, wie er mal Sex mit einer Frau hatte, die wirklich Angst vor ihm hatte. Die sich wehrte. Die sich unter ihm wand und zappelte und schrie …


Rick hielt die Luft an und versuchte, wieder runterzukommen. Er hatte zwar eben erst Sex mit Valerie gehabt, aber er spürte schon wieder, wie sich bei all diesen Gedanken etwas regte. 


Er stellte sich ja schon länger vor, eine Frau beim Sex zu fesseln. Sie vielleicht sogar zu schlagen. Jetzt bei Valerie hatte er getestet, ob das sein Ding war, und verdammt, das war es wirklich. 


 


Aber es war nur ein Spiel gewesen. Rick wollte es richtig haben. Mit Schreien und Tränen. Er hatte keine Ahnung, warum, und eigentlich war es ihm auch egal. Doch der Wunsch wurde dringender. Er nahm Gestalt an. Er wollte sich eine Frau schnappen, irgendeine Fremde, und er wollte sie zwingen. Er wollte tun und lassen, wonach ihm der Sinn stand. Diese Gedanken wurden immer bohrender und drängender, ganz gleich, wie sehr er sie auch zu verdrängen versuchte. 




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