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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe PLUTONIUM, MJ Crown
MJ Crown

PLUTONIUM



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Als Jess aufwachte, war es bereits mittags. Sie suchte Chris. Glücklich über ihre zurückgewonnene Liebe warf sie schnell ihren Morgenmantel über und lief den Flur zum Treppenabsatz entlang. Dabei hörte sie eine Stimme wispern. Zielstrebig schritt sie dem Geräusch entgegen und blieb auf der ersten Stufe stehen. Es war Chris. Er sprach angeregt, aber leise. Sie hörte ihn nur noch ins Telefon flüstern: „... Franco, sie schläft und muss sich erholen. Du weißt, das geht nicht, du kannst sie jetzt nicht in das Büro holen. Gib ihr noch ein paar Tage!“ „Kannst du mir die Entscheidung darüber bitte selbst überlassen?“ Chris drehte sich überrascht um, sah Jess an der Brüstung gelehnt und beendete das geführte Telefonat etwas hastig mit den Worten: „Ich ruf dich später zurück.“ „Nichts Wichtiges. Dein Vater möchte dich morgen in der Firma treffen und etwas mit dir besprechen. Aber das, denke ich, kann auch noch bis nächste Woche warten. Es eilt nicht.“ Chris wollte seine wiedergewonnene Frau nicht unnötig strapazieren und war heilfroh, sie wieder zu Hause zu haben. Wollte die schrecklichen Stunden der Ungewissheit, in denen er sich fragte, wo sie war und was sie getan hatte, vergessen. Sogar ungeschehen machen. Verdrängte Jess‘ Beichte über ihre Erlebnisse der letzten Monate und das Wissen über ihre sexuellen Exzesse. Schob alle Gedanken daran weit weg und freute sich nur, sie bei sich zu haben. Ihren scharfen Verstand ohne Alkohol zu genießen und ihre Nähe. Zuletzt wünschte er inständig, wieder ihre Liebe ungeteilt zu erlangen und mit ihr von Neuem zusammenzuleben. Zu gut kannte er Jess. Denn ihr Blick verriet ihm sofort, sie war neugierig und wissbegierig darauf, zu erfahren, was ihr Vater von ihr wollte. So schauten sie sich über die Distanz der Treppe einen Augenblick des Schweigens an, bevor sie die Treppe hinunterschritt. Mit jeder Stufe, die sie erreichte, wirkte ihr Gang auf Chris elfengleich. Grazil, fast zerbrechlich. Der weite seidene Morgenmantel wehte hinter ihr her und ließ einen freien Blick auf ihren nackten Körper darunter zu. Hätte Chris etwas sagen wollen, hätte es ihm glatt die Sprache verschlagen. Unten angekommen, standen sie sich gegenüber. Beide schauten sich tief in die Augen. Da Chris keine Regung in ihrem Gesicht erkennen konnte, wusste er nicht, was er tun oder sagen sollte. Chris‘ Unsicherheit wurde größer und blieb Jess nicht verborgen. Sanft nahm sie seine Hände und führte sie um ihre Taille, legte ihre Finger in seinen Nacken und kribbelte ihn zärtlich. Dabei umschloss er sie enger, zog sie ganz nah an sich heran. Voller Leidenschaft küssten sie sich, wie bei ihrem ersten Date. Alles um Chris herum verschwamm und er fühlte nur sie, nichts anderes. Dafür gab es jetzt keinen Raum. Weiche zarte Lippen und die Haut wie Seide. Schnell verflog der Rausch der Erotik, als sie sich löste und ihm unvermittelt fest ins Gesicht sah. „Ich weiß, ich hab mich dumm verhalten. Es war egoistisch und verletzend, was ich dir angetan habe. Ich kann nur darauf hoffen...“ Sie sah ihn mit wandernden Augen an. „Verzeih mir. Bitte!“ Der damit verbundene Schmerz ließ ihn in die harte Realität des begangenen Betruges an ihm zurückkehren. Härter war für ihn noch der Umstand, da Jess direkt auf den Dialog mit ihrem Vater zu sprechen kam und sie ihm keine Sekunde zum Durchatmen ließ. „Also was wollte mein Vater genau?“ Mit gedanklich immer wieder geschlossener Faust diskutierte Chris mit ihr über den Umstand, dass sie auf keinen Fall am nächsten Morgen in das Geschäft sollte. Er billigte ihre Entscheidung nicht, sich so früh nach ihrem schweren Zusammenbruch dort sehen zu lassen. All die angeführten Argumente zählten nicht. Nichts, was er sagte, ließ sie von ihrer Meinung abrücken oder sich gar umstimmen. Kapitulierend blieb ihm nichts übrig, als ihr nachzugeben und ihren Entschluss zu akzeptieren. Auch wenn er es nicht guthieß, wollte er sie nicht wegen eines dummen Streits verlieren. Hatte Chris sie doch gerade erst wieder bei sich. Wieder zurückgewonnen. Seit Jess‘ letzter SMS an Alf hatte sie ihr Smartphone nicht mehr in der Hand. Sie wollte wieder unabhängig sein und ihrem Job nachgehen, den sie liebte. Dazu gehörte nun auch die verlangte Aussprache mit ihrem Vater. Bevor sie sich auf den kommenden Tag vorbereitete, lud sie ihr Handy. Noch am gleichen Abend wollte sie mit ihrem Dad in Kontakt treten. Sich Klärung über sein Anliegen zu verschaffen. In den letzten Tagen hatten sich viele unbeantwortete Telefongespräche und Textnachrichten gehäuft. Die meisten waren von ihrer Freundin Anja, die sich so sehr um sie gesorgt hatte, als sie wegen ihrem Liebhaber Alf am Boden zerstört war. Zwei Anrufe von ihrem Vater und genauso viele von Alf. Mit großen Augen schaute sie auf das Display. Damit hatte sie nicht gerechnet. Hatte sie doch Wochen lang sehnsüchtig auf eine Nachricht von ihm gewartet und nichts bekommen. Heilfroh war sie, da sie die Anrufe erst jetzt sah. Löschte sie entschlossen aus ihrer Liste. „Dieses Kapitel ist abgeschlossen, mein Freund“, murmelte sie vor sich hin, obgleich ihr die Anrufe ein wohliges Gefühl und gleichzeitiges Unbehagen auslösten. Nachdrücklich löschte sie seine Kontaktdaten, um endlich mit ihm abzuschließen. Ihre Affäre und all die Gefühle für ihn, die immer noch präsent waren und verworren zwischen Begehren und Hass lagen. Ohne sich weiter mit ihm und dem damit verbundenen Anflug von Rückblicken aufzuhalten, wählte sie demonstrativ die Nummer ihres Vaters. Offen und freundlich war die Begrüßung. Anders, als sie erwartet hatte. Nicht zuletzt hätte ihr Fehlverhalten den Ruin des Unternehmens bedeuten können, das ihr Vater aus dem Nichts aufgebaut hatte. Höflich teilten sie die Befindlichkeiten des jeweils anderen aus. Wie Jess das hasste. Hätte ich doch einfach eine SMS geschrieben, ging es ihr genervt durch den Kopf. So kam sie ohne Umschweife zum Punkt und somit zum Anlass ihres Anrufes. Ruhig aber mit rotierendem Unterarm, da es nichts Schlimmeres für sie gab als das Vorspiel zu einem Gespräch und sie fand, es würde nur unnötig wertvolle Zeit damit verschwendet. „Du hast mit Chris gesprochen. Er sagte mir, ich soll dich morgen im Büro treffen. Papa, es tut mir leid, was passiert ist. Ich mach es wieder gut.“ Suchte nach Erklärungen, ohne sich ihm im Detail anzuvertrauen. Alles ist in Ordnung, mein Kind. Komm bitte morgen um neun. Wir werden ein paar Dinge klären müssen, damit alles weiterhin reibungslos funktioniert. By the way, ich hab da auch noch ein paar Pläne, Baupläne, die ich mit dir für einen neuen Auftrag besprechen möchte. Bitte nimm dir deswegen morgen nichts anderes vor. Es wird einige Zeit in Anspruch nehmen.“ Nach einem Themenwechsel und weiteren unliebsamen Höflichkeitsphrasen verabschiedeten sie sich endlich. Für Jess stand fest, morgen wird ein ganz normaler Arbeitstag. Mit vielen Inhalten. Es gab einiges aufzuarbeiten und neue Dinge kamen hinzu. Jess hatte sich wieder im Griff, sah sich in der Gegenwart und ihrer Zukunft mit einer intakten Familie und der geliebten Beschäftigung als Geschäftsführerin. „Guten Morgen, Frau Lancier“, begrüßte Jess‘ Assistentin sie freundlich am Morgen ihres ersten Arbeitstags. „Ihr Vater erwartet Sie bereits im großen Konferenzraum. Darf ich Ihnen Ihren Kaffee bringen?“ „Guten Morgen, Emma, sehr gerne.“ „Kommt sofort und wenn ich das anmerken darf, Sie sehen phantastisch gut aus.“ Zum Dank für das erteilte Kompliment nickte Jess und entfachte ein kleines Lächeln. Emmas Freude über ihre Anwesenheit stand ihr buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Ohne sich weiter aufzuhalten, lief Jess zielstrebig den bereiten Gang zur Verabredung mit ihrem Vater. Dabei betrachtete sie das Gemälde von Salvator Dali. Nur eine Replikation, das Original hing in ihrem Safe‘, dachte sie noch, bevor sie die Türe des Besprechungsraumes öffnete. „Guten Morgen, Papa.“ Die innige Beziehung der beiden war bereits bei der Begrüßung zu erkennen und endete mit einem Kuss auf die...


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