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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Planet Killer, Michael Scheuermann
Michael Scheuermann

Planet Killer



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Der Mann war längst ein Teil des Spiels geworden – er wusste es nur nicht. Hätte er an diesem Septembermorgen auch nur die leiseste Ahnung gehabt, welche Wendung sein Schicksal schon bald nehmen sollte, er hätte sich vermutlich im Keller seines schmucken Reihenhauses am Stadtrand von Wels versteckt und wäre dort lieber verhungert und verdurstet, bevor er sich irgendwann wieder ans Tageslicht gewagt hätte. So aber war der Morgen für den 52jährigen, geschiedenen Versicherungsmakler bisher durchaus angenehm verlaufen. Er hatte geduscht, war mit dem Rasierer den Bartstoppeln zu Leibe gerückt, hatte einige Zeit mit der Wahl der passenden Krawatte verbracht, sich schließlich für ein zurückhaltendes Anthrazitgrau entschieden, welches sehr gut zum dunkelblauen Anzug passte, war in seinen unauffälligen, weißen Mittelklassewagen gestiegen und wie seit vielen Jahren die wenigen Kilometer zum Büro in der City gefahren.

Dort endete das Leben von Mathias Berger, der stets darauf bedacht gewesen war, nicht aufzufallen, mit einem gar nicht dezenten Knall an seinem sorgfältig aufgeräumten Schreibtisch. Hätte er gewusst, dass sich ausgerechnet im Telefonhörer 100 Gramm Plastiksprengstoff und ein kleiner Elektrozünder samt Batterie befanden – er wäre erst recht im Keller geblieben. So aber wurde die tödliche Vorrichtung beim ersten Telefonat, das er nach zehn Uhr am Vormittag führte, aktiviert. Bergers Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung hörte lediglich ein kurzes Krachen, ehe die Verbindung abbrach. Bergers Sekretärin im Vorzimmer hingegen bekam die Detonation in voller Lautstärke mit. Später sollte sich der gnädige Mantel des Vergessens über ihre Erinnerung an das traumatische Ereignis legen, vorerst jedoch musste sie Mathias Berger entdecken, nachdem sich der Rauch verzogen und den Blick auf ihren nunmehr ehemaligen Chef freigegeben hatte. Der saß nach wie vor am Schreibtisch, als ob nichts passiert wäre – allerdings ohne Kopf und damit selbst zu einer Art Versicherungsfall geworden. Dafür klaffte am oberen Ende des Halses – die Anthrazit-Krawatte hielt aus unerklärlichen Gründen nach wie vor tapfer ihre Stellung – ein blutiges Loch. Den Rest musste man später unter anderem von der hinteren Wand ablösen, eine unappetitliche Aufgabe, wie jeder verstehen wird, selbst für abgebrühte Spurensicherungs-Experten. Die Sekretärin schrie übrigens beim Eintreffen von Polizei, Feuerwehr und Notarzt noch immer.


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