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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe OPFERMODUS, Andrea Becker
Andrea Becker

OPFERMODUS



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Juna war wie gelähmt. Der Alte und das Zeichen. Sie hatte gefunden, wonach


sie suchte. Angst drohte sie zu ersticken. Und was jetzt? War ihr Vater


auch hier? Sie wischte ihre schweißnassen Hände an ihrer Hose ab und ging


auf die Nische mit dem Altar zu.


Der dunkelhaarige Junge knurrte sie wütend an. »Was denn noch? Das ist


nur ein Bildchen, stick es dir aufs Sofakissen oder mal es dir auf den Hintern,


aber lass mich jetzt in Ruhe!«


»Ich hab es schon auf der Schulter als Tattoo«, platzte Juna heraus.


So viel zum Thema Vorsicht, sie hätte sich am liebsten die Zunge abgebissen.


Zu spät. Er erstarrte zur Salzsäule.


»Ähm, ja. Tattoo. Ist mir halt so passiert. Ich weiß auch nicht warum. Ich


dachte, ich find hier ... also ich mein, weißt du vielleicht ...«, stammelte Juna.


»Willst du mich verarschen?« Seine Augen wurden rund wie Frisbeescheiben.


»Du bist Juna, stimmt‘s?«


Juna nickte zögernd. Woher kannte er ihren Namen?


»Ich hab ein Foto von dir. Ähm, gesehen mein ich. Wow, also, so hätte ich


dich nicht erkannt.« Er wirkte jetzt unsicher und nervös. »Wegen dir steht


der Laden hier seit Wochen Kopf. Aber warum fragst du, du weißt doch


mehr als ich! Soll das ’ne Falle sein?«


»Falle? Was denn für eine Falle?« Juna entschied sich für die Wahrheit,


schließlich hatte sie sich eh schon verplappert und niemand hatte sich auf


sie gestürzt. »Ich hab das Tattoo im Schlaf bekommen und keine Ahnung,


was das soll. Mein Vater ist weg, irgendjemand schreibt im Internet unter


meinem Namen und ich sollte jetzt in Amerika sein.«


Der Surfer schaute sie prüfend an. »Du hast echt keinen Schimmer. Hat


Christian dir nichts erzählt?«


Juna riss die Augen auf. »Christian? Mein Vater? Wo ist er? Hast du ihn


gesehen?«


»Ja sicher hab ich ihn gesehen! Schon oft! Aber nicht in den letzten Tagen.


Irgendwas ist wohl schiefgegangen.«


Juna wurde ungeduldig. »Können wir das mit den Rätseln mal lassen? Ich


hab keine Ahnung, worum es überhaupt geht. Bis letzte Woche hab ich mit


meinem Vater in einer Spießersiedlung in einem Spießerhaus ein Spießerleben


geführt. Er hatte einen Job bei einem Laden für Outdoorklamotten und


ich bin zur Schule gegangen. Jetzt sollte ich eigentlich ein Auslandsschuljahr


in Amerika verbringen. Dann kam der Typ, der dich eben geschubst hat, ich


hab das Tattoo, und mein Vater ist verschwunden. Alles ist schiefgegangen,


mein Leben geht grad schief!« Sie machte eine Pause. »Wer bist du überhaupt?


«


»Charly. Ich bin, genau wie du, ein Wiedergeborener. Aber nicht ganz so


wertvoll wie du.«


Juna wurde ungeduldig. »Wiedergeboren. Klar. Charly, werd mal deutlich!


Was ist das hier? Was macht ihr im Dom und was zum Teufel wollt ihr von


mir?«


Er zögerte kurz, setzte sich dann aber doch zu ihr und fing an zu erzählen.


»Das hier ist ’ne Glaubensgemeinschaft, nenn es Sekte, wenn du willst. Eine


keltische Sekte, um genauer zu sein. Wir sind die ... ich mein, die nennen


sich ›Danas Erben‹. Dana ist die Muttergöttin. Du bist ihre direkte Nachfahrin.


Christian ist einer der Druiden, das ist ’ne Art Priester. Bei uns heißt


er Cynon. Nie gehört? Na egal. Vor ein paar Jahren haben die einen Prozess


gegen die katholische Kirche gewonnen, dass sie das Recht haben, hier zu


sein, weil der Dom auf einer alten keltischen Kultstätte gebaut wurde. Tja,


und demnächst ist irgendein Fest und dazu brauchen die dich. Du bist so


’ne Art Superstar für die. Jedenfalls versprechen die sich eine Menge davon,


wenn du dabei bist.«


Juna war perplex. »Ich bin ein was? Ein keltischer Superstar? Wiedergeboren


ja? Ihr habt sie doch nicht mehr alle. Und die Party wird ohne mich


gefeiert, das ist ja wohl mal klar. Ich mach da nicht mit.«


Charly lachte und Junas Herz bekam Schluckauf. »Ich fürchte, danach


wirst du nicht gefragt. Du hast ja gemerkt, die holen sich, wen sie brauchen.


Dich holen sie sich auch noch.«


»Die müssen mich erst mal finden!«, erwiderte Juna empört.


Charly sah sie beinah mitleidig an. »Unter dem Tattoo ist ein Sender unter


deiner Haut. Die finden dich, sogar wenn du nach Timbuktu abhaust, verlass


dich drauf.« Sein Gesicht verfinsterte sich. »Mich haben sie auch gefunden.


Du bist nur noch frei, weil die im Moment eine Versammlung in Köln haben


und vorher nicht dazu gekommen sind. Hier ist grad nur Notbesetzung. Und


ich. Aber sie wissen genau, wo du bist und beobachten dich.«


Juna stand wie angewurzelt vor dem Altar, sie hörte ihr Blut in den Ohren


rauschen, wollte etwas sagen und konnte sich nicht rühren. Ihr Vater war ein


Priester? Noch nichtmal sturzbetrunken an Fasching. Niemals, nicht in hundert


Jahren. Ein Druide? Sie dachte an den Druiden der in den Comics von


Mias Brüdern vorkam. Aber das Tattoo war da, Christian war verschwunden


und Charly hatte keinen Grund, ihr ein Märchen aufzutischen. Sie hielt sich


an dem kühlen Stein vor ihr fest und wollte anfangen die ersten der hundert


weiteren Fragen, die in ihrem Kopf schwirrten, zu stellen. Aber dazu blieb


ihr keine Zeit.


 


»Hau ab, schnell, Jakob kommt!« Charly schob sie grob hinter die Säule.


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