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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Noir: Bei Anruf Mord, Jay Bélier
Jay Bélier

Noir: Bei Anruf Mord



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Prolog


Von außen betrachtet, habe ich ein befremdliches Leben. Ich bleibe nie lange an einem Ort, lasse keinerlei Bindungen zu und achte penibel darauf, dass von mir auch nicht nur der Hauch einer Erinnerung zurückbleibt. Bindungen und Beziehungen werden überschätzt, etwas wie Nähe braucht der Mensch nicht. Sicher, man muss ab und an seinen Trieben nachgeben, aber ansonsten kommt die Spezies Mensch bestens allein zurecht. Wie ich darauf komme? Es gibt kaum einen, der für jemanden freiwillig den Kopf hinhält. Die Tatsache, dass es die Bezeichnung ‘füreinander einstehen’ gibt, ist nichts weiter als eine Redensart, um den Glauben an Bindungen zu schüren, die es nicht gibt. Kommt schon, mal Hand aufs Herz. Wie oft wurdet ihr schon vom Leben gefickt und aufs Glatteis geführt? Wie viele Male haben euch sogenannte Freunde von vorn, mit einem unschuldigen Lächeln ins Gesicht gelogen und euch hinterrücks ein Messer in den Rücken gerammt? Man kann keinem Einzigen trauen, dem bin ich mir sicher. Wenn man auf dieses Wissen baut und nur sich selbst treu bleibt, kann man niemanden enttäuschen. Wenn ich einen Ort verlasse, dann hinterlasse ich nichts, was auch nur einen Funken meiner Existenz bestätigen könnte. Ich lösche Existenzen aus, sobald sich ein Kontakt, meines Erachtens, zu sehr vertieft! Jetzt starrt nicht so geschockt diese Zeilen an! Ich bin sicher nicht der erste Killer, von dem ihr lest! Also wirklich! Wie hat mich das FBI einst beschrieben? Ich gleiche von der Herangehensweise ‘Jack the Ripper’, was ich persönlich für ziemlichen Schwachsinn halte. Ich mache nur meinen Job, nicht mehr und nicht weniger und ich bin gut darin. Ich gehöre auch zu der Fraktion Killer, die alles andere als pressegeil ist, denn diese Vögel sind in meinen Augen eher hinderlich als dienlich. Ebenso bin ich in all den Jahren, in denen ich den oberen Zehntausend diene, noch kein einziges Mal auch nur im Ansatz in Verdacht geraten. Woran das liegt? Ich denke voraus, verteile meine Schachzüge oder sagen wir es einfach ausgedrückt: Ich begehe die perfekten Morde und besitze ein einzigartiges Alibi. Ich arbeite im Auftrag der CIA und mal ehrlich, wer vermutet schon, in einem zierlichen Kerl wie mir, einen eiskalten Mörder, der eine Schneise der Gewalt hinter sich lässt, wenn er verschwindet, nur um sich im nächsten Moment ein neues Heim und Leben aufzubauen? Ich bin sicher nicht als Mörder geboren worden, nein vermutlich besaß ich nicht einmal den Hang zur Gewalt, doch manchmal zieht das Schicksal einige Strippen, man begegnet dem Teufel und beginnt einen Pakt zu schließen, der letztendlich immer mit dem Blut eines Anderen endet. Einzige Regel in meinem Job: Gehe niemals eine Bindung mit deinem Opfer ein! Und so hab ich es die letzten 8 Jahre gehalten und so halte ich es auch weiter. Nichts und niemand wird sich mir in den Weg stellen! Jeder Widerstand wird gnadenlos und unwiderruflich ausgelöscht, denn Gefühle sind nichts weiter, als physikalische Regungen die den Körper unter Strom setzen. Eine Abart, die ich an dem menschlichen Organismus hasse. Die klügsten Köpfe der Welt wissen, wie schädlich Gefühle für die Wissenschaft, die Politik oder den Krieg sind, selbst in meinem Job ist jene chemische Regung nicht dienlich, doch ein Medikament hat noch keiner gegen diese Seuche erfunden! Bedauerlich! Wirklich bedauerlich!


 


Kapitel 1 – Das kalte Herz


Die Sonne stand bereits hell am Himmel, als sie ihre Strahlen in mein Gesicht warf. Immer wieder verzog ich es, tastete dann mit meiner Hand nach einem Kissen und warf es der Lichtquelle entgegen. Kurz darauf folgte ein klirrendes Scheppern, was mich aufschnellen ließ. Binnen Sekunden saß ich kerzengerade im Bett, rieb mir schlaftrunken die Augen und blinzelte der Quelle des Lärms entgegen. Auf dem Boden lagen weiße Porzellanscherben verteilt. „Fuck!“, brummte ich noch im Halbschlaf, schlug mir die Hände leicht klatschend ins Gesicht, um mich selbst wieder auf Vordermann zu bringen und starrte den Scherbenhaufen an, der einst eine, schon leicht in Mitleidenschaft gezogene Lampe, darstellte. „Hmmmm?! Das war’s wohl dieses Mal ganz. Mit Kleben wird’s garantiert nicht mehr zu richten sein, dabei hatte ich die doch schon so lange!“, brabbelte ich vor mich hin und sah nach links. Vor meinem riesigen Fenster hingen frisch gewaschene, schneeweiße Vorhänge. Sie waren durch leichte Unebenheiten etwas verzogen, aber ich war schon immer die Art von Kerl, der alles passend machte und sei es mit roher Gewalt. Der süße Frühlingsduft des Waschpulvers verteilte sich in meinem Zimmer, was mir ein sanftes Lächeln entlockte. Ich sah mich weiter in meinem Zimmer um, blickte auf einen rustikalen rotbraunen Schrank in der hinteren Ecke des Raumes, auf dessen geöffneter Tür sich eine meiner schwarzen Socken befand. „Nanu?“ Ich zog die Bettdecke etwas von meinen Füßen und erhaschte einen Blick auf die Fußspitzen. Die linke war mit einer schwarzen Socke bedeckt, die rechte war nackt. Spielerisch ließ ich meine Zehen tanzen und sah wieder zu der Socke. „Es ist mir echt ein Rätsel wie du dort hingekommen bist?! Ich muss völlig fertig gewesen sein, wenn mir ein so winziges Detail entfällt!“ Ich drehte mich ein kleines Stück im Bett um und rutschte dabei mit meinem Hintern über ein hartes ovales Etwas. Plötzlich sprang mein Flachbildfernseher an, der sich fast über die gesamte Wand zog. Werbung für ‘Hakle Feucht’ überzog die Fläche und meine Stereoanlage fing gleichzeitig an ‘Mamma Mia’ von ABBA aus ihren Boxen zu schmettern. Ich hasste es, so grausam in einen neuen Tag zu starten. Fluchend sprang ich aus meinem Bett, riss die Decke zur Seite, schmiss mich hektisch auf die Fernbedienung und drückte sämtliche Knöpfe. Nicht nur, dass sich nun auch noch das Licht und die Belüftung meiner Klimaanlage einschalteten, nein, auch die Jalousie fing an, hoch und runterzufahren, um im Wechsel Licht und Dunkelheit zu spenden. „Fuck! Fuck! Fuck! Scheiß Technik, ey!“, fluchte ich vor mich hin, lief auf meinen Eckschreibtisch zu, zog die linke Schublade auf und wühlte in den Unterlagen herum, bis ich etwas Kühles zu greifen bekam. „Jetzt ist Schluss mit lustig! Es reicht mit dem Verarschen!“, meckerte ich vor mich hin, richtete meine kleinkalibrige Waffe auf die Stelle in meinem Bett, wo ich die Fernbedienung vermutete und drückte ab. Durch den aufsitzenden Schalldämpfer hallten zwei Schüsse dumpf durch mein Schlafzimmer. Kaum einen Atemzug später herrschte, von der zuvor tosenden Lautstärke, unheimliche Stille und die Jalousie stoppte auf der Hälfte meines Fensters. Endlich war wieder Ruhe eingekehrt. Vereinzelte Federn tanzten noch lautlos durch die Luft und suchten sich ihren Weg auf die schwarzen Dielen. „Toll, jetzt hab ich auch noch mein Kissen erschossen! Ich glaube, das wird ein verdammt doofer Tag! Vielleicht sollte ich lieber gleich wieder in mein Bett kriechen und warten, bis morgen die Sonne aufgeht!“ Schon jetzt, von dem bevorstehenden Tag angenervt, legte ich die Waffe zurück in den Schreibtisch und schlurfte nackt aus dem riesigen Zimmer. Kurz kratzte ich mir über den Hintern, kam an einem ovalen Spiegel vorbei und warf einen flüchtigen Blick hinein. Als ich meine Morgenlatte anblickte, grummelte ich und zischte der glitzernden Eichel entgegen: „Oh man, dass nicht auch noch!“ Ich streckte die Arme in Richtung der Decke, bog mein Kreuz leicht, gähnte ausgiebig und schlenderte ins Badezimmer. Wie jeden Morgen begann alles mit der Morgentoilette. Ich nahm meine Zahnbürste, schob einen dicken weiß-roten Streifen der Zahnpasta drauf und zog das Ding in leicht kreisenden Bewegungen auf meinen Zähnen hin und her. Während dieser Zeit ließ ich das Wasser der Dusche laufen. Es brauchte, dank des alten Boilers, seine Zeit um heiß zu werden. Hastig zog ich die schwarze Socke von meinem Fuß, spuckte den Schaum aus dem Mund, spülte kräftig mit Wasser nach und bestieg das weiße Keramikbecken. Das heiße Wasser perlte auf meiner kühlen Haut und löste einen wohligen Schauer aus. Ich nahm das Duschbad und verteilte das blau schimmernde Gel summend auf meiner glatten Haut. Auch wenn man es mir nicht ansieht, so habe ich doch noch ein paar asiatische Gene von meinem Urgroßvater geerbt. Kein Haar ziert meinen Körper, so bleibt mir der lästige Akt des Rasierens wenigstens erspart. Als ich soweit fertig war, drehte ich den quietschenden Wasserhahn zu, wickelte mir ein Handtuch um die Hüfte und stieg aus der Dusche. Wie selbstverständlich schaltete ich beim Verlassen des Badezimmers das Licht im Flur an und sah aus dem Augenwinkel, dass das Fenster der kleinen Küche leicht offen stand. Die Frühlingsluft erfüllte meine Nase, während die Strahlen der Sonne eine Reflexion in einem Trinkglas auf der Spüle spiegelte. Es kam selten vor, dass ich ein Fenster über Nacht offen ließ und wenn, dann nur in angekippter Stellung! ‘Was war gestern Abend nur los?’ Als ich die zwei Flaschen Korn auf der Kücheninsel stehen sah, dämmerte es mir langsam. ‘Mist, das war wohl doch ein wenig zu viel!’ Ich schaltete den Wasserkocher an, lief zum Küchenschrank, der in einem zarten Mint gehalten war, öffnete die Tür und holte meine Kaffeetasse heraus, die 700ml maß. Ich kippte drei gehäufte Teelöffel Instantkaffee rein, fügte Pulvermilch und eine ordentliche Portion Zucker hinzu und wartete darauf, dass das Wasser endlich heiß wurde. Plötzlich raschelte es hinter mir. Ich stellte die Tasse ab, wandte mich mucksmäuschenstill um und ließ meinen Blick durch den kleinen Raum schweifen, doch ich fand nichts. Irgendjemand musste hier sein, dem war ich mir sicher. Ich tastete zum Messerblock, umfasste den kühlen Griff des Fleischbeiles und machte mich auf die Suche nach dem Eindringling. Beinahe lautlos lief ich über das Parkett zurück in den engen Flur, blickte nach links, wo sich eine kleine rotbraune Kommode mit verschnörkelten schwarzen Griffen befand, welche vier riesige Schubladen zierten. Auf ihr standen zum Schein mehrere Bilderrahmen, in denen sich Fotos diverser männlicher als auch weiblicher Models befanden, die sich in ihrem Bereich noch keinen Namen gemacht hatten, nur um sie notgedrungen als meine Freunde ausgeben zu können. Auf der äußeren Front befand sich eine kleine Schale aus Kristall, in der ich eine kleine Sammlung von Schlüsseln liegen hatte. Hauptsächlich waren diese dafür da, um Handschellen schneller zu öffnen, meinen Briefkasten zu leeren oder einzelne Zimmer abschließen zu können. Jeder hatte eine Macke und das war wohl meine. Es beruhigte mich ungemein zu wissen, dass ich über diverse Situationen die Kontrolle hatte. Ich zog die rechte obere Schublade auf und starrte auf den Inhalt, der mich eisig grinsen ließ. Ich sah die zweite Waffe, die sich in der Wohnung befand, kurz an, glitt mit meinen Fingern über den schwarzen Griff und schob die Schublade wieder zu. ‘Na dann, spielen wir mal ein wenig!’ Mit dem Beil und der Waffe in den Händen schlich ich weiter durch meine Wohnung. An den Wänden des engen Korridors hingen versetzt kleine LED-Leuchten, links vor mir erstreckte sich eine Tür, die zur Abstellkammer führte. Lautlos öffnete ich diese, trat blitzschnell hinein und hielt das kalte Metall ins Nichts. Mein Herz überschlug sich beinahe. Sicher war ich es gewohnt, der Gefahr ins Auge zu blicken, aber in der eigenen Wohnung abgemurkst zu werden, war selbst für einen wie mich peinlich. Ich trat einige Schritte zurück, schloss die Tür wieder und lief weiter geradeaus. Tausende Gedanken schossen durch meinen Kopf. Ich hasste es, wenn ich Gefahr lief, enttarnt zu werden, weil dies bedeutete, Menschen zu töten, die mir vielleicht nur wohlwollend, ohne es selbst zu ahnen, geholfen hatten. Meine nackten Füße bewegten sich bestimmend über das Parkett, während sich die Waffe, welche sich in meiner linken Hand befand, bei jedem meiner Schritte, locker schwingend, an meinem nackten Oberschenkel legte. Das Bad konnte ich aus dem Augenwinkel heraus betrachten. Es war ebenso leer wie der Raum zuvor. Also blieb nur noch das Gästezimmer, welches zugleich meinen Wohnbereich darstellte, in dem sich der Eindringling vermutlich aufhielt. Ich hob meinen linken Arm an, richtete meine Waffe zur Tür, welche ich mit dem Fuß aufstieß, schnellte um die Ecke und starrte wieder ins Nichts. Verdutzt sah ich mich um, als plötzlich etwas kitzelnd um meine Beine schlich. „Ahhhh … Was machst du Mistvieh schon wieder hier? Dass diese Pussy nicht auf dich aufpassen kann! Mach das du abhaust! Los!“ Die fette Perserkatze meiner Nachbarin schlenderte um mich herum, stank schlimmer wie ein Müllcontainer und doch schien das Vieh andauernd hungrig zu sein. Nicht einmal Respekt schenkte mir dieser Flohteppich auf vier Pfoten. Tiere sind schon komisch. Dem Einen kriechen sie in den Arsch und dem Nächsten nehmen sie nicht für voll. „Rutsch mal!“, knurrte ich dem Tier entgegen, welches sich rollend vor mir rekelte. Ich schob es mit meinem Fuß weg, doch plötzlich wandte sich das Biest um, hakelte mit ihren Krallen in meinen kleinen Zeh und biss zu. Ihr schmatzendes Knabbern machte es nicht besser. Es zog, zwickte und fing an zu bluten. Vereinzelte rote Tropfen zogen sich über mein helles Parkett. In diesem Moment bereute ich es, dass ich nicht auch hier einen dunklen Boden gelegt hatte, aber was soll’s, man kann bekanntlich nicht alles haben. Ich verdrehte genervt die Augen und knurrte gereizt. Wie sehr ich doch Tiere hasste. Ich beugte mich nach vorn, folgte mit meinen Augen dem grünen Silberblick der Katze, die wohl zu meinem Bedauern an meinem Riemen interessiert zu sein schien, und mit ihrer Tatze unter mein Handtuch hangelte. „Wow … wow … wow! Wag es dich ja nicht!“, motzte ich, packte sie hastig im Genick, welches mit Speck gut gepolstert war, und grollte zornig weiter: „Das ist mein Schwanz und keine verfickte Katzenangel! Verdammtes Mistvieh!“ Ich sprintete mit dem Tier aus meiner Wohnung, die Treppen des riesigen Wohnkomplexes um eine Etage weiter hinauf, atmete dabei den muffigen Geruch des Kellers ein, der sich über die Stockwerke hinweg zog, legte meine Hand an die silberne Klinke und riss wütend die Glastür zum Flurbereich auf. Ich betrat den schmalen Korridor, lief auf die Wohnung zu und hämmerte mit geballter Faust wutentbrannt gegen die Tür jener Frau, deren Schnurrbestie meinen morgendlichen Zorn entfachte. Dumpfes Knallen zog sich durch den Gang. Ein leises Klappern der Scharniere machte deutlich, in welch maroden Zustand sich die Tür befand. Ich vernahm das Klackern der Absätze, hörte, wie sie am Schlüsselbund herumfummelte und das Metall immer wieder geräuschvoll, quietschend über das Schloss zog. Vermutlich suchte sie nach dem passenden Schlüssel. Was für eine Ironie. Wenn es im Haus brennen würde, wäre sie vermutlich die einzige gegrillte Person des Gebäudes, da sie erst den passenden Schlüssel suchen müsste, nur um sich endlich in Sicherheit bringen zu können. Bemitleidenswerte Kreatur. Sie gehörte vermutlich nicht gerade zu den hellsten Köpfen unserer Spezies. Als sie es endlich geschafft hatte die Tür zu öffnen, stach mir ein herb süßlicher Duft entgegen. Nebelschwaden zogen sich durch die Wohnung und das verriet mir, dass sie eben noch geraucht haben musste. Ich räusperte mich kurz und sah mit einem kühlen Blick der Frau entgegen, die lasziv am Eingang lehnte und zu mir meinte: „Na Süßer, hast du genug gesehen? Kommen wir zum Geschäft! 250 Mäuse die Stunde und du wirst wunschlos glücklich sein!“ Mir klappte der Unterkiefer runter. Sie trug pinke knappe Shorts, die ihren breiten Hintern unförmig hervorhoben und einen Pulli in Gelb, aus dem ihre Titten gerade so herausquollen. „Ihre Katze war schon wieder bei mir!“, brummte ich ihr genervt entgegen und versuchte wirklich freundlich zu bleiben. Ich knirschte kurz mit den Zähnen: eine negative Eigenschaft, die mich jedoch tatsächlich beruhigte. Um ihr zuvorzukommen, fuhr ich trocken fort und fügte beiläufig hinzu: „Wenn ihr Vieh morgen wieder bei mir in der Wohnung ist, hol ich ‘nen Chinesen, der aus dem Ding Hackfleisch macht, verstanden! Ich sehe es nicht ein, dass meine vier Wände zum Abladeplatz der Untermieter ihrer Flohschleuder gemacht werden!“ Mit eiskaltem Blick taxierten meine meerblauen Augen die Frau vor mir. Sie stoppte ihre Bewegungen des Beckens. Vermutlich merkte sie, dass dies für mich alles andere als stimulierend wirkte. Perplex starrte mich das Weib durch ihre fette Hornbrille an, fuhr sich durch ihr speckiges langes, schwarzes Haar und blieb mit ihrem Blick auf meinem Beckenbereich haften. Ich folgte mit meinen Augen den ihren und grinste sie kühl an, lehnte mich locker an den Holzrahmen und schnalzte verächtlich mit der Zunge. „Na, was haben sie denn für unzüchtige Gedanken! Glauben sie mir eines, bevor mein Hammer sie fickt, faulen mir eher die Eier ab!“ Ich grinste sie ein letztes Mal unschuldig an, setzte einen gekünstelt netten Blick auf, obwohl ich eigentlich hätte kotzen können, und drehte mich um. Genervt schritt ich wieder auf die Glastür zu und konnte schon beinah hören, wie sie vor Geilheit auslief. Was ich noch mehr hasste als Viecher, die meinen morgendlichen Ritus des wach Werdens störten, waren chronisch untervögelte Hausfrauen, denen nicht einmal der Dildo zu helfen schien. Wobei, vielleicht hatte sie auch die falsche Größe? Oder ihre Kunden alle zu kleine Schwänze? Vielleicht hatten wir dasselbe Problem? Wer weiß das schon? Weiber waren mir zu blöd, denn entweder wollten sie nur meinen Schwanz und dirigierten dabei, ohne auch nur eine Sekunde die Schnauze zu halten, oder sie quatschten ständig von Dingen, wie Liebe und Familie, was mich nicht die Bohne interessierte. ‘Moment … über was zur Hölle denke ich hier bitte nach? Mir kann es doch scheißegal sein, ob die hässliche Hackpratze gefickt wird oder nicht! Meine Fresse! Ich mutiere zu einem Nachbarn!’ Angefressen schlurfte ich den Gang entlang, riss die Verbindungstür so heftig auf, das sie unterhalb aus dem Scharnier sprang und kippelnd gegen die Wand prallte. „Daran ist nur die Alte schuld!“, schnaufte ich wütend durch die Nase aus und lief zu meiner Wohnung zurück. Die Tür stand noch sperrangelweit offen und ein bekannter herber Duft waberte mir entgegen. Ich fing an zu grienen und betrat meine Räumlichkeiten. Provokant presste ich meine Lippen nach vorn und begann schwungvoll ‘Amazing Grace’ zu pfeifen. Absichtlich rutschten ein paar falsche Töne hervor. Ich ballte meine Hände zu Fäusten, als ich nichts hörte, ließ von innen die Tür ins Schloss fallen und schlurfte pfeifend weiter. ‘Wieso ist er da? Er weiß doch, wie sehr ich überraschende Besuche hasse! Ob ich aufgeflogen bin?’ Normalerweise wurde ich nur selten nervös. Dies war so ein Moment. Musste ich etwa wieder einen Ort verlassen? Zum Glück gab es hier kaum jemanden, den ich beseitigen musste, um im Geheimen bleiben zu können. Vielleicht die alte Schachtel, aber sonst hatte keiner mein Gesicht gesehen. Andererseits hatte ich mich gerade erst eingelebt, hatte nur einem Drogendealer wortwörtlich die Gedärme rausgerissen, doch sonst war ich unauffällig geblieben. Vielleicht noch das abgefackelte Haus, dass man mir hätte nachweisen können, doch dies hatte ich eigentlich aussehen lassen, als wäre ein verrückter Pyromane unterwegs. Diese Opfer konnte man mir nun wahrlich nicht zuordnen. Zumindest glaubte ich das. Ich setzte ein charmantes Lächeln auf, wodurch sich meine Grübchen zeigten, lief weiter in die große Wohnung hinein und rief mit gespielt freundlicher Stimme: „Was machst du denn hier? Mit dir hätte ich am allerwenigsten gerechnet!“ Vor dem Bad stoppte ich, wandte mich zum Flurspiegel, fuhr noch einmal hastig durch mein Haar, um es wenigstens einigermaßen zu richten und lief den Gang weiter in Richtung meines Schlafzimmers. „Zeig dich! Ich kann solche Spielchen überhaupt nicht ab!“ Wie ich es hasste, wenn sich nichts in der Wohnung regte, man aber durch einen Geruch genau wusste, dass man nicht alleine war. Ich fand es unerträglich, eine Situation nicht sofort kontrollieren zu können, doch was sollte ich machen? Das war mein Preis, den ich zahlte, um morden zu dürfen und das ganz offiziell für die Regierung, ohne dass ich irgendwelche Konsequenzen fürchten musste. Als ich in meinem Schlafzimmer ankam, stockte mir der Atem, als ich meinen unerwarteten Gast sah. Vor mir stand er, der Mann, den ich vermutete und mit dem ich einen weiteren Pakt hatte. Sex für sein Schweigen. Mick war ein halber Kleiderschrank, der beinahe genauso viele Muskeln zu haben schien, wie Hulk Hogan. Sein braunes, nach hinten gegeltes Haar glänzte im Spiel einiger Sonnenstrahlen. Zwar mochte ich es nicht, wenn ein Kerl sein eigentlich rebellisches Haar, zähmte, doch um ehrlich zu sein, bei ihm war mir alles egal. Begierig musterte ich seinen Körper und stoppte bei seinen Hüften. Was sich durch den Stoff abzeichnete, gefiel mir. ‘Endlich wieder ein richtiges Rohr! Fuck, den will ich! Sofort! Hoffentlich nervt er nicht wieder rum und erzwingt Geständnisse beim Ficken!’ „Hey! Wer hat dich reingelassen?“, fragte ich mit verstellt schüchterner Stimme. Ich wollte, dass er mit mir sprach, doch den Gefallen tat er mir nicht. Dass er geil und auf alles andere als Blümchensex fixiert war, schien etwas zu sein, was wir gleich hatten. Er schritt auf mich zu, umkreiste mich und musterte meinen Körper. Sein herber Geruch schlug mir in die Nase. Er taxierte jeden Millimeter meines Körpers, obwohl er ihn schon in- und auswendig kannte. Das war auch eine Sache, die ich hasste, denn, auch wenn ich meinen Arsch anbot, so war ich noch lange keine Ware, die man prüfen musste. „Hey, was soll der Scheiß! Warst du in deinem früheren Leben mal ‘nen Geier oder so?“, brummte ich ihm wütend entgegen. Direkt hinter mir stoppte er seine Art Begutachtung. Mick näherte sich mir, fuhr mit seiner Hand über meinen Hintern, den noch immer das Handtuch zierte, und zwickte mit seinen Fingern zu. „Hey! Lass das!“, zischte ich und sah über meine Schultern. Seine roten Augen stachen mir entgegen und ließen mich schwer schlucken. Wie aus dem Nichts spürte ich seine Hand zwischen meinen Schulterblättern, die schon beinahe einer Pranke glich. Der Hüne schob mich durch mein Zimmer, dirigierte mich zum Bett, das sich seitlich vor dem Fenster befand, presste mich bäuchlings grob in die Kissen, hob mein Becken an, riss mit einer schnellen Handbewegung das Handtuch von meiner Hüfte und knurrte mir entgegen: „Frag nicht so doof wer mich reingelassen hat. Deine Tür stand doch für jeden einladend offen, du Hirni! Kannst aber beruhigt sein, es war keiner in der Wohnung, als ich kam und jetzt halt still!“ Normalerweise ließ ich mir nichts sagen, doch ich war neugierig und gegen sein dominantes Spiel hatte ich noch nie etwas einzuwenden. Er glitt mit seinen Fingern über meinen Schwanz, rieb sein Becken an meinem Hintern, wodurch ich seine harte Latte deutlich durch seine Hose hindurch spüren konnte. Sie war riesig, das fühlte ich auch, ohne dass ich nach hinten sah. Ja, ich begehrte diesen stattlichen Riemen, wodurch ich meinen Po an seinen Schritt presste, provokant leichte kreisende Bewegungen vollzog und mir begierig auf die Unterlippe biss. Ich griff nach seiner Hand, die er von meinem Schritt weggezogen hatte, führte sie wieder an meine halb aufgerichtete Erektion und schob sie massierend über mein pochendes Fleisch. Mir lief das Wasser im Mund zusammen, als ich spürte, wie seine Beule in der Hose größer wurde. Ich bewegte mein Becken immer sinnlicher reibend, starrte ihn animalisch an und meinte: „Was ist? Willst du ficken oder nur glotzen?“ „Was ist, wenn ich nur einen geblasen bekommen will?“ ‘Will der mich verarschen? Der kann mich doch nicht mit diesem Prachtstück wahnsinnig machen und dann nur ‘nen Blowjob verlangen?! Oh fuck ey … ich will ihn jetzt aber! Kann denn heute nicht wenigstens einmal etwas so klappen, wie ich es will?’ „Okay, pass auf. Lass uns einen Deal machen. Du fickst mich jetzt endlich und kannst mir jeden Job aufs Auge drücken, den du hast! Egal wie dreckig er auch sein mag! So haben wir beide was von der Nummer! Kein Wort zu deinem Boss, verstanden!“ Eifrig nickte er, zog schelmisch die Mundwinkel nach oben, sodass sich seine weißen Eckzähne zeigten, die eine winzige Ähnlichkeit von Vampirzähnen aufwiesen. Wenn man es so betrachtete, war er sogar eine Art dieser mystischen Spezies, nur das er statt Blut, Sex aus einem heraussaugte und das alles nur für sein Schweigen. Unbemerkt schob mir Mick zwei Finger in meine lüsterne Zone und stieß zu. Ich stöhnte kurz auf, krallte meine Finger ins Laken und hob mein Becken weiter an. Immer wieder spreizte er seine Finger in meinem Loch, zog sie hinaus und drückte sie wieder in mich hinein. Entnervt erhob ich mich, spürte dabei, wie er seine Finger aus mir zog, wandte mich in seine Richtung um, rutschte vom Bett, kniete mich auf den Boden, öffnete dabei den Knopf seiner Hose und zog sie kurz darauf herunter. Sein pralles Glied wippte mir mit seiner lüsternen nassen Kuppe entgegen. Ich beugte mich nach vorn, leckte über seine Eichel, glitt immer wieder in kreisenden Bewegungen, über das pralle Stück, fuhr über seinen langen Schaft, wanderte zurück zu seiner Kuppe, um den glitzernden Überzug aufzunehmen und schluckte den salzigen Samen, der sich auf meiner Zunge verteilte. Vereinzelte Strähnen, meines weißblonden Haares, zogen sich kitzelnd über seine Schenkel. Ich setzte mich wieder aufs Bett, sah ihm tief in die Augen und strich mein langes Haar wieder über meine Schulter zurück. Mein Blick beäugte den Schwanz, der sich mir gierig entgegenstreckte. Ich schluckte schwer. Trotz aller Wollust, die meinen Körper heimsuchte, blieb ich kühl.


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