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> Krimi Thriller > Mördermieze und ihr Protégé
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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Mördermieze und ihr Protégé, Lilian R. Franke & Justina Sink
Lilian R. Franke & Justina Sink

Mördermieze und ihr Protégé



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Warum bestellt Mördermieze mich in ein ehemaliges Büro, das in einer Ruine liegt? Neugierig sieht Nikolaj sich in dem schäbigen Raum um, in dessen Mitte vier Sessel zu einer Sitzgruppe angeordnet wurden. Wieso vier?, fragt er sich irritiert, wandert auf dem dreckigen Teppichboden auf und ab, der zwischen den Sesseln ausgelegt wurde. Sein Blick streift einen zerbeulten Aktenschrank und zwei Schreibtische. Ob ich nicht doch lieber die Kurve kratze, bevor sich herausstellt, dass Mördermieze ihren Namen zurecht trägt? Vielleicht hat sie mir ja etwas vorgelogen ... Aber ich kann mich nicht so täuschen ... Versonnen denkt er an die vielen Telefonate zurück, die sie in den letzten Wochen führten. Er traf noch keine Frau, die seinen Humor auf Anhieb verstand, mit der er ehrlich sein konnte. Manchmal überkommt ihn gar das Gefühl, als hinge sein Leben von ihr und vom Verlauf dieses Treffens ab, denn alles andere scheint vollkommen sinnlos geworden zu sein.


Schritte auf dem Flur reißen Nikolaj aus seinen Überlegungen und lassen ihn in einen Aufruhr geraten, der seinen Herzschlag rapide erhöht. Vier Monate lang angestaute Emotionen lassen seine Hände leicht zittern, als er sich eine rote Rose zwischen die Zähne klemmt und ein Knie auf den Boden setzt, um Mördermieze angemessen in Empfang zu nehmen.


Als Iven die Tür erreicht, auf der wie in dem Brief angegeben „Raum 445" steht, versucht er, sein zerknittertes Jackett glattzustreichen. Ich hätte mir etwas Neues zum Anziehen kaufen sollen. Das wird keinen guten Eindruck auf Victoria machen ... Andererseits ist es hier ziemlich dreckig ... Es ist ihm unbegreiflich, weshalb ihn seine Nichte ausgerechnet in diesem abseits gelegenen Plattenbau treffen möchte. Aber er ist so glücklich, nach all der Zeit ein Zeichen von ihr erhalten zu haben, dass er auch zum Mond gereist wäre, um sie zu sehen.


Noch einmal atmet er tief durch, ehe er entschlossen die nur angelehnte Tür aufstößt. Nach den dunklen Fluren blendet ihn für einen Moment das Tageslicht, das durch die beiden großen Fenster dringt. Das ist doch nicht Victoria, durchzuckt es ihn, als er eine ganz in schwarzes Leder gekleidete Gestalt erblickt, die vor ihm auf dem schmutzigen Fußboden kniet. Verwirrt blinzelt Iven den Mann an, erkennt in ihm nun seinen früheren Kompagnon Nikolaj. „Du?!"


Vor Schreck lässt Nikolaj die Rose fallen, braucht einen Moment, ehe er sich verlegen aufrichtet und den Staub von der Hose klopft. Nach so vielen Jahren Funkstille muss ich ausgerechnet Iven hier begegnen und dann auch noch in dieser Pose!  „Was zur Hölle tust DU hier?!"


„Das habe ich dich doch eben gefragt!" Iven macht ein paar Schritte in den etwa 40 qm großen, rechteckigen Raum hinein, registriert, wie baufällig und gammelig hier alles ist. Schon, als er den Wagen vor dem einsamen Gebäude am Rande eines ehemaligen Gewerbegebietes Kopenhagens abstellte, kam ihm die Sache seltsam vor. Sie wurde ihm unheimlich, als er durch das mehrstöckige Haus ging und ihm klar wurde, dass diese Ruine seit Jahren leer steht. „Eigentlich sollte ich hier meine Nichte treffen ..."


„Was für eine Nichte?", fragt Nikolaj irritiert und mustert Iven, stellt fest, dass sein Gegenüber noch schlimmer und verwahrloster aussieht, als er es von den letzten Pressefotos und Fernsehinterviews her vermutete. „Ich müsste hier meine Herrin treffen!"


„Herrin?! Wovon redest du?", gibt Iven leicht aggressiv und wild gestikulierend zurück. „Ich habe einen Brief von meiner Nichte Victoria bekommen, und sie hat mich zu dieser Adresse bestellt. Stattdessen bist du nun hier ..." Konfus lässt er die Finger über einen uralten Schreibtisch gleiten, zuckt angeekelt zurück, als er etwas Öliges berührt. „Komische Sache ... Erst nimmt Smilla dubioses Kräuterzeug und verreckt daran ... und jetzt das hier!"


„Klingt nicht gerade nach einem Zufall ..." Entmutigt lässt Nikolaj sich auf die Lehne eines der alten Plüschsessel sinken. Das kann doch nicht sein, dass Mördermieze ein Fake ist ...


„Das fürchte ich auch ..." Unschlüssig steht Iven da, nagt an einem Fingernagel. Das alles muss irgendwie zusammenhängen, Smillas Tod, der Victorias Brief, dieses seltsame Gebäude, Nikolaj ... „Was tust du hier?", fährt er ihn an, als sei Nikolaj an allem Schuld. „In diesem Aufzug? Mit der albernen Rose zwischen den Zähnen?"


„Ich wollte meiner Herrin gefallen, die mich hierher bestellt hat", erklärt Nikolaj in demselben Ton, schiebt die Rose zu seinen Füßen hin und her. Aber was interessiert das Iven? Er wird es eh nicht verstehen ...


„Du scheinst dich nicht verändert zu haben. Noch immer rennst du jedem Rock hinterher. Und du siehst, was dabei herauskommt." Belehrend fuchtelt Iven in Nikolajs Richtung. „Du denkst, du wirst eine Frau treffen, und stattdessen sind wir hier."


Was habe ich gesagt?!  „Sie ist keines meiner Betthäschen, sondern hat eine besondere Bedeutung. Deshalb bin ich umso enttäuschter, dich hier zu sehen."


„Aber er ist doch die Überraschung, die ich dir versprochen hatte", ertönt eine ruhige, leicht rauchige Frauenstimme gebieterisch von der Tür, was die beiden Männer zusammenzucken und herumfahren lässt. „Wenn du dich nicht augenblicklich freust, wirst du es bereuen!"


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