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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Lara, Raymonde Graber-Schiltz
Raymonde Graber-Schiltz

Lara



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(...)


Nic und Lily überlegten nun krampfhaft, was sie tun könnten, um Lara zu finden. Schweren Herzens meldete er seine Frau bei der Polizei als vermisst. Lily fragte sorgenvoll in jedem Krankenhaus in der Umgebung nach, aber nirgends war eine Frau Blum eingeliefert worden. Er klapperte alle Bekannten und Freunde ab, niemand hatte Lara gesehen oder etwas von ihr gehört. Sie blieb vom Erdboden verschwunden.


Nic ging selbst auf die Suche. Er ging den Waldweg am Stadtrand entlang – den Weg, den sie oft gemeinsam gingen. Er hoffte, sie zu finden. Vielleicht ist sie gestolpert und kann nicht aufstehen. Aber dann kam die SMS ihm wieder in den Sinn.


„Mein Gott, Lara, wo bist du?“


Es tönte wie ein Hilferuf, als er das laut und verzweifelt in den Wald hineinschrie. Sogar die lustig pfeifenden Vögel hielten einen Moment inne. Die plötzliche Stille war erschreckend, es fühlte sich an, als wenn die ganze Erde sich nicht mehr drehen würde. Aber das Leben ging trotzdem weiter.


Nach zwei schlaflosen, bangen Nächten wurde es Montag. Nic Blum musste ins Büro. Er war Direktor einer Bankgesellschaft. Allerdings konnte er sich nicht auf seine Arbeit konzentrieren, in seinem Kopf drehte sich alles um Lara. Ein jüngerer Mitarbeiter wurde von ihm beauftragt, seinen Platz vorläufig zu übernehmen. Keine optimale Wahl, aber der Vizechef hatte Urlaub.


„Danke, Herr Blum, für das Vertrauen in mich, ich werde Sie bestimmt nicht enttäuschen.“


Der junge Mann schüttelte ihm mitfühlend die Hand. Nic sah zum Fenster hinaus und grübelte. Immer wieder sah er Lara vor sich, wie sie ihm eine Kusshand zuwarf, bevor sie verschwunden war.


Am Mittag kam Lily vorbei, sie sah es ihm schon von Weitem an, dass die Sorge ihn fast umbrachte. Sie konnte ihn überreden, mit ihr zum Essen zu gehen, denn er sah aus, als würde er jeden Moment zusammenklappen.


Während sie lustlos eine Kleinigkeit aßen, überlegten die beiden, was sie noch tun könnten, um Lara zu finden. Lily machte den Vorschlag, das Fernsehen zu informieren. Nic war einverstanden. Und auch damit, dass Lily ein Foto von Lara, zusammen mit einer Vermisstenanzeige, an verschiedene Tageszeitungen mailte.


Schon im Abendblatt erschien die Suchanzeige auf der ersten Seite, aber es kam leider kein positives Feedback. Der Schweizer Fernsehsehsender brachte auch eine Meldung in den Nachrichten.


Viele Freunde riefen nun an, um zu fragen, was geschehen sei. Sie hatten Mitleid, aber niemand wusste etwas zu berichten, was weiterhelfen konnte. Anscheinend hatte kein Mensch Lara an diesem verregneten Samstagabend gesehen.


„Warum ruft denn kein verdammter Erpresser an?“, zischte Nic durch die Zähne, denn nun glaubte er an eine Entführung. Obschon er sich das fast nicht vorstellen konnte, denn so reich war er nun auch wieder nicht. Die Ungewissheit quälte ihn. Er hatte das Gefühl, den Herzschmerz nicht auszuhalten. Darum rief er bei seinem Arzt an, denn er brauchte ein Medikament zum Beruhigen, falls das überhaupt half, in seinem Zustand. Er war so aufgedreht wie eine Taschenuhr. Oder besser gesagt: Er war überdreht wie eine Taschenuhr, deren Feder bald zerspringen würde.


Hauptkommissar Palm übernahm den Fall. Er war geschieden, seine Exfrau hatte den Druck nicht ertragen, denn sehr oft musste ihr Mann mitten in der Nacht zu einem Fall. Für seine Frau Gemahlin war es schwierig gewesen, fast immer allein zu sein. So hatten sie sich wieder getrennt, nach zwei Jahren Ehe. Es gab nichts zu ändern an ihrem Schicksal, sie hatten sich auseinander gelebt.


Kommissar Palm hatte bis jetzt noch jeden Fall gelöst, aber nun war er ziemlich ratlos.


„Habt ihr vielleicht Feinde in eurem Bekanntenkreis?“, fragte er.


Nic schüttelte den Kopf.


„Nein, nicht dass ich wüsste.“


Der Kommissar bat um die Erlaubnis, das Haus durchsuchen zu dürfen. Dort war wie erwartet kein Hinweis zu finden, aber Palm wollte nichts unversucht lassen. Manchmal waren es nur Kleinigkeiten, welche ihn auf eine Spur führten.


Er hatte den Polizeihund Rex mitgebracht. Ein Halstuch von Lara, welches in der Garderobe hing, borgte er sich aus. Er hielt es dem Hund unter die Nase, damit der daran schnüffeln konnte. Der Schäferhund hatte mit seiner Spürnase schon oft geholfen, ein Verbrechen aufzuklären. Natürlich redete Palm nicht von einem Verbrechen, er wollte Nic nicht noch mehr aufregen. Er war sich auch ganz sicher, dass Nic nichts mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun hatte.


Er suchte nun mit ein paar Beamten und dem Polizeihund die ganze Umgebung ab. Im nahe gelegenen Park machte Rex vor einer Sitzbank halt, er schnüffelte herum. Palm suchte nach Spuren, aber dort war nichts Auffälliges zu entdecken.


Eine logische Erklärung war, dass Lara sich wahrscheinlich irgendwann dort ausgeruht hatte, denn sie ging sehr oft allein durch den schönen Park. Palm ließ Taucher in dem Weiher suchen, die Enten schnatterten wie wild. Zwei schwarze Schwäne sahen interessiert zu.


Trauerschwäne, dachte der Kommissar resigniert. Ein Ergebnis gab es nicht. Eigentlich war es ein gutes Zeichen, dass man im Weiher keine Leiche entdeckt hatte. Nur Müll fand sich in dem Gewässer, welchen manche Leute achtlos ins Wasser geworfen hatten.


Der Kommissar ließ nun das Telefon, mit dem Einverständnis von Nic Blum, überwachen. Nic hatte mehrmals das Handy seiner Frau angerufen, das war aber nicht mehr in Betrieb. Es war tot, eine Antwort bekam er nicht. Es war eine kleine Hoffnung gewesen, welche sich nun quasi in Luft auflöste.


Jedes Mal, wenn ein Anruf kam, von einem Bekannten oder sonst jemandem, zuckte Nic zusammen, wenn der Klingelton ertönte. Aber kein Erpresser meldete sich. Er versuchte, wieder zur Arbeit zu gehen, er musste einfach stahlhart sein. Er befürchtete, dass er sonst den Verstand verlieren würde. Die Tage vergingen mühsam, schleppend, in banger Hoffnung ...


Seine geliebte Frau blieb spurlos verschwunden.


(...)



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