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> Krimi Thriller > Klingeltod und Kaiserschmarrn
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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Klingeltod und Kaiserschmarrn, Kate Delore
Kate Delore

Klingeltod und Kaiserschmarrn


Alpenkrimi

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Jede Nacht kann tödlich sein


 


Ein heller Angstschrei schallte durch das Landhäuschen. Medina Tschenko lag am Boden und starb augenblicklich tausend Tode. Die Dame wusste, dass etwas mit ihr passieren würde. Längst hatte sich die Schandtat bei ihr angekündigt, die sie schon Wochen zuvor in ihren nächtlichen Albträumen durchleiden musste. Das garantierte Versprechen des Lebens, dem sie nicht entrinnen würde. Den gefräßigen Tod, der vor ihrer Türe auf sie lauerte und sich in ihren Visionen ankündigte. Nur nicht genau, wie es sich abspielen würde. Was ihr blühte. Und dass sie schon heute Abend zu einem leichten Opfer ihrer Vorahnung werden würde. Das düstere Ereignis, das sie als Mittdreißigerin nicht auszusprechen wagte. Etwas, das kein Erbarmen mit ihrem Wesen kannte und dem sie schutzlos ausgeliefert wäre. Medina roch den Angstschweiß, der aus jeder ihrer Poren nach außen drang. Sie konnte ihre Lippen kaum mehr bewegen. Immer wieder versuchte sie es. Sie wollte schreien. So kräftig. Gedanklich schrie und kreischte sie um ihr Leben. Aber es war ihr nicht mehr möglich, ein einziges Wort zu formulieren. Was war überhaupt passiert? Ihre Augen fielen zu. Sie fühlte sich zermartert und hilflos. Ausgeliefert. Wie jenes verletzliche Rehkitz, das einst angeschossen vor ihrer Türe gelegen und gewinselt hatte und dem sie letztlich das Leben rettete. Kurz vor Schluss. Sie hatte damals mit der Tierrettung Gutes bewirkt und war kurz darauf bei den Grauen Bergwolpertingern eingestiegen. In diesen Sekunden war es bei ihr kurz vor Schluss und so hoffte sie diesmal auf ihre eigene Rettung. Allein ihr Geist, der von Sekunde zu Sekunde schwächer wurde, konnte ein paar halbwegs klare Gedanken produzieren. Sie registrierte kräftige Pranken, die schonungslos an ihr ansetzten. Das Wesen packte sie grob an den Schultern und zog sie hastig nach draußen. Verschleppt aus ihrem eigenen Haus. Die zeitig hereingebrochene Dunkelheit breitete sich rasch über das Land aus und verfärbte den sonst weiß-blauen Himmel schwarz. In Medinas Schädel herrschte ebenso tiefe Finsternis, als ihr Geist dem lichtlosen Nichts nachgab. Ein großer Schatten, der auf der beleuchteten Hausmauer einem überdimensionalen Ungeheuer glich, entfernte sich schnell auf listigen Tritten von jenem friedlichen Haus nahe dem Eibsee, das still und abgeschieden am Waldrand lag und in dem weiterhin trügerisches Licht brannte. So als wäre nicht das Geringste gewesen. Rein gar nichts. Das Monster packte die Frau an den Fußknöcheln, lief hastig den Abhang hinunter und schleifte ihren Körper in die Finsternis hinaus. Es musste sich beeilen und zog schwer atmend sein Opfer, nur von einer dunklen Decke umwickelt, hinter sich her. Vor ihm lag ein steiler Abgrund, in den er sich selbst begeben hatte. Es schien, als hätte das hungrige Monstrum sein weites Maul aufgerissen, um seinen Fang zu vertilgen. Und keine Menschenseele nahm Kenntnis davon. Niemand? Zwei Äuglein, die von einem großen Baum versteckt hervorblitzten, sahen den bösen Wolf, wie er zuschlug und sein Etappenziel, die Trophäe, erfolgreich erlegte. Aber es war nicht der Wolf, ein Tier, das Böses verrichtete. Es war der ungeheure Mensch, der Abscheuliches verbrach und mit schnellen Tritten hangabwärts entwischte. Nur die Eule blieb wachsam auf dem Ast sitzen. Der einzige Zeuge dieses merkwürdig anmutenden Verbrechens.



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