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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe IM TODESSTREIFEN, Michael Dullau
Michael Dullau

IM TODESSTREIFEN


Teil 3: Todesfälle an der Berliner Mauer

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5 | DER »VERSCHWUNDENE« SOHN


 


Die Mutter hatte den ganzen Tag schon dieses seltsame Gefühl gehabt. Irgendetwas war im Anzug. Ihr Magen meldete es mit diesem eigenartigen Ziehen, das sie nur selten getrogen hatte.


Voller Unruhe verließ sie das Haus an diesem trüben Novemberabend im Jahr 1986 und machte sich auf den Weg zur Nachtschicht. Die Mutter arbeitete seit rund 20 Jahren in einer Ostberliner Druckerei im Drei-Schicht-System.


Doch auch auf der Arbeit rebellierte ihr Magen weiter und das seltsame Gefühl wollte nicht nachlassen. Unruhig verrichtete die Mutter ihre Arbeit und war mehr als froh, als die Schicht um 4:00 Uhr zu Ende war. Gegen 5:30 Uhr war sie zurück in ihrem Einfamilienhaus in Rosenthal, einem Ortsteil des Ostberliner Bezirkes Pankow, in dem sie seit dem frühen Tod ihres Mannes mit den Kindern allein wohnte.


Obwohl die Mutter von der kräftezehrenden Schicht müde war, wollte sie nicht einschlafen, bevor sie das Weckerklingeln aus dem Zimmer ihres zweitältesten Sohnes Michael gehört hatte. Er musste um diese Zeit aufstehen und sie sorgte sich noch immer, dass er verschlief.


Die Mutter legte sich ins Bett. Das Ziehen im Magen hatte ein wenig nachgelassen. Sie lauschte dem beginnenden Tag und wartete auf das Klingeln des Weckers. Doch dann übermannte sie der Schlaf, die schwere Arbeit in der Druckerei und die langen An- und Abfahrtswege forderten ihren Tribut. Die Mutter schlief durch bis 15:00 Uhr. Als sie erwachte, fuhr sie erschrocken hoch: drei Uhr – schon so spät!


Die Mutter ging nach oben, in die erste Etage des Hauses, wo Michael sein Zimmer hatte. Sie wollte die Zimmerpflanzen gießen, bevor ihr Sohn von der Arbeit nach Hause kam, um ihn dann nicht zu stören.


Sie öffnete die Tür und betrat Michaels Zimmer. Ein Blick genügt ihr, um festzustellen, dass etwas anders war als sonst. Die Bilder an den Wänden waren alle mit kleinen Zetteln versehen, auf denen die Vornamen der Familienmitglieder standen. Auf einem Bild, das eine Herbstlandschaft zeigte und das sie sehr schön fand, stand ihr Name: Mutti. Dann sah sie auf dem Tisch einen Zettel, auf dem ein kleiner Schlüssel lag, mit Michaels handschriftlichem Vermerk: »Briefkastenschlüssel«.


Die Mutter erstarrte.


Ihr Sohn war gegangen! Einfach so! Ohne ein Wort!


Verzweifelt suchte sie nach Hinweisen zum Verbleib ihres Sohnes: einen Brief, ein paar Zeilen, ein Abschiedswort. Doch sie fand nichts. Wo war ihr Sohn?


 


* * *


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