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Im Banne des Coyoten


Ein Mann will Vergeltung

von Helma Marsall

krimi_thriller
ISBN10-Nummer:
3940528145
ISBN13-Nummer:
9783940528148
Ausstattung:
Gebundene Ausgabe
Preis:
21,40 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
Persimplex Verlag
Kontakt zum Autor oder Verlag:
hm-story-world@web.de
Leseprobe

 Eine Zusammenfassung, erzählt aus der Sicht von einem meiner Protagonisten (Hauptfiguren) 

Ich bin David Watkins und halte mich für einen nüchternen Menschen, der mit beiden Beinen im Leben steht. Mein Beruf als FBI Agent verlangt ein gewisses Maß an Menschenkenntnis mit einer guten Beobachtungsgabe. Ich habe gelernt, dummes Geschwätz von wahrheitsgetreuen Aussagen zu unterscheiden. Deshalb glaube ich an Geister. Neuerdings zwar, aber ich bin überzeugt, dass es gute, sowie böse Geister gibt.

Und ich bin freiwillig durch giftige Schlangen gelaufen. Es waren so an die hundert, die ihre Giftköpfe zu mir emporreckten. Seitdem ist mir bewusst, dass ich zu der seltsamen Gattung gehöre, die das Böse abwendet. Als ich aus beruflichen Gründen in eine Welt abrutschte, die mich auf eine gewisse Weise in ihren Bann zog, mich faszinierte und gleichzeitig auf beklemmende Art ängstigte, raubte es mir nahezu den Verstand. Es war eine Welt jenseits von jeglicher Vorstellungskraft, magisch und mystisch.

In genau dieser Welt ist Ayatéh zu Hause. Er hat einen Bruder, den Wind. Ohne seine Hilfe wären wir von den Fesseln nicht befreit worden. Gemeinsam haben wir sie gesprengt, den Bann gebrochen.

 

Ayatéh ist ein Chanter (so etwas wie ein Schamane glaube ich), obwohl er es nicht sein will, oder glaubt es nicht zu sein. Doch egal, was er dazu sagt, ich weiß es, denn ich habe das alles wahrhaftig erlebt.Ich muss gestehen, dass mich sein Animismus dahin führte von meinem abstrakten Denken abzuweichen und mich zu neuen Ansichten verleiten ließ. Vielleicht mag es etwas skurril klingen, aber meine anfängliche Begeisterung für diese mystische Welt entpuppte sich als mörderische Falle, die ich, geblendet durch meinen Enthusiasmus nicht wahrnehmen konnte.

 

Eigentlich bestand Ayatéhs Aufgabe darin, mich zu töten. Doch er dachte nicht daran, ignorierte es.Meine Aufgabe bestand darin, ihn zu überführen, zu verhaften, aber auch ich dachte nicht daran, es zu tun.Natürlich eskalierte irgendwann alles, unsere noch junge Freundschaft wurde auf eine sehr harte Probe gestellt, die standhaft bleiben musste, damit wir gemeinsam dem tödlichen Sumpf entfliehen konnten. Doch um dies zu begreifen, mussten wir Hindernisse überwinden, Blockaden, die uns gestellt wurden aus einer anderen Welt. Eine Welt, dessen Vorhang Ayatéh geöffnet hatte.

David Watkins

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(Leseprobe aus der Mitte)

 

Er sieht den Schnee nicht, der leise in der dunklen, kalten Nacht auf ihn herabrieselt, und spürt die Kälte und Nässe nicht, die seine dürftige Kleidung durchdringt.

Der Schnee, die Winde, das Heulen - all das waren für ihn Wesenheiten, mit denen er in Verbindung stand. Die Natur hat ihre eigene Sprache, die sich ihm mit all ihren Geistwesen nach und nach erschloss. Ayatéh lernte schon früh diese Sprache kennen und vor nichts fürchtete er sich, denn alles hatte für ihn eine Bedeutung. Nichts war unnütz, nicht einmal das, was die bilagaana Unkraut nennen. Ob es die Kräuter oder die Schafe seines Vaters waren, deren Gesundheit lebenswichtig war, der wolkenlose Himmel des Sommers, der keinen Regen mit sich brachte, oder die dunklen, kalten Nächte des Winters - mit all dem fühlte er sich von Kindheit an verbunden. Er war vertraut mit allem, was er wahrnehmen konnte und öffnete sich ihnen mit all seinen Sinnen.

Doch nach dem schrecklichen Erlebnis entfernte er sich unbewusst von seinen Gefühlen, die ihm plötzlich fremd wurden und von seinen Visionen, aus denen er Kraft und Halt schöpfte. Irgendwann wurde alles bedeutungslos.

Seine Haare werden umhüllt von einer weißen, kristallenen Eisschicht. Der Wind, der dieses Eis mit sich trägt, streift sein Gesicht, um tief in seine Seele zu dringen.

Die Landschaft seiner Seele ist nicht sanft, sie besteht aus atemberaubenden Gipfeln und tiefen dunklen Tälern, die ihn mit den Gefühlen eines Adlers im Flug vertraut gemacht hatten, der unter sich die Weite und Freiheit spürt.

Doch es ist die Ohnmacht dieses Vogels, die Ayatéh empfindet, als er mit gebrochenen Flügeln den Himmel nicht mehr erreichen konnte, und ihn resignieren lässt.

Langsam sickert die Nässe vom Schnee durch die Jacke, bis sie seinen Körper erreicht. Doch er spürt es nicht mehr. Er spürt nicht mehr die kalten Hände, die im Schmutz des Straßenrandes liegen, von der Kälte steif gefroren. Sein Gesicht, auf dem harten Boden zeigt keine Regung. Während der Schnee in dicken Flocken auf ihn niederrieselt, um ihn ganz einzuhüllen, steht der Vollmond hoch am Himmel, umgeben von einer sternenklaren Nacht.                 

 

 

Beginn des Romans:

Wie von Götterhand erschaffen, aus einer längst vergangenen Zeit, ragen bizarre Felsen in der Steinwüste hervor, um ein Bild majestätischen Ausmaßes preiszugeben. Allmählich schiebt sich hinter diese Kulisse der rötliche Schleicher des Abends, der die Landschaft in ein gigantisches Naturschauspiel verwandelt. Die gewaltigen Felsformationen schaffen ein stilles Zauberreich aus rotem Stein. Langsam sinkt die Sonne hinter den Bergen, die wie Wächter hervorragen, um ein Land zu verteidigen, das längst verloren scheint. Die Silhouette zeichnet das malerische Bild einer einzigartigen Schönheit in der unendlichen Weite. Der Schrei eines Adlers ertönt. Anmutig zieht er seine Kreise über die erhabenen Monumente. Dann kehrt wieder Stille ein, in den Bergen von Arizona. Der Adler ist dem Schöpfer näher als jedes andere lebende Wesen. Er ist ein Bote. Ein Bote, um den Menschen auf den richtigen Weg zu geleiten. Ein Überbringer von Liebe, Demut und Barmherzigkeit.  Eine leichte Brise durchströmt die kühle Luft und allmählich löst ein Luftzug nach dem anderen die Hitze des heißen Sommertages ab. Der aufkommende Wind wirbelt hier und dort Sand auf, der sich spiralförmig durch die Luft zieht, um sich hinter die roten Sandsteinfelsen treiben zu lassen. Der Wind kommt zurück, aber diesmal mit einer leisen Melodie. Es ist die Melodie des Todes.In dieser bedrohlichen Atmosphäre zieht eine dunkle Macht wie ein Schleier über die Berge - auf einen Weg, der drei Menschen ins Verderben führt. Ein hataalii2 hat sie gerufen. Ein hataalii, der kein Recht dazu hat und seine Lehre missbraucht. Die Opfer sind gefangen in ihrer Welt und wissen es noch nicht, denn es gibt kein Entkommen ...

Klappentext

Der junge FBI Agent David Watkins wird beauftragt, den seltsamen Tod zweier Männer aufzuklären. In Verdacht gerät der Navajo Ayatéh. Auf der Suche nach der Wahrheit freunden sie sich an. Doch Ayatéh geht seine eigenen Wege, die ihn in den Abgrund stürzen. Er braucht Davids Hilfe, aber der setzt das FBI Team auf ihn an. Er weiß nicht, dass Ayatéh der im Bann böser Mächte steht, eine mystische Verbindung zu ihm hat und nur der Tod scheint die einzige Lösung zu sein. Dieser Roman taucht ein in die Problematik der heute lebenden Indianer in den USA. Auch wenn die mystischen Erzählungen der Navajos hier zur Realität verschmelzen sie geht nicht vorbei an den Schwierigkeiten dieser Menschen auf der Suche nach ihrer Identität. Die Autorin vermittelt dem Leser Einblicke in die Philosophie der Navajos. Gleichzeitig wird die Story untermauert mit dem (langsamen) Erwachen eines Volkes, das bevormundet vom BIA, sich allmählich aufrichtet, um auf eigenen Füssen zu stehen. Das Streben nach Souveränität lichtet den Schleier der Lethargie, durch das ein leises Aufflackern des alten Geistes wiedererweckt wird.