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Ich. Der Einzige seiner Art


von JoachimHausen

krimi_thriller
ISBN13-Nummer:
9783750438064
Ausstattung:
376 Seiten Paperback, DIN A 5, auch eBook
Preis:
11.99 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
BoD
Kontakt zum Autor oder Verlag:
jhausen.buch@gmail.com
Leseprobe

Ich

 

Ich bin eine Missgeburt – glaubte ich anfangs. Ab und zu nannte ich mich Ungeheuer oder Mutant. Äußerlich sieht man mir nicht das Geringste an. Niemand ahnt, dass ich ein Doppelwesen bin. Auch die Arbeitskollegen/innen nicht. Auch mein Chef nicht. Auch meine Freundin nicht.

Ich liebe die 25-jährige Jessica unermesslich. Ihre Figur, das aparte Gesicht, das zierliche Näschen, die grünen Splitter im Rehbraun ihrer Augen, der Duft der dunkelbraunen Haare, ihr Lächeln, das Lachen, das Sprechen ihres roten Mundes erzeugen Aufruhr, Begehrlichkeit – Liebe in Gehirn, Herz und Seele. Diesen Zustand und das Herzbrennen, die umfassenden Wohlgefühle, die Ruhe in mir, wenn ich sie ansehe, mit ihr plaudere, ausgehe und mit ihr schlafe, möchte ich nie mehr missen. Liebe pur.

Amen, hätte jetzt meine Oma mütterlicherseits gesagt. Leider versagte vor 19 Monaten ihr krankes Herz. Ich hing sehr an ihr und sie an mir. Opa fiel ein Jahr zuvor vom Dach des Einfamilienhauses – Genickbruch. Ich, das einzige Enkelkind, erbte das Haus; meine Mama Wertpapiere und Bargeld.

Mein Liebling Jessica sagt oft, ich sei ein gut gebauter süßer Kerl, ein verständnisvoller, ein liebevoller Mann, der sie auch im Bett voll beglücke. Sie behauptet, sie sei unsterblich verliebt in mich. Ich glaube ihr. Sie glaubt mir.

Ich verfüge über drei phänomenale Talente, Gaben, drei Wunder. Ich weiß aber, dass ich …

Halt! Ich presche übereilt vor. Ich beginne nochmals ...

 

Erstes Wunder

 

1

 

12. Juli 2017. Ein Sommertag. Ein Mittwoch wie jeder andere – denke ich. Dank Gleitzeit verlasse ich wie meistens an diesen Tagen kurz nach 15 Uhr das Büro. Ich teile es mit einer ansehnlichen 27-jährigen Türkin. Ich arbeite als Softwareentwickler in der Münchener BMW Zentrale nahe des Olympia Parks. Falls jemand glaubt, ich bastelte oder manipulierte die Software, welche die Abgasreinigung der Dieselmotoren regelt, irrt auf einem kilometerlangen Holzweg herum. Mein Arbeitsgebiet erstreckt sich auf das Finanzwesen. Trockener Stoff, aber enorm wichtig. Zuvor arbeitete ich zwei Jahre als Systemadministrator bei Siemens.

Umschwebt von den Klavierpassagen der Rhapsodie in Blue von George Gershwin fahre ich mit meinem Auto, natürlich ein BMW, und zwar ein stahlblauer X 1, nach Ismaning, meinem Wohnort. Das 16.400 Einwohner zählende Städtchen liegt rund zwölf Kilometer Luftlinie nordöstlich des Arbeitsplatzes. Keine zwei Kilometer südlich der Ortsmitte steht das von Oma geerbte Haus auf einem 460 Quadratmeter messenden Grundstück.

Ich lebe alleine in der 114 qm umfassenden Wohnung. Meine Freundin und ich treffen uns mittwochs, freitags und an den Wochenenden. An Freitagen und Samstagen schläft sie bei mir. Mehrmals bat ich Jessica in den vergangenen neun Monaten, zu mir zu ziehen. Bisher stets abgelehnt. Sie argumentierte immer: »Mein süßer Kuscheltiger, die Sehnsuchtstage dazwischen halten den Glutstrom unserer Liebe im Fluss und verhindern Alltagstrott. Das musst du doch verstehen.«

Ich verstand und verstehe nichts.

Sie haust mit einer gleichaltrigen Freundin in Garching in einer Wohnung, die deren Eltern gehört. Ich finde Jasmin schrecklich. Nicht wegen ihrer fülligen Figur oder den rot gefärbten kurzen Haaren, sondern des nie stillstehenden Mundwerks wegen. Eine Quasselstrippe hoch drei.

Vergangenen Sonntag zündete Jessica eine Kerze der Hoffnung in mir an. Sie hauchte mir einen Kuss auf den Mund. Sie lächelte und sagte: »Ich fasse einen Umzug Anfang März nächsten Jahres ins Auge. Freust du dich, Liebling?«

Freuen? Ich jubilierte. Total begeistert. Sie strahlte.

Ich stelle das Auto auf dem Parkplatz eines Edeka ab. Mit einem Wägelchen betrete ich den Supermarkt. Ich zücke meinen Einkaufszettel. Ich arbeite ihn ab. Jessica schreibt ebenfalls immer einen Zettel. Meistens vergisst sie ein, zwei Artikel und kauft welche, die nicht auf der Liste stehen. Typisch Frau.

Von der Wursttheke marschiere ich Richtung Kassen. Nach halber Strecke halte ich inne. »Fast vergessen«, murmele ich. Ich kehre zurück. Ich biege rechts in den dritten Gang ein, das heißt, ich will es.

Abrupt stoppe ich. Geschätzte zwei Meter entfernt steht links die Quasseltante Jasmin vor dem Regal. Sie beäugt das Etikett einer Champagnerflasche.

Hoffentlich bemerkt sie mich nicht, denke ich. Behutsam lege ich den Rückwärtsgang ein. Ich fixiere ihr Gesicht. Wie ein Mantra bete ich intern: »Sie darf mich nicht sehen! Sie darf mich nicht sehen! Sie darf mich nicht sehen!« Dieser Satz füllt mein Gehirn komplett. Ich flehe zu Gott, Jesus, Allah, Mohammed, Buddha und allen unbekannten Gottheiten der Erde und der Galaxis: »Sie darf mich nicht sehen!«

Ich intensiviere den Wunsch, die Gebete, das Flehen. Ich will nicht mit inhaltslosen Sätzen zugemüllt werden, nicht unter einem Gebirge von Worthülsen sterben.

Das Verlangen, Betteln, die Beschwörungen überschwemmen mein Gehirn. Ich erstarre zu einem Eisklotz. Umsonst! Vergebens! Erfolglos! Der Rotschopf dreht sich in meine Richtung. Sieh mich nicht! Sieh mich nicht! Sieh mich nicht!

Jasmin schaut mir direkt ins Gesicht. Sie öffnet den pinkfarben geschminkten Mund. Mir droht, in Wogen unerträglichen Geschwafels zu ertrinken. Was geschieht jetzt? Der Quasselmund schließt sich. Die Augen irren umher, finden offenbar nirgends Halt. Die Schwafeltante sieht mich nicht! Sie legt die Flasche in den Einkaufswagen. Sie entfernt sich in die andere Richtung.

Unglaublich. Unfassbar. Unerklärbar. Magie? Zauberei? Ein Wunder? Mir scheißegal. Ich überlebte. Ich warte etwa eine Minute. Entwarnung. Ich schreite zum Regal mit dem Champagner. Immer noch leicht zitternd, lege ich eine Flasche Pommery in den Einkaufswagen.

Zu Hause räume ich automatisch die Champagnerflasche und die verderblichen Lebensmittel in den Kühlschrank. Das Wunder im Markt beschäftigt mich. Das Toilettenpapier trage ich ins Badezimmer. Es liegt am Flur rechts der Diele, neben dem Kinderzimmer und gegenüber dem Schlafzimmer, das an ein Arbeitszimmer anschließt. Ein kleines Duschbad und ein Gästezimmer komplettieren die andere Flurseite.

Ich stelle mich vor eines der beiden Waschbecken. Ich schalte die integrierte Spiegelbeleuchtung ein. Ich mustere den Mann im Spiegel. Der 28-Jährige misst 1,85 Meter. Breitschultrig. Schmalhüftig. Passable Muskulatur. 79 Kilo. Dunkelbraunes Lockenhaar, oft wirr. Faszinierende Augen – behauptet Jessica – das linke rauchblau, das rechte wasserblau. Diese Farbe erbte ich von Mama. Die andere Augenfarbe stammt von meinem Opa väterlicherseits. In seinem Auto prallte der lebenslustige Mann, einen Tag vor seinem 70. Geburtstag, angetrunken gegen eine 200-jährige Eiche. Der Baum überlebte – Opa nicht. Armer Opa. Er hinterließ mir 10.000 Euro. Lieber Opa.

Wegen des Jobs bei Siemens zog ich vor vier Jahren von Emden nach München in eine winzige Mietwohnung. Trotzdem sauteuer.

Ich seufze. »Peter«, sage ich zu dem Spiegelmann, »diesen Zauber der Unsichtbarkeit müssen wir testen, feststellen, ob es sich um eine einmalige Zufälligkeit handelt oder eine ... äh ... Begabung, oder so.«

»Genau«, meint der Spiegeltyp. »Wenn nachher Jessica kommt, benutzt du sie als Testperson.«

Ich lächele. »Prima Idee. Das mach ich.«

Ich wasche die Haare und dusche. Ich putze elektrisch die Zähne. Ich ziehe eine kakifarbene Leinenhose an. Ich schlüpfe in ein grün-weiß kariertes Hemd, das ich über der Hose belasse. Wie immer bleiben die beiden oberen Knöpfe offen. Ich krempele die Ärmel zwei Schläge auf. Ich besprühe die Halsseiten mit Paco Rabanne 1 Million. In der Diele ziehe ich dunkelbraune Mokassins an. Peter Peters marschiert ausgehfertig ins Wohnzimmer.

Ich sehe auf die Armbanduhr, eine schwarze DETOMASO Business Punk mit rotem Ziffernblatt und schwarzrotem Lederarmband. Jessica schenkte sie mir zum diesjährigen Geburtstag. Geliebte Jessica. »Gleich kommt sie«, murmele ich. »Ich bin aufgeregt, angespannt«. Ich sinke in meinen drehbaren Fernseh- und Lesesessel mit hoher Rückenlehne. Ich seufze. Ich drehe mich zur geschlossenen Wohnzimmertür.

Zeit tropft. Ich höre die Haustür. Helligkeit fällt durch den Milchglaseinsatz der Tür. Ich atme durch. Ich fixiere die Tür. Ich konzentriere mich. Schattenhafter Umriss hinter dem Glas. Ich fülle mein Gehirn mit dem Satz, dem Wunsch, dem Befehl: Sieh mich nicht!

Die Tür öffnet sich. Die süße Jessica tritt ein. Sie trägt das Haar zu einem Zopf geflochten – meine Lieblingsfrisur an ihr. Sie schaut direkt zu mir. Sie runzelt die Stirn. Sie schaut sich um. Sie verlässt das Wohnzimmer. Sie lässt die Tür einen Spalt offen.

Ausatmen. Entspannung. Freude. »Gelungener Test«, murmele ich.  Jessica ruft meinen Namen. Ich sehe zur Tür. Schatten im Glas.

Jetzt darf sie mich sehen, denke ich intensiv.

Meine Freundin betritt den Raum. Sie stoppt abrupt. Sie reißt die Augen auf. »Großer Gott, Peter!«, stößt sie hervor. »Machst du mich erschrecken! Wo warst du eigentlich vorhin? Hast du dich versteckt?«

Ich lächele. »Ich saß hier im Sessel, allerdings in entgegengesetzter Richtung. Kleiner Scherz.«

Prusten. »Alberner Kerl.«

Ich stehe auf. Ich umarme sie. Ich küsse sie. Sie saugt sich an meinem Mund fest. Wir lösen uns. Wir schauen uns in die Augen. »Ich liebe dich, Jessica«, flüstere ich leicht keuchend. »Tief, sehr, sehr tief.«

Mit Liebe angefüllte Blicke streicheln mein Gesicht. »Ich dich auch, Peter.«

Ich räuspere mich. »Bist du online, Mausi?«

»Ja. Muss nur noch auf die Toilette und die Lippen nachziehen.«

Ich nicke. »Hast du ein Lokal ausgesucht? Du bist ja heute an der Reihe.«

Strahlen. »Ja. Jasmin und ihr neuer Freund haben gestern Abend in der Trattoria Napoli in der Innenstadt gegessen.«

»Du meinst die Pizzeria, die man wochenlang umbaute?«

»Ja. Sie eröffnete vorgestern wieder. Der Besitzer ließ einen Holzbackofen einbauen.«

»Toll!«, rufe ich. »Da schmeckt die Pizza am besten.«

»Genau, Liebling.« Sie rauscht ins Gäste-WC.

Mit meinem Auto fahren wir in die Stadt. Jessicas zwei Jahre alter VW Up schläft vorm Haus.

Zur Feier des erfolgreichen Tests ordere ich einen farbintensiven Barolo Paesi Tuoi Jahrgang 2011. Uns über die Gläser hinweg in die Augen sehend, stoßen wir an. Klasse Wein!

Jessica fabriziert einen verführerischen Augenaufschlag. Sie beugt sich vor. Sie flüstert: »Willst du mich betrunken machen, um mich nachher leichter ins Bett schleppen zu können?«

Ich reiße gespielt entrüstet die Augen auf. »Aber Mausi! Ich bin ein seriöser Mann, etwas Derartiges fällt mir nicht einmal im Traum ein.«

Wir lachen uns an.

Klasse Pizza! Angeregte Unterhaltung. Klasse Abend.

Zu Hause schleppt sie mich ins Schlafzimmer. Die Klamotten segeln davon. Rauschhaftes, glückhaftes, super Liebesspiel.

Verabschiedung gegen 22:45 Uhr in der Diele. Ein süßer Kuss. »Ich sehne den März herbei, Baby«, flüstere ich.

Sie lächelt. Sie stellt sich auf die Zehenspitzen. Sie haucht mir einen Kuss auf die Nase. »Ich habe beschlossen, bereits am 30. Dezember, das ist ein Freitag, bei dir einzuziehen. Jasmin möchte, dass ihr Lover Anfang Januar zu ihr zieht. Er wohnt noch bei den Eltern.«

Ich jubele. Ein inniger Kuss.

Winkend fährt sie in die Nacht. Wehmütig sehe ich den Rückleuchten hinterher.

Etwa 20 Minuten später liege ich Doppelbett. Ich schnüffele links von mir am Kopfkissen und unter der Bettdecke. Ich atme meine Jessica. Ich schalte die Nachttischlampe aus.

 

2

 

Jäh erschrecke ich bis in die Haarspitzen. »Ich gratuliere dir zu dem gelungenen Test, Peter«, wispert eine Stimme im Kopf, eine männliche.

Ich schnappe nach Luft. Ich schnaube. Ich pruste. »Wer bist du? Wo kommst du so plötzlich her? Was machst du in meinem Kopf?«

Kichern. »Ich schlief seit deiner Geburt in einem finsteren Winkel des Gehirns. Die emotionale Wucht der Begegnung mit der Quasselstrippe, das Wunder deiner erflehten Unsichtbarkeit ließ mich erwachen. Jetzt hocke ich in einem hellen Bereich deines Bewusstseins, jederzeit bereit, mit dir zu kommunizieren.«

»Aha, sehr sonderbar«, murmele ich. »Hast du einen Namen?«

Erneutes Kichern. »Ich bin Peter. Ich bin Du

»Aha.« Ich grübele. Leise sage ich: »Dann weißt du sicher, wo und warum meine Begabung, das Wunder, genau zum gewünschten Zeitpunkt ausbrach.«

Seufzen. »Keine Ahnung. Das menschliche Gehirn ist ein Wunderwerk der Natur. Es steckt voller Überraschungen und unbekannter Fähigkeiten. Sieh dein Talent als Gabe Gottes oder Naturwunder an. Du solltest es bei passenden Gelegenheiten einsetzen. Kann dir Ärger mit missliebigen Personen ersparen, oder so.«

»Aha.«

Grunzen im Kopf. »Fällt dir sonst nichts dazu ein, als aha zu sagen?«

»Momentan nicht. Ich muss intensiv nachdenken, in welchen Situationen ich mein Talent sinnvoll einsetzen kann.«

»Verstehe.«

»Lass mich jetzt schlafen«, brumme ich. »Muss morgen arbeiten.«

Stille im Kopf.

Ich drehe mich auf die linke Seite. Oma sagte einmal, man solle in dieser Position einschlafen, sei förderlich für die Organe. Ich wälze Überlegungen. Ich schleppe Ideen heran. Ich bastele einen Plan.

Ich träume. Ein für andere Menschen unsichtbarer Peter Peters geistert durch die Stadt. Er ...

Der Wecker reißt mich hoch.

Um 7:20 Uhr betrete ich das Büro; absichtlich eine halbe Stunde später als üblich. Ich setze mich in den Bürosessel und drehe ihn zur Tür. Ich schalte nicht den PC an. Ich warte. Ruhe im Kopf.

Das Stakkato hochhackiger Pumps nähert sich. Es verstummt vor der Tür. Stimmengemurmel. Ich schaue auf die Armbanduhr, 7:27. Konzentration. Ich schieße meinen Befehl ab: Mich nicht sehen! Mich nicht sehen! Mich ...

Die Türklinke bewegt sich nach unten. Sie verharrt mindestens zwei Minuten. Die Schritte der zweiten Person entfernen sich. Die Tür öffnet sich. Die rassige Ferah tritt ein. Sie schaut in meine Richtung. Sie runzelt die Stirn. Sie zuckt mit den Schultern.

Ich jubele intern. Toll! Klasse! Sie sieht mich nicht! Sie wundert sich offenbar, dass ich noch nicht anwesend bin.

Sie wirft die Handtasche auf den Aktenbock vorm Fenster. Sie setzt sich. Sie fährt ihren PC hoch. Sie mustert den Monitor. Sie verdreht die Augen. Sie seufzt.

Ich grinse. Kurz bevor ich gestern das Büro verließ, habe ich ihr zwei Aufträge untergejubelt. Ich darf das. Ich schiele in den Ausschnitt ihrer engen dunkelroten Bluse. Klasse Busen, üppiger als der meiner Jessica.

Ferah ist seit vier Jahren mit einem drei Jahre älteren Türken verheiratet, flirtet aber trotzdem mit anderen Männern – auch mit mir. »Ich weiß, dass du sie gerne einmal vernaschen würdest«, wispert es im Kopf. Ich höre nicht hin.

Sie klickt mit der Maus. Ihr Drucker schnurrt. Sie legt die Blätter ins Eingangskörbchen. Sie seufzt erneut.

Ich verhalte mich vollkommen still. Ich befürchte, dass ein Geräusch von mir den magischen Bann brechen könnte. Ich kontrolliere die Armbanduhr. Ich nicke. Ruhe im Kopf.

Ferah stößt sich mit dem Sessel zurück. »Jetzt koch ich mir erst mal einen anständigen Kaffee«, murmelt sie. Sie erhebt sich. Sie schnappt die blaue Humpentasse vom Aktenbock. Sie stöckelt aus dem Büro.

Ich bewundere ihren strammen Hintern in dem kurzen und verdammt engen dunkelblauen Rock. Ich kontrolliere die Armbanduhr, 7:52 Uhr. Prima. Ich fahre den PC hoch. Ich schalte die beiden Monitore ein. Ich checke die Mails.

Die Tür öffnet sich. Ferah tritt ein. Sie stoppt abrupt. Ein bisschen Kaffee schwappt aus der Tasse. »Verdammter Mist!«, ruft sie. »Jetzt habe ich mir die Finger verbrannt.«

Ich schiele zur Uhr am Monitor, 8:03. Ich lächele. »Das tut mir leid. Soll ich ein wenig blasen?«

Prusten. Sie sieht mir in die Augen. »Wieso kommst du heute so spät? Eine heiße Nacht mit Jessica verbracht?«

Ich lache. »Verrate ich nicht. Ich kam erst 20 nach sieben und lief unserem Chef in die Arme. Er hat mich in sein Büro geschleppt. Er meinte, wir müssen mit den Auswertungen für den Vorstand Gas geben.«

 

Klappentext

Warum nennt ihn seine Freundin Jessica Ungeheuer oder Mutant?

Die Natur stattete ihn mit außergewöhnlichen Fähigkeiten aus. Er nennt sie Wunder.

Warum erzeugt eine der Wundergaben Angst und Panik in ihm?

Auf Rat eines Neurologen fliegt er nach Dubai zu einem Gehirnspezialisten. Dr. Heilmann äußert sich begeistert. Er nennt ihn den Einzigen seiner Art.

Warum bietet er ihm einen Job an? Peter Peters akzeptiert. Welche Arbeiten muss er für die Organisation aufrechter Menschen verrichten?

Seine neue Freundin Amelie folgt ihm nach Dubai. Sie heiraten.

Welche Rolle spielt Peters attraktive Chefin Claudia Moretta?

Das Ehepaar zieht nach Italien an den Lago Maggiore. Es bekommt eine Tochter. Welches Interesse besitzt Heilmann an dem Kind?

Warum verschwindet Claudia spurlos?

Lassen Sie sich von der dramatischen, der aufwühlenden Geschichte des Einzigen seiner Art faszinieren …

Rezension