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Hillarys Blut


Karibik-Thriller

von Claudia Rossbacher

krimi_thriller
ISBN10-Nummer:
3935286716
ISBN13-Nummer:
9783935286718
Ausstattung:
232 Seiten, Broschur
Preis:
14,90 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
Kontrast Verlag, Pfalzfeld
Kontakt zum Autor oder Verlag:
office@claudia-rossbacher.com
Leseprobe
Als sich Sam über die Notfallpatientin beugte, wusste er sofort, dass sie sein nächstes Opfer sein würde. Die Tochter und zwei Enkelkinder der alten Dame hatten sie bewusstlos auf dem Boden ihrer Küche vorgefunden, nachdem sie vom Einkaufen zurückgekehrt waren. Sam fühlte ihren schwachen, unregelmäßigen Puls, reinigte Mund und Rachen und setzte den Tubus für die Beatmung mit reinem Sauerstoff. Dann hängte er die Patientin ans EKG und legte die venösen Zugänge für die Natriumchloridlösung und das Atropin, das gleich durch ihre Körper fließen würde. Niemand würde die Überdosis bemerken, weil keiner danach suchen würde. Alte Frauen starben nun mal an Herzinfarkt. Wer sollte da Verdacht schöpfen? Doch Sam war gar nicht wohl dabei, als er der verzweifelten Tochter und ihren beiden schluchzenden Kindern versprach, dass die Ärzte in der Stanton Klinik alles tun würden, um die betagte Dame zu retten. Während Henry am Lenkrad Platz nahm, kletterte Sam zur Patientin in den Fond, schloss die Türen hinter sich und wählte Jeffs Nummer. „Hi, Sam. Neue Lieferung?“, fragte Jeff. „Ja, Doktor Geller. Herzpatientin, achtundsechzig Jahre. Henry verständigt gerade die Notaufnahme. In zwanzig Minuten sind wir da.“ „Okay. Ich bin zur Stelle für den Fall, dass es ein Problem gibt.“ „Glaub ich nicht. Zu viel Atropin.“ „Gute Wahl, Sam. Das wird niemandem auffallen. Was ist mit den Angehörigen?“ „Die Tochter bringt noch rasch ihre Kinder zur Schwester. Danach kommt sie ins Krankenhaus.“ „Okay. Ich kümmere mich um sie. Danke, Sam. Bis gleich.“ Sam seufzte. Ein Scheißjob war das. Aber hatte er eine Wahl? Die arme Frau neben ihm gab kein Lebenszeichen mehr von sich. Wenigstens musste sie nicht lange leiden, dachte er und beschloss den heutigen Tag mit einer anständigen Flasche Cavalier Rum zu beenden.
Klappentext
Claudia Rossbacher wurde zwar in Wien geboren, verbrachte jedoch den größten Teil ihrer Kindheit und Jugend im Ausland. Unter anderem lebte sie bis zur Revoluti-on des Ayatollah Khomeini mit ihrer Mutter in Teheran, später bei ihrem Vater, einem liebenswerten Waffenhändler in Jakarta. Nach einem Studium der Tourismuswirt-schaft arbeitete sie als Model in den Mode-Metropolen Europas und Japans, danach als Texterin und Kreativdirektorin in internationalen Werbeagenturen, bis sie schließ-lich ihre Begabung entdeckte spannende und unterhaltsame Romane zu schreiben. Ihr erstes Buch Hillarys Blut ist ein Thriller, der den Leser in die luxuriöse aber auch mörderische Welt der Multimillionäre in der Karibik führt. Hinter der traumhaften Scheinidylle lauern tödliche Intrigen, verratene Freundschaften, enttäuschte Liebe und grenzenlose Habgier. Die fiktive Geschichte basiert auf der Tatsache, dass auf Antigua zu wenig Leichen für die medizinische Ausbildung zur Verfügung stehen, weshalb hierfür angeblich Prämien von über 2.000 US-Dollar bezahlt werden... Ein unterhaltsamer, spannender Thriller mit erotischer Note, der einen Blick hinter die idyllischen Kulissen der Schönen und Reichen in der Karibik wagt.
Rezension
Um es gleich vorwegzunehmen: Wer das Buch in die Hand nimmt, legt es erst wieder beiseite, wenn die letzte Seite gelesen ist. Bei meiner Vorbereitung zu einem Podiumsgespräch mit der Autorin dachte ich zunächst an die übliche Vorgehensweise eines Moderators. Backcovertext lesen, die ersten dreißig Seiten und dann nur noch diagonal lesen. Mehr benötigt man für ein 45-Minuten-Gespräch nicht. Doch sehr schnell, ohne es zu bemerken, befand ich mich weit hinter Seite 30 und war von dem so harmlos beginnenden Plot derart gefesselt, dass ich mein geplantes Tagesprogramm vergaß und wirklich bis zur letzten Seite las. Die Autorin hat es in ihrem Erstlingswerk verstanden, den Leser durch die Beschreibung der reizvollen Landschaft und des leichtlebigen Alltags der Schönen und Reichen in der Karibik erzählerisch ins Träumen zu schicken und ihn gleichzeitig in einen spannenden und faszinierenden Kriminalfall einzubinden. Die Figuren sind dabei ebenso plastisch wie klischeehaft beschrieben, dass man glaubt, jeden der einzelnen Mitwirkenden persönlich zu kennen. Was zunächst wie eine erfrischende Urlaubsbeschreibung beginnt, wird langsam und allmählich zu einem blutigen Psychodrama mit einem unerwarteten, aber glaubwürdigen und für den Leser befriedigenden Ausgang. Heinz-Peter Baecker, Journalist und Autor