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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Herz aus Stein, Sofia Hartmann
Sofia Hartmann

Herz aus Stein



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Die Frau dachte kaum darüber nach, dass sie splitternackt war, als er sie an ihrem Halsband und mit gefesselten Händen, durch das Haus führte.


Sie staunte, als er sie in ein großes, wunderschön eingerichtetes Badezimmer führte. Der Boden war im Schachbrettmuster schwarz-weiß gekachelt. Eine schwarze, riesige Badewanne stand mitten im Raum, hinter einem gemauerten Raumteiler befand sich eine Dusche. Auch die Waschbecken waren schwarz. Die Wasserhähne glänzten in edlem Chrom. Mehrere große Pflanzen mit wunderschönen, gesunden Blättern rundeten das Bild ab. Das Einzige, was sie geschmacklos fand, waren die zwei Porzellanpanther, die jeweils am Kopf- und am Fußende der Badewanne standen. Sie gaben diesem sonst so schönen Badezimmer einen so dermaßen kitschigen Touch, dass sie unter normalen Umständen wahrscheinlich gelacht hätte.


Hatte er ihren Wunsch nach einem heißen Bad gespürt? Ihr deswegen Badewasser eingelassen? Fast dankbar ließ sie sich von ihm zur Wanne führen, und da ihre Hände gefesselt waren, half er ihr vorsichtig, darin Platz zu nehmen.


Das Wasser erschien ihr im ersten Moment unerträglich heiß, aber bereits nach zwei Minuten spürte sie, dass die Temperatur angenehm warm war.


Er setzte sich auf einen Stuhl und beobachtete sie. Sie lehnte sich zurück und schloss die Augen. Nach so vielen Tagen Gefangenschaft in diesem kalten Kellerverlies genoss sie diesen Moment – trotz ihrer Angst. Das Wasser duftete nach Magnolien. Ihr Lieblingsduft. Aber das war ein Zufall, das konnte er nicht wissen.


»Was wollen Sie von mir?«, wagte sie schließlich zu fragen. Ihre Stimme versagte, es kam nur ein heiseres Flüstern, obwohl sie sich vorgenommen hatte, mit fester Stimme zu sprechen.


Wie in den Tagen zuvor, antwortete er auch dieses Mal nicht.


Er stand auf und betrachtete sie.


»Hier«, sagte er, und reichte ihr einen Nassrasierer. »Rasiere dich.«


Sie gehorchte in ihrer Angst, rasierte sich die Haare unter ihren Armen wie auch an den Beinen, und so wie sie es gewohnt war, auch die so genannte Bikinizone.


»Nein«, sagte er. »Alles. Rasiere dich ganz glatt, nicht nur die Seiten da unten. Mach alles weg.«


Ein Schauer lief ihr über den Rücken, aber sie tat was er sagte.


Er schaute ihr genau dabei zu. Es war ihr unangenehm. Sex, dachte sie. Er wollte Sex von ihr. Er wollte sie als sein persönliches Spielzeug. Und wenn er ihrer überdrüssig war, würde er sie töten. Sie hatte sein Gesicht gesehen. Sie könnte ihn beschreiben. Sie war in seinem Haus. Er würde sie niemals am Leben lassen. Es gab für sie nur eine Chance und das war, ihm zu gefallen – so lange wie möglich. Vielleicht würde man sie in der Zwischenzeit finden.


In ihrem Inneren breitete sich eine tiefe Verzweiflung aus und sie weinte leise.


»Warum weinst du jetzt?«, fragte er.


»Weil... ich habe Angst.«


»Du brauchst keine Angst haben«, sagte er. »Ich werde dir nichts tun. Solange du begreifst, um was es geht.«


»Um was geht es denn?«,  fragte sie weinend. »Sie reden ja nicht mit mir. Sie sagen mir ja nicht, was Sie von mir wollen...«


Er setzte sich auf den Rand der Badewanne und begann ihre Haare zu schamponieren.


»Ich will gar nicht so viel«, sagte er. »Ich will eine Frau, die noch wirklich Frau ist.«


»Sie sind ein gutaussehender Mann«, wagte sie einen Versuch. »Warum haben Sie es nötig, eine Frau zu entführen, sie ihrer Familie zu entreißen, um sich zu holen, was Sie suchen? Die Frau, die Sie gerne hätten, gibt es bestimmt irgendwo da draußen.«


»Eben nicht«, sagte er. Eigentlich hatte er eine recht angenehme Stimme. Trotzdem erschauerte sie vor Angst bei jedem Wort.


»Ihr Frauen seid doch alle gleich«, sagte er. »Ihr wollt zu viel auf einmal und ihr habt eure wahre Bestimmung vergessen.«


»Unsere wahre Bestimmung?«


Er nickte und sah ihr tief in die Augen.


»Ja.«


»Und welche soll das sein?«


Er lachte. »Das wirst du noch begreifen. Ich bringe dich zurück zu deiner wahren Bestimmung. Und du wirst damit glücklich sein.«


Sie wagte es nicht, weitere Fragen zu stellen, und er brach das Gespräch an dieser Stelle ab. Er spülte ihre Haare aus und holte ein Badetuch aus dem Schrank neben der Duschkabine, das er ihr mit der linken Hand reichte, während er ihr die rechte Hand entgegenstreckte, um ihr aus der Wanne zu helfen. Vorsichtig ergriff sie die ausgestreckte Hand, denn noch immer trug sie das Stachelhalsband und die Handschellen, die an der Kette des Halsbandes befestigt waren. Sie hatte zwei, drei unbedachte Bewegungen gemacht und sofort die unangenehme Wirkung zu spüren bekommen. Nun bewegte sie sich vorsichtiger. Er hängte ihr das Badetuch um die Schultern. Dann schob er sie vor den großen Spiegel, trocknete ihr Haar mit einem Handtuch und kämmte sie. Sie wagte es nicht, sich zu bewegen, und blieb auch still stehen, als er ihr die Haare föhnte.


»Bitte lassen Sie mich doch gehen«, flüsterte sie schließlich. »Ich habe ein Kind.«


»Wo bist du hergekommen, an diesem Abend, als du unterwegs warst und mir in die Arme gelaufen bist?«


»In einer Kneipe, mit meiner Freundin etwas trinken.«


Er nickte und schaute sie verächtlich an.


»Siehst du. Und wo war dein Kind?«


»Um diese Zeit natürlich im Bett.«


»Und dein Mann?«


»Zu Hause bei unserem Kind.«


»Und gehört sich das so?«


Sie starrte ihn erschüttert an. Aus welcher Zeit kam dieser Mensch?


»Es ist doch...«


Er unterbrach sie unwirsch.


»Es ist gar nichts«, sagte er in hartem Ton. »Verstehst du? Gar nichts. Ihr Frauen, ihr wollt alles und alles auf einmal. Und nichts davon macht ihr richtig!«


»Die Zeiten haben sich aber geändert«, flüsterte sie ängstlich.


»Aber es ist nicht richtig. Eine Mutter hat Mutter zu sein, sobald sie ihr Kind empfangen hat und nichts anderes. Abgesehen davon hat sie einfach nur Frau zu sein. Mutter und Frau, warum genügt euch Frauen das nicht? Damit seid ihr doch mehr als beschäftigt!«


Sie wagte es nicht mehr, noch irgendetwas zu entgegnen. Sie musste kämpfen, das wusste sie. Sie musste irgendwie schaffen, sein Vertrauen zu gewinnen. Vielleicht konnte sie dann fliehen, irgendwann. Bis dahin würde sie ihm zu Willen sein müssen.


Der Gedanke daran erfüllte sie mit Ekel.


»Wenn du anständig bist, und gehorchst und dich benimmst wie eine richtige Frau, darfst du künftig jeden Tag baden. Wenn ich merke, dass es sich lohnt, wirst du Stück für Stück etwas mehr Freiheit bekommen. Das verspreche ich dir. Wenn nicht... nun gut.«


Sie wagte nicht zu fragen, was dann geschehen würde, denn instinktiv wusste sie es. Wenn sie sich nicht so verhielt, wie er es wünschte, würde er sie töten.


»Warum ich?«, fragte sie leise.


»Ich habe dich beobachtet. Jemand muss dir Benehmen beibringen. Du wirst mir dankbar sein.«


»Ich habe nichts Schlimmes getan.«


»Du gehst aus und vergnügst dich mit deiner Freundin, hattest du dafür nicht vorher ausreichend Zeit? Bevor du geheiratet hast? Bevor du ein Kind bekommen hast?«


Sie antwortete nicht. Es machte wohl kaum Sinn, mit ihm über Frauenrechte zu diskutieren. Das würde ihn nur gegen sie aufbringen. Sie musste überleben und den verlangten Preis dafür zahlen.


Er führte sie in sein Wohnzimmer und streifte ihr das Handtuch ab. Mit gesenktem Blick stand sie nun nackt vor ihm. Aus den Augenwinkeln nahm sie die altertümlichen Chippendale-Möbel wahr. Die schweren, weinroten Vorhänge waren zugezogen.


»Und jetzt gehst du auf alle Viere, knie dich auf den Boden, ich möchte dich anschauen«, sagte er.


Sie fühlte sich erniedrigt, aber was machte das noch aus? Er erniedrigte sie, seit er sie in seiner Gewalt hatte. Er lief um sie herum wie ein General, der einen Soldaten begutachtet. Schließlich blieb er eine Weile vor ihrem Hinterteil stehen, das sie ihm in dieser Position gezwungenermaßen darbieten musste. Er zog ihre Pobacken auseinander und betrachtete sie genau. Ihr liefen Tränen über das Gesicht. Nein, Scham war es nicht. Es war reiner Überlebenswille, gepaart mit dem Gefühl von Erniedrigung, einem Gefühl, dem sie noch niemals zuvor ausgesetzt gewesen war. Als er ihre Schamlippen in der gleichen Weise auseinanderzog, um sie näher zu betrachten, betete sie innerlich darum, dass sie keinen Gefallen daran finden würde – aber allein der Gedanke daran war grotesk. Nein, sie ekelte sich vor ihm, sie fühlte sich erniedrigt, das war alles. Kein aufkommendes Lustgefühl angesichts einer ihr unbekannten Situation.


»Du kannst wieder aufstehen«, sagte er. »Ich werde dich heute nacht ficken. Sei gut. Dein Leben könnte davon abhängen.«


Er trieb sie ins Schlafzimmer im ersten Stock, warf sie auf das Bett und fesselte ihre Arme mit den Handschellen, die sie bereits trug, weit auseinander an die Bettpfosten. Das Stachelhalsband trug sie noch immer, und als er ihre Beine über seine Schultern warf, und in sie eindrang, hielt er die Kette des Halsbandes fest in der Hand. Sie konnte sich nicht rühren. Und so sollte sie gut sein? Während sich die Stacheln in ihren Hals bohrten? Sicher, sie waren nicht so spitz wie sie aussahen, aber wenn sich das Halsband fester zog, bohrten sie sich unangenehm in die Haut. Ihre Scheide war völlig trocken und der Schmerz, als er in sie eindrang, trieb ihr erneut Tränen in die Augen. Ihr Kopf schmerzte. Sie schloss die Augen und versuchte an ihren Mann zu denken.


Sie sehnte sich nach ihm. Was er wohl gerade tat? Ob er schlief? Sie wusste nicht, wie spät es war. Das Schlafzimmer dieses Mannes war vollgestellt mit Krimskrams. Mit Sicherheit hing auch irgendwo eine Uhr, aber das Auge braucht eine Weile um Details erfassen zu können und diese Zeit hatte er ihr nicht gelassen.


Er wurde schnell fertig.


»War es schön für dich?«, fragte er.


»Natürlich«, antwortete sie und bemühte sich, ihrer Stimme eine gewisse Festigkeit zu verleihen.


Er schlug zu, mitten in ihr Gesicht. »Warum belügst du mich? Du warst trocken wie ein Handtuch, ich konnte nur mit großer Mühe in dich eindringen. Das nächste Mal strengst du dich mehr an.«


Er löste ihre Handfesseln und zog sie an dem Halsband wieder hinab in den Keller.


»Ich bin... ich habe...«, stammelte sie. Er hielt kurz inne.


»Was bist du? Was hast du?«


»Ich habe dieses Problem immer«, sagte sie. »Ich werde nicht feucht. Ich kann nichts dafür. Irgendetwas stimmt nicht. Mein Mann benutzt immer Gleitcreme.«


Ein verzweifelter Versuch. Sie wusste, er würde ihr das wieder antun. Sie wollte ihm einen Weg aufzeigen, der ihr Schmerzen ersparte, und ihm gleichzeitig das Gefühl geben, dass sie Spaß daran hatte.


Er starrte sie an und antwortete nicht. Schließlich zog er sie weiter die Treppe nach unten, bis er vor der Kellertür stand, die sich gleich wieder hinter ihr schließen würde.


»Du bekommst noch ein paar Chancen«, sagte er. »Keine Sorge.«


Er lachte hämisch und zog sie hinter sich her in ihr Kellerverlies. Dort entfernte er das Halsband.


»Es gelten die gleichen Regeln wie bisher«, sagte er. »Wenn ich hereinkomme, stehst du auf und stellst dich an die Wand.«



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