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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Giftige Tränen, H. T. Riethausen
H. T. Riethausen

Giftige Tränen



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Zaria Prophetia Verlag
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1.
Hauch der Vergangenheit
Langsam stieg er die Stufen des düsteren Treppenaufganges hinauf. In der Ferne vernahm er ein leises Jaulen. Als er durch die offene Tür trat, wandelte es sich blitzartig in ein wütendes Bellen und ließ ihn zurückschrecken.
Eine Galerie spannte sich über die Hälfte des Raumes. An ihrem Ende hing etwas - eine Jeans. Er trat näher. Es war nicht nur eine Hose. Es war mehr.
"Nein!"
Stephan Bastion fuhr aus dem Schlaf. Seine Hand glitt über das nassgeschwitzte T-Shirt. Schwer atmend lehnte er den Oberkörper an die Wand. Der Traum lag ihm im Magen wie ein nicht explodierter Sprengkörper.
Er riss sich das T-Shirt vom Leib, warf es in die Dunkelheit und schnappte nach Luft, hatte das Gefühl, zu ersticken. Beinahe panisch stürzte er ins Wohnzimmer, trat auf den Balkon hinaus und sah hinunter auf die Lichter der nächtlichen Stadt. Dankbar stellte er sich dem kühlen Nachtwind und starrte in die bedrohliche Tiefe hinab. So gefahrvoll wie auch der Traum, der keiner war.
Es war eine schmerzliche Erinnerung, die nach drei Jahren tiefen Schlummers plötzlich wieder erwacht war - wie ein Dämon aus der Finsternis. Und er hatte keine Ahnung, warum.


 


 


Ein Wespennest voller Taranteln


 


Der Schall des Radioweckers fegte Tim Ried aus dem Bett. Er erhob sich mit zufriedenem Lächeln und schlenderte zum Dachfenster. Nach vier Jahren in der Fremde war er endlich wieder zu Hause. Erst aus der Distanz heraus hatte er erkannt, wie wichtig ihm die Mainmetropole war. Die Suche nach einem Zimmer hatte ihn zu Jean Issy geführt, einem Hotelangestellten aus der französischen Schweiz, der aber seit 20 Jahren in Frankfurt lebte und
arbeitete. Dass Tim ausgerechnet hier in der Diesterwegstraße 33 ein Zimmer gefunden hatte, war eine merkwürdige Ironie des Schicksals. Als habe er die Uhr zurück gedreht. Vor 15 Jahren, zu Zeiten seines Coming-outs in Frankfurt, wohnte er für sechs Monate in demselben Zimmer in Jeans Wohnung. Gut gelaunt ging Tim ins Bad, beäugte sich kritisch im Spiegel. Eine minimale Wölbung war über den Shorts erkennbar, aber sonst brauchte er sich nicht zu
schämen. Durch stetige körperliche Arbeit hatte er auch ohne Fitness-Studio muskulöse Brustmuskeln und Oberarme vorzuweisen. Erste graue Haare, leichte Ringe unter den braunen Augen und schwache Fältchen und Krähenfüße im gebräunten Teint verrieten ihm, dass er inzwischen älter geworden war. Dennoch fühlte er sich nicht wie siebenunddreißig.


 


***


 


 


Betroffen blickte Kommissar Stephan Bastion auf seinen Nebenmann.
Das Entsetzen war Dr. Oliver Windler ins kreidebleiche Gesicht geschrieben. Mit der ausgewaschenen Jeans und dem lässigen Karohemd wirkte der schlanke, blonde Endvierziger gar nicht wie der Leiter des Exotariums. Fassungslos lehnte er an der Wand und starrte hinüber zum Gehege der australischen Süßwasserkrokodile. Eine der mächtigen
Glasscheiben, welche das Gehege vom Besucherraum trennten, war eingebrochen - die massigen Scherben im Wasserbecken verteilt. Am Rande des Beckens lag in verkrampfter Körperhaltung ein Mensch - die Beine angewinkelt auf dem sandigen Uferbereich, während sich Oberkörper und Kopf unter Wasser befanden. Laut Aussage von Dr. Windler handelte es sich bei dem Toten um den Zoodirektor Dr. Karsten Schnyder. Vermutlich unter Alkoholeinfluss war er durch die Scheibe ins Becken gestürzt und ertrunken.
Doch zu dem scheinbaren Unglücksfall passte Eines überhaupt nicht: Ein Schlangenbiss am Hals.
Gelähmt durch den Schock war der Exotariums-Leiter zu keiner Bewegung fähig. Kommissar Bastion führte ihn zu einer Sitzbank und bat ihn, sich zu setzen.
"Sind Sie in Ordnung, Dr. Windler? Soll ich einen Arzt rufen?"
Der Angesprochene schreckte auf.
"Was? Nein danke. Entschuldigen Sie, ich muss das erst mal verarbeiten!
Im Rausch ist er erst also durch die Scheibe ins Mamba-Terrarium gefallen und hat es zerstört. Dabei wurde er von der Schlange gebissen. In Panik ist er geflüchtet und dabei in die Krokodil-Anlage gestürzt!"
Kommissar Bastion nickte schwerfällig.
"So könnte es gewesen sein! Die Glassplitter und Schnittverletzungen unterstützen diese Theorie. Sind Sie in der Lage, einige Fragen zu beantworten?"


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