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> Krimi Thriller > Eiskalt abserviert
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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Eiskalt abserviert, Lutz Spilker
Lutz Spilker

Eiskalt abserviert


Mörderische Pläne

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„Mist“, sagte Gregory, als er die Hälfte des Flures hinter sich hatte, „es ist nichts zu riechen, nicht zu hören, nichts zu …“ Er stand da wie aus Beton gegossen und lauschte gespannt in eine Richtung, als ob er von dort ein Geräusch vernommen hätte. „Sei bloß leise“, hörte er eine Stimme. Aber diese Stimme kannte er nicht. Gregory schlich vorsichtig den breiten Flur entlang in Richtung des Geräuschs. „Kommst du jetzt her“, sagte dieselbe Stimme wieder und gab Gregory weiterhin die Richtung vor. Aha, dachte er und bog vor dem Wohnzimmer links in einen anderen Flur. „Da muss es sein“ sagte er zu sich selbst und pirschte zur nächsten Türe, hinter der er die Stimme vermutet. Aber wer sollte leise sein und warum nur? Es war doch eine Küche und in Küchen entstand immer ein gewisser Radau durch das Klappern der Töpfe und Schüsseln. Seltsam. Vielleicht hatte der Koch ein Verhältnis und brachte es mit in die Küche? Aber wer konnte das sein? Die Stimme war nicht zu erkennen. Es war nicht so richtig gesprochen, mehr schon gehaucht. Es hätte eine Männer-, aber ebenso gut auch eine Frauenstimme sein können. Die nächste Tür hatte wieder kein Fenster, man konnte nicht reingucken. Ich kann doch jetzt nicht einfach die Tür aufmachen. Wir sind doch hier nicht bei der Bundeswehr. Und wenn ich vorher anklopfe?, dachte Gregory. Dann gibt man doch eine Art Warnschuss ab und gewisse Personen bekommen ein paar Sekunden Zeit, sich zu wieder herzurichten. „Wirst du wohl endlich herkommen“, hörte Gregory die Stimme sagen, jetzt ganz deutlich hinter der Türe, und vernahm gleichsam etwas Bedrohliches darin. Er öffnete ohne anzuklopfen, stand in der Küche und starrte den Koch an, der sich anschickte, beim Gerangel mit der Gans nicht den zweiten Platz zu belegen. „Hallo“, sagte der Koch, „ich bin Jan, der Koch.“ Eine Hand streckte sich Gregory entgegen und er griff zu. „Ich bin Gregory, der neue Butler“, sagte Gregory und schüttelte dabei immer noch Jans Hand. „Butler, is’ schon klar“, sagte Jan und kniff dabei ein Auge verdächtig lange zu. „Wie lange bist du denn schon hier?“ wollte Gregory wissen. „Seit halb sieben“, flachste der Koch und schaute dabei auf die Küchenuhr. „Quatsch, ich bin seit knapp sechs Jahren hier und melde keine besonderen Vorkommnisse!“ Jan schlug die Hacken zusammen, salutierte und schob den rechten Fuß, begleitet von dem Wort „Rühren“, entspannt nach vorne. Gregory verfolgte das Schauspiel amüsiert, wusste jedoch nichts damit anzufangen und stand deshalb ziemlich unentschlossen da. Jan bemerkte Gregorys fragenden Gesichtsausdruck und erklärte: „Du bist doch jetzt der neue Chef für den Innendienst.“ Dabei kicherte Jan so, als nähme er Gregory nicht ganz ernst, zumal Gregory in seiner Dienstkleidung vor Jan stand. Einerseits wollte Gregory nicht näher auf Jans Einlage eingehen, aber andererseits lockte ihn die Neugierde. „Gibt’s hier irgendwelche Besonderheiten? Muss man hier mit irgendwas rechnen? Ist es besser, irgendwie vorbereitet zu sein?“ bohrte Gregory. „Wenn ich Scheiße baue, kriegt der Butler Haue – und der Butler bist du!“ konstatierte Jan. „Und das gilt für den Gewächshaus-Gustel, die Ata-Truppe und …“ Er überlegte. „… eigentlich für jeden und alles“, bestätigte er. „Du hast den beschissensten Job erwischt – und sogar freiwillig“, meinte Jan und schüttelte den Kopf dabei, als ob er seinen eigenen Worten keinen Glauben schenken würde. „Wie kommt man bloß auf so ein schmales Brett?“ sinnierte er. Gerade wollte Gregory etwas dazu sagen, als Jan meinte: „Nee komm, sag’ nix, ist ganz allein deine Sache, geht mich nix an! Aber wenn du mal drüber reden willst ...“ Gregory hätte schon gerne mit jemandem darüber geredet, aber er kannte Jan noch nicht gut genug und von Vertrauen oder Freundschaft konnte noch lange keine Rede sein. Er nickte zwar zustimmend, versuchte aber, nicht sofort auf das Gehörte zu reagieren. „Was gibt’s denn heut’?“, fragte Gregory, als würde es ihn tatsächlich interessieren. „Irgendwas Fischiges“, meinte Jan, „die Gans gibt’s erst morgen, die muss noch ein bisschen ausbluten.“ „Was Fischiges?“, fragte Gregory. „Und was genau?“ „Lass dich überraschen und sieh lieber zu, dass die Tafel gedeckt ist, bevor sie kommen“, erklärte Jan. „Welche Tafel, ich sehe nirgends eine Tafel?“ „Der große Tisch im Esszimmer, dort wo getafelt und geschwafelt wird, den nennen wir hier Tafel“, meinte Jan und schaute sich dabei um, als käme jeden Augenblick jemand um die Ecke. „Ich soll die Tafel eindecken?“ fragte Gregory ungläubig. „Das hat mir niemand gesagt und ich weiß auch gar nicht, für wie viele Leute da gedeckt werden soll.“ „Ich kann dir nur sagen, wie es immer gemacht wird. Der Butler deckt die Tafel und du bist der Butler, sagtest du jedenfalls. Treffen die Herrschaften zum Abendessen ein und die Tafel ist nicht gedeckt, möchte ich nicht in deiner Haut stecken. Ich möchte dann noch nicht einmal in deiner Nähe sein, Kollege“.


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