Suchbuch.de

Leseproben online - Schmökern in Büchern



Kategorien
> Krimi Thriller > Eine mörderische Kur
Belletristik
Bücher Erotik
Esoterik Bücher
Fantasy Bücher
Kinderbücher
Krimis & Thriller
Kultur Bücher
Lyrikbücher
Magazine
Politik, Gesellschaftskritik
Ratgeberbücher
regionale Bücher
Reiseberichte
Bücher Satire
Science Fiction
Technikbücher
Tierbücher
Wirtschaftbücher
Bücher Zeitzeugen

Login
Login

Newsletter
Name
eMail

Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Eine mörderische Kur, Frank W. Schreiber
Frank W. Schreiber

Eine mörderische Kur



Bewertung:
(243)Gefällt mir
Kommentare ansehen und verfassen

Aufrufe:
1570
Dieses Buch jetzt kaufen bei:

oder bei:
http://www.ueberwald-verlag.de
Drucken Empfehlen

 


„Wie fühlen Sie sich nach solch einer Nachricht?“


Die junge, schwarzhaarige Reporterin hielt das Mikrofon dicht unter seinen Mund. Eine Fernsehkamera lag auf der Schulter des Kameramanns und zielte genau in das grinsende Gesicht von Dr. Davis.


„Es könnte mir nicht besser gehen“, antwortete der braungebrannte und glatt rasierte, etwa 1,90 Meter große Mann. Seine kurzen, dunklen Haare lagen akkurat, als ob er sich noch vor ein paar Sekunden gekämmt hätte. Die rahmenlosen Brillengläser verdeckten keinen Millimeter des süffisanten Lächelns. Alles war perfekt. Die schwarz gepunktete Krawatte auf weißem Hintergrung passte genau zum gebügelten, weißen Hemd. Der dunkle, einreihige Anzug sah aus, wie frisch aus der Reinigung gekommen.


An der rechten Wand des Raumes hing ein großes Bild mit dem Logo von `care4you`. Es bedeckte die ganze Fläche der Wand. Vor dem Fenster auf der rechten Seite war ein Buffet aufgebaut, vor dem sich einige Männer im schwarzen Anzügen und Frauen in adretten Kostümen versammelt hatten. In der Mitte des Raumes stand ein Tisch, auf dem Unterlagen verteilt lagen. An der linken Hälfte des Tisches befand sich ein Podest mit Mikrofon.


Jeder wusste natürlich, warum sie heute im Meeting-Raum des Unternehmens zusammengekommen waren. Dr. Davis griff zum Mikrofon und fing an, eine Rede zu halten.


„Ich danke ihnen, dass Sie hier so schnell zusammengekommen sind. Heute ist ein neues Medikament von uns gegen Krebs zugelassen worden. Das allein wäre schon ein Grund zum Feiern, aber dann ist auch noch unser Aktienkurs, von `care4you`, innerhalb von ein paar Minuten um fast achtzehn Prozent in die Höhe geschnellt. Ich bin in einer fantastischen Stimmung“, sagte er schmunzelnd, bevor er nach einer Pause fortfuhr:


„Wie Sie vielleicht wissen, arbeiten wir schon seit längerer Zeit an der Erforschung von monoklonalen Antikörpern zur Anwendung in der Immuntherapie gegen Krebs. Uns ist nach dem Abschluss einer erfolgreichen Phase-III-Studie der Durchbruch gelungen, und das Medikament wird in Kürze auf den Markt kommen und `Cancira` heißen.“


Dr. Davis´ Augen strahlten vor Freude. Er sah blendend und jugendlich aus, nur an den feinen Falten um seinen Mund konnte man sehen, dass er schon Ende vierzig war.


An der Wand hinter ihm war plötzlich der Name `Cancira` in großen, roten Lettern aufgetaucht.


Tuschelnd meinte die Reporterin zu ihrem Kollegen hinter der Kamera:


„Ich wäre auch in fantastischer Stimmung, wenn ich gerade um Millionen Dollar reicher geworden wäre.“


„Dies ist ein Meilenstein für unser Unternehmen. Ich möchte Sie nicht länger mit einer langen Rede hinhalten. Wir alle haben lange auf diesen Moment hingearbeitet. Bitte nehmen Sie sich eine Broschüre.“


Dr. Davis deutete auf den Tisch, auf dem die vorsorglich gedruckten Unterlagen aufgestapelt lagen.


„Und bedienen Sie sich vor allem an unserem Buffet!“


Langsam, die Genugtuung der Situation auskostend, ging er zwischen den anwesenden Personen hindurch, als plötzlich ein weiterer Reporter laut in den Raum fragte:


„Und was ist mit den Menschen?“


Dr. Davis und ein paar andere Leute sahen sich verwirrt um. Sekunden später sagte er stotternd:


„Ehh, ja natürlich, es ist auch ein Meilenstein für die kranken Menschen. Wir können ihnen jetzt durch unser Medikament helfen, eine neue Lebensperspektive geben.“


Nach einer kurzen Pause fügte er noch hastig fragend hinzu:


„Ist das nicht das Wichtigste?“


Und ohne eine Antwort abzuwarten, ergänzte er schnell:


„Ich danke ihnen.“


 


---


 


 


Mark war allein in seinem Zimmer. An Schlafen war nicht zu denken. Zu sehr beschäftigten ihn die Dinge. Er musste Professor Winter stoppen. Der konnte nicht die Gesundheit von unschuldigen Menschen aufs Spiel setzen. Ein Gefühl der Wut kam in ihm hoch. Der Fernseher lief, aber Mark war zu sehr mit seinen Gedanken beschäftigt, als dass er sich darauf konzentrieren konnte. Der Raum war durch das Licht an der Decke hell erleuchtet.


Plötzlich ging die Tür mit einem Knall auf.


Mark zuckte vor Schreck zusammen.


Niemand hatte angeklopft. Zuschließen konnte man die Tür nicht.


Ohne etwas zu sagen, waren drei Männer in das Zimmer gestürmt. Zwei hielten Mark im nächsten Moment fest und drückten ihn nach unten auf das Bett.


Der Dritte, Dr. Bremer, stand vor ihm und meinte:


„Zeit für deine Tabletten.“


Er hielt vier weiße Tabetten in der Hand. Seinen Arm ausgestreckt wollte er Mark die Tabletten mit einem Glas Wasser geben, das er mitgebracht hatte. Mark wackelte mit seinem Kopf hin und her und versuchte, dem Glasrand auszuweichen.


„Ich nehme keine Tabletten“, rief er ängstlich und presste seinen Mund sofort wieder zu.


Dr. Bremer brauchte nichts zu sagen. Einer der anderen Männer – es war Tom, der Schönling - hielt Marks Kopf fest auf das Bett, sodass er sich nicht mehr bewegen konnte, und drückte mit Daumen und Zeigefinger von außen zwischen die Zähne des Kiefers. Marks Mund öffnete sich automatisch. Es war wohl nichts Neues für die drei. Der andere, Fred, drückte ihn mit seinem Gewicht aufs Bett.


Langsam spürte Mark, wie kaltes Wasser seine Zunge und seinen Mund benetzten. Die Tabletten spürte er zwar nicht, dachte sich aber, dass die Tabletten auf und ab im Wasser schwammen. Er wollte sie nicht schlucken und ließ das Wasser einfach im Mund.


„Schluck schon, du Penner,“ hörte er einen der Männer sagen.


Tom, der Marks Mund aufgedrückt hatte, hielt plötzlich dessen Nase zu und presste gleichzeitig die Lippen fest aufeinander. Mark versuchte, Luft zu holen. Ohne Erfolg. Bewegen konnte er sich nicht. Nach ungefähr einer Minute überkam ihm ein Gefühl der Panik. Blut schoss in seinen Kopf. Er wollte schreien, aber es ging nicht mit geschlossenem Mund. Seine Augen waren weit aufgerissen. Er erstickte. Ein Reflex brachte ihn dazu zu Schlucken. Er wusste, dass er dadurch ungefähr fünf Sekunden gewinnen würde, bevor er ins Tal des Todes herabsteigen würde. Mark hatte schon mit seinem Leben in dieser Welt abgeschlossen, als sich plötzlich die Griffe um seine Nase und um seinen Mund lösten.


Hustend fiel sein Kopf nach vorne.


Dr. Bremer stand über Mark und starrt ihn an. Er beugte sich herunter und sah in das rot angelaufene Gesicht.


Mark wusste, dass Dr. Bremer mit ihm machen konnte, was er wollte, und er wusste, dass er zu hilflos war, ihn zu stoppen. Zu hilflos.


„Das hättest du einfacher haben können. Du weißt, dass wir keine Späße mehr machen. Und wenn du mit jemandem sprichst, finden wir das heraus. Ich brauche dir nicht zu sagen, was dann passieren wird“, drohte die Stimme neben ihm.


Genauso schnell, wie sie gekommen waren, waren sie auch wieder verschwunden.


 


Für den Inhalt dieser Seite ist der jeweilige Inserent verantwortlich! Missbrauch melden



© 2008 - 2020 suchbuch.de - Leseproben online kostenlos!


ExecutionTime: 3 secs