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Ein Erbe zu viel


Der etwas andere Kriminalroman

von Laswintha Merz

krimi_thriller
Ausstattung:
ca. 119 S.
Preis:
3.90 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Kontakt zum Autor oder Verlag:
laswintha@fantasymail.de
Leseprobe

 

Ein Grollen weckte sie. Es rollte über den ganzen Himmel und stürzte aus allen Richtungen auf sie ein. Im Zimmer war es stockdunkel. Es ärgerte sie, wenn Gudrun die Verdunkelung immer so dicht schloß, daß man nicht einmal die Hand vor den Augen sehen konnte. Sie lauschte auf die Atemzüge ihrer Mitschwestern. Aber es war totenstill. Sie hatte verschlafen und war immer noch benommen. Die anderen waren sicher schon auf Schicht. Höchste Zeit, ihnen zu folgen.

 

Sie stand auf und versuchte, sich im Dunklen zu orientieren. Aber die Möbel standen nicht so, wie sie sie in Erinnerung hatte. Mit Mühe fand sie die Tür und trat in den Flur. Dort war zum Glück Licht. Als sie die Hand in die Tasche ihrer Schürze stecken wollte, merkte sie, daß sie statt ihrer Schwesterntracht ein Nachthemd trug. Das war ihr noch nie passiert. Das Grollen wurde noch stärker. Sie war in Gefahr, sie mußte hier weg. Unter einer Tür drang ein Lichtschein hervor. Sie betrat den Raum. An einem Haken hingen Kleidungsstücke, Wäsche lag auf der Bank davor, darunter waren ordentlich die Schuhe abgestellt. Es war nicht ihre Schwesterntracht, aber sie zog die Sachen trotzdem an und nahm auch Tasche, Schal und Mütze mit.

 

Sie fand den Ausgang und hatte nur noch wenige Meter vom Schwesternhaus zum Krankenhaus.

 

 

Draußen war es dunkel und windig. Als ein Lichtblitz die Gegend erhellte, bemerkte sie, daß das Krankenhaus verschwunden war. Einen Augenblick blieb sie ratlos stehen. Dann erinnerte sie sich an den Unterstand, der 100 Meter weiter waldeinwärts Schutz gewähren sollte. Sie stolperte dorthin.

 

Sie hatte die Orientierung verloren. Sie lief nur noch vor dem Grollen davon. Sie fand eine Straße. Es war noch nicht hell, als ein Auto neben ihr hielt und der Fahrer sie fragte, ob er sie mitnehmen könne. Sie erkläre, daß sie nach Neuhaus wollte. Der Fahrer nickte.

 

„Steigen Sie ein“, sagte er.

 

Sie setzte sich hinten in den Wagen. Auf dem Boden rumpelten ein paar Schnapsflaschen, aber das nahm sie nicht wahr. Sie war so tief in ihren Sitz versunken, daß der Fahrer ihr Gesicht im Rückspiegel nicht erkennen konnte. Beim Einsteigen hatte er nur eine schlanke Gestalt mit blauen Jeans und einem roten Pullover gesehen. Ihr Haar wurde von einer schwarzen Mütze verdeckt. Im Auto schlief sie ein und wachte auch nicht auf, als der Fahrer den Wagen auf einem ländlichen Grundstück am Rande von Windhagen im Westerwald abstellte. Der Fahrer machte keine Anstalten, seinen Passagier zum Aussteigen zu bewegen.

Klappentext

 

Als Tim Sanders von einer Fortbildung zurückkommt, ist eine alte Dame verschwunden, der er bei der Einrichtung von PC und Telefonanlage geholfen hat. Niemand weiß über ihren Verbleib Bescheid. Der Pflegedienst von Tobias Ortmann, der sie betreut hat, verhält sich merkwürdig. Tim und Leslie Forrest, eine Großnichte der alten Dame, schöpfen Verdacht und machen sich auf die Suche. Ihr Mißtrauen wird bestätigt, als sie Notizen der Verschwundenen finden und den Pflegedienst, der auch für eine Freundin der Verschwundenen tätig ist, genauer unter die Lupe nehmen. Ein Unbekannter scheint ebenfalls eine Rechnung mit dem Pflegedienst offen zu haben. Es tauchen anonyme Briefe mit Drohungen gegen den Pflegedienst auf. Kommissar Anton Römer wird in seinen Ermittlungen durch Ortmann ausgebremst, der nicht mit offenen Karten spielt. Ein Privatdetektiv findet einen entscheidenden Hinweis, aber nicht die ganze Wahrheit. Die deckt Römer mit Tims Hilfe auf. Ortmann, ursprünglich als Idealist gestartet, verfolgt ein unorthodoxes Geschäftsmodell, das ihn mit dem Strafgesetz in Konflikt bringt. Die alte Dame taucht wieder auf und muß einiges in ihrem Leben ändern.

 

Ob sich Ortmann in Zukunft gesetzestreu verhält, wird nicht berichtet und über andere Pflegedienste schon gar nichts.