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> Krimi Thriller > Ein Erbe zu viel
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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Ein Erbe zu viel, Laswintha Merz
Laswintha Merz

Ein Erbe zu viel


Der etwas andere Kriminalroman

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Ein Grollen weckte sie. Es rollte über den ganzen Himmel und stürzte aus allen Richtungen auf sie ein. Im Zimmer war es stockdunkel. Es ärgerte sie, wenn Gudrun die Verdunkelung immer so dicht schloß, daß man nicht einmal die Hand vor den Augen sehen konnte. Sie lauschte auf die Atemzüge ihrer Mitschwestern. Aber es war totenstill. Sie hatte verschlafen und war immer noch benommen. Die anderen waren sicher schon auf Schicht. Höchste Zeit, ihnen zu folgen.


 


Sie stand auf und versuchte, sich im Dunklen zu orientieren. Aber die Möbel standen nicht so, wie sie sie in Erinnerung hatte. Mit Mühe fand sie die Tür und trat in den Flur. Dort war zum Glück Licht. Als sie die Hand in die Tasche ihrer Schürze stecken wollte, merkte sie, daß sie statt ihrer Schwesterntracht ein Nachthemd trug. Das war ihr noch nie passiert. Das Grollen wurde noch stärker. Sie war in Gefahr, sie mußte hier weg. Unter einer Tür drang ein Lichtschein hervor. Sie betrat den Raum. An einem Haken hingen Kleidungsstücke, Wäsche lag auf der Bank davor, darunter waren ordentlich die Schuhe abgestellt. Es war nicht ihre Schwesterntracht, aber sie zog die Sachen trotzdem an und nahm auch Tasche, Schal und Mütze mit.


 


Sie fand den Ausgang und hatte nur noch wenige Meter vom Schwesternhaus zum Krankenhaus.


 


 


Draußen war es dunkel und windig. Als ein Lichtblitz die Gegend erhellte, bemerkte sie, daß das Krankenhaus verschwunden war. Einen Augenblick blieb sie ratlos stehen. Dann erinnerte sie sich an den Unterstand, der 100 Meter weiter waldeinwärts Schutz gewähren sollte. Sie stolperte dorthin.


 


Sie hatte die Orientierung verloren. Sie lief nur noch vor dem Grollen davon. Sie fand eine Straße. Es war noch nicht hell, als ein Auto neben ihr hielt und der Fahrer sie fragte, ob er sie mitnehmen könne. Sie erkläre, daß sie nach Neuhaus wollte. Der Fahrer nickte.


 


„Steigen Sie ein“, sagte er.


 


Sie setzte sich hinten in den Wagen. Auf dem Boden rumpelten ein paar Schnapsflaschen, aber das nahm sie nicht wahr. Sie war so tief in ihren Sitz versunken, daß der Fahrer ihr Gesicht im Rückspiegel nicht erkennen konnte. Beim Einsteigen hatte er nur eine schlanke Gestalt mit blauen Jeans und einem roten Pullover gesehen. Ihr Haar wurde von einer schwarzen Mütze verdeckt. Im Auto schlief sie ein und wachte auch nicht auf, als der Fahrer den Wagen auf einem ländlichen Grundstück am Rande von Windhagen im Westerwald abstellte. Der Fahrer machte keine Anstalten, seinen Passagier zum Aussteigen zu bewegen.


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