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Die weiße Witwe


Klagenfurter Kneipen-Krimi Nr. 9

von Roland Zingerle

krimi_thriller
ISBN13-Nummer:
9783708403144
Ausstattung:
Groschenheft im Format A5, farbiges Deckblatt, 72 Seiten.
Preis:
2,90 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
Verlag Johannes Heyn
Kontakt zum Autor oder Verlag:
office [at] verlagheyn.at
Leseprobe
Es war ein Sommertag wie aus einem Reiseprospekt. Die Temperatur war zu dieser Tageszeit noch erträglich, doch vermittelte sie das Gefühl eines Raubtieres kurz vor dem Sprung. Die 60-jährige Hausfrau Elvira Bainschab verließ mit einem Abfallbeutel in der Hand ihren Wohnblock und blinzelte in die Sonne. Ja, heute würde ein heißer Tag werden! Wackeligen Schrittes ging sie zur Müllinsel, entsorgte ihren Abfall und wackelte zum Hauseingang zurück, als ihr im Augenwinkel etwas auffiel. Sie hielt inne und sah zu dem schwarzen Fleck an der Hausfassade hoch, der ihre Aufmerksamkeit erregt hatte. Als sie erkannte, was dieser Fleck war, erschrak sie so sehr, dass ihr fast das Herz stehen blieb. Dort oben, an der Mauer im dritten Stock, zwischen ihrem Schlafzimmerfenster und dem ihrer Türnachbarin, saß eine riesengroße, scheußliche Spinne mit langen, schwarzen Borsten! Abgesehen von der Hässlichkeit des Tieres, hatte Elvira Bainschab noch nie zuvor in ihrem Leben eine so große Spinne gesehen. In dieser Nacht tat sie kein Auge zu. Sie wälzte sich unruhig in ihrem Bett und durchlebte einen Zustand des Halbschlafs, in dem sich fortwährend Alptraum und Wachzustand verwirrend miteinander mischten. Hatte sie sich das nur eingebildet oder war da draußen wirklich ein Geräusch gewesen? Halbwach lag sie da und lauschte. Tatsächlich, da war es wieder! Es klang, als brächte irgendetwas Großes die Krone eines der Bäume unten am Haus zum Rascheln! In ihrem Halbschlaf sah Elvira Bainschab eine riesengroße Vogelspinne, die mit den asymmetrischen Bewegungen ihrer acht Beine ein Netz um die gesamte Krone eines Baumes wickelte. Sie schrak auf und ihr Herz klopfte ihr bis in die Kehle. Ein Blick aus dem Fenster sollte sie beruhigen, doch stattdessen stockte ihr der Atem bei dem, was sie da sah: Das große, schwarze Etwas, das sich da an der Müllinsel zu schaffen machte, war zwar keine Spinne, doch war es auch nicht dazu angetan, ihr einen Seufzer der Erleichterung zu entlocken. Das Ding hatte Arme und Beine, ging aufrecht und hatte somit entfernte Ähnlichkeit mit einem Menschen. Doch auch Bären, Affen, Echsen und noch eine ganze Reihe anderer Viecher konnte sich auf Hinterbeinen bewegen, und der Gesamteindruck dieses Wesens da unten war nicht der eines Menschen. Hätte sie den Kopf besser erkennen können, wäre Elvira Bainschab eine zoologische Zuordnung leichter gefallen, doch auf den Schultern erkannte sie nur eine unförmige schwarze Erhebung mit viel zu vielen Haaren. Plötzlich verhoffte das zottige Ding – es schien etwas gehört zu haben. Eine Sekunde später rannte es weg, mit großen, seltsam seitwärts ausweichenden Schritten. Es verschwand flugs in einem Kanalschacht und Elvira Bainschab erkannte erst jetzt, dass der Kanaldeckel neben der Öffnung lag. Das flüchtende Ding war schon halb in der Bodenöffnung verschwunden, als es sich noch einmal umwandte, um den Deckel hinter sich zuzuziehen.
Klappentext
Der Kriminalfall, der Pogatschnigs Interesse weckt, ist eigentlich schon abgeschlossen: Vor einem halben Jahr ist Reinhard Widergänger am Biss einer schwarzen Witwe gestorben, eine Spinne, die seiner Frau Agnes gehört hat. Pogatschnig glaubt nicht an die Ermittlungsergebnisse der Polizei, wonach es sich bei dem Spinnenbiss um einen Unfall gehandelt hätte. Die Hinterbliebene Agnes Widergänger hat von ihren Nachbarn den Spitznamen „weiße Witwe“ bekommen. Ihr Faible für Spinnen ist seit dem Tod ihres Mannes schier explodiert, ihre Wohnung gleicht einer Spinnenhöhle. Nach der Flucht einer großen Vogelspinne aus der Wohnung der weißen Witwe kommt es zu einem weiteren Zwischenfall: Aus dem Kanalschacht, in dem die Spinne angeblich verschwunden ist, klettert des Nachts eine menschenähnliche Kreatur hervor, die die Müllcontainer des Wohnblocks durchwühlt. Bei seinen Nachforschungen findet Hubert Pogatschnig heraus, dass den Kanalarbeitern dieses Wesen bekannt ist, sie haben ihm den Namen „Feuerbacher“ gegeben, ihn aber nie lange genug zu Gesicht bekommen, um zu wissen, zu welcher zoologischen Gattung er gehört. Pogatschnig ist klar, dass das gleichzeitige Auftauchen der Kanal-Kreatur mit dem Verschwinden der Vogelspinne kein Zufall sein kann. Er will den Feuerbacher aufspüren. Sollte ihm das gelingen, könnte er vermutlich eine der vielen Fragen dieses verworrenen Falles beantworten. – Doch was ist mit den vielen anderen Fragen? Zum Beispiel: Was hat der traurige, junge Mann mit dem Fall zu tun, der Zeit seines Lebens unglücklich in die Tochter der weißen Witwe verliebt ist? Wohin ist diese Tochter verschwunden? Wo ist der Ex-Liebhaber der weißen Witwe? Und schließlich: Wer ist das Opfer eines Verkehrsunfalls, das schwer verletzt im Unfallkrankenhaus Klagenfurt im Koma liegt?