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Die Nacht der Zerper


Klagenfurter Kneipen Krimi

von Roland Zingerle

krimi_thriller
ISBN13-Nummer:
9783708403458
Ausstattung:
Groschenheft im Format A5, farbiges Deckblatt, 72 Seiten.
Preis:
2.90 €
Mehr Infos zum Buch:
Website
Verlag:
http://www.verlagheyn.at
Kontakt zum Autor oder Verlag:
roland.zingerle@aon.at
Leseprobe

Ludwig Melischnig kannte die Telefonnummer nicht, die da auf dem Display seines Mobiltelefons aufschien. Er hob ab und war ehrlich überrascht, die Stimme von Chefinspektor Leopold Ogris zu hören. Er wollte ein paar freundliche Worte sagen, doch so weit ließ es der Kriminalist nicht kommen:

„Melischnig, Sie Wahnsinniger", schrie er. „Wohin haben Sie meine Tochter verschleppt?"

Ludwig Melischnig war von der Situation überfordert. Er brachte nur noch „Äh"-Laute hervor, so lange, bis sich der Chefinspektor endlich zu einer ruhigeren Stimme zwang und es noch einmal versuchte:

„Herr Melischnig. Ich suche meine Tochter Bettina. Wissen Sie, wo sie ist?"

Melischnig schüttelte heftig den Kopf und da er keine Antwort erhielt, besann er sich, dass Chefinspektor Ogris ihn ja nicht sehen konnte.

„Nein, nein", sagte er endlich. „Ich bin bei meinen Eltern in Villach. Ich weiß nicht, wo die Bettina ist. Wirklich nicht. Ehrlich. Ich schwöre!"

Das Seufzen, das Melischnig nun aus dem Telefon hörte, war so tief und schwer, dass ihm angst und bange wurde. Schließlich sagte Ogris:

„Bettina hat heute gegen 10 Uhr das Haus verlassen und gesagt, sie würde sich mit Anne und Christine treffen, sie hat aber nicht gesagt, wo. Haben Sie eine Vorstellung, wo sie sich treffen könnten?"

Ludwig Melischnig setzte ein hoffungsfrohes, aber dämliches Grinsen auf und erwiderte zuversichtlich:

„Jetzt machen Sie sich doch keine Sorgen, Herr Chefinspektor. Die Bettina kommt schon wieder!"

„Sie verdammter Trottel, Sie!", fuhr Ogris ihn an. „Sie verstehen nicht, worum es geht: Bettina schwebt in akuter Lebensgefahr! Ihre feine Vereinsfreundin ist nämlich eine Mörderin!"

 

Was in den darauffolgenden Sekunden in Melischnig Gehirn passierte, dafür gibt es jetzt, im Nachhinein, keine Erklärung. Die Einen behaupten, Melischnigs Körper hätte eine Substanz produziert, die seine Intelligenz vorübergehend vergrößert hätte. Andere sagen, seine Nervenbahnen hätten sich überhaupt neu verlegt.

Tatsache bleibt, dass eine fundamentale Wandlung mit Ludwig Melischnig geschah, eine Wandlung, die in wenigen Sekunden abgeschlossen war und die mehrere Stunden lang anhalten sollte:

Seine Gesäßbacken klemmten sich zusammen, sein Rücken streckte sich, sein Gesicht wurde entschlossen, sein Blick scharf und angeblich wuchs seine Stirn um fünf Zentimeter. Aus Melischnig war Ludwig geworden. Und als er dem Polizisten am Telefon antwortete, hätte dieser schwören können, dass sich auch Stimme und Aussprache seines Gesprächspartners verändert hatten:

„Herr Chefinspektor Ogris, machen Sie sich keine Sorgen. Ich werde herausfinden, wo sich die Mädchen befinden, und melde mich dann bei Ihnen. Bis dahin: Auf Wiederhören."

Klappentext

In der Klagenfurter Mondgasse wird der junge Scheidungsanwalt Ingo Rabensteiner tot aufgefunden. Ermordet wurde er durch drei Stiche eines mittelalterlichen Dolches, der ebenso am Tatort gefunden wird, wie eine junge Frau, die den Mord möglicherweise beobachtet hat. Die Zeugin ist jedoch unfähig auszusagen, da ihr offenbar der Schock über das Gesehene den Verstand geraubt hat und niemand sagen kann, wie lange ihr Zustand andauern wird.

Und noch ein weiteres Indiz findet sich am Tatort: Ein schwarzes Plakat mit der weißen Aufschrift „Bald in Klagenfurt: Die Nacht der Zerper".

 

Plakate wie dieses hängen seit Wochen in Klagenfurt und sorgen für ausgiebige Diskussionen: Einerseits weiß niemand, was diese Plakate ankündigen sollen, andererseits rätseln alle, was ein „Zerper" sein soll - auch der Bierführer und Hobbyermittler Hubert Pogatschnig. Dieser beginnt mit seinen Ermittlungen und entdeckt einen vagen Zusammenhang zwischen den für die Plakate Verantwortlichen, dem Mordopfer und dem Mord selbst, denn - und das erscheint als sicher - das Plakat am Tatort war kein Zufall.

Fraglich bleibt jedoch, was in der „Nacht der Zerper" passieren wird, die immer näher rückt.

 

Chefinspektor Leopold Ogris und seine Stellvertreterin, Kontrollinspektorin Christiane Schulz folgen indessen Hinweisen, die sie durch die Tatwaffe bekommen haben. Die Spur führt sie zur „Tafelrunde", eine mittelalterliche Schaukampftruppe, in der sich Verbindungen zum Ermordeten auftun, die weit über jede Zufälligkeit hinausgehen.

Doch damit nicht genug, muss Chefinspektor Ogris erkennen, dass sich seine Tochter Bettina für eine Mitgliedschaft in diesem Verein interessiert, gemeinsam mit Ludwig Melischnig, dem Freund und Kollegen von Hubert Pogatschnig.

 

Als „Die Nacht der Zerper" schließlich anbricht, steht halb Klagenfurt Schlange, um dem Spektakel beizuwohnen ...