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> Krimi Thriller > Die Nacht der Zerper
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Krimis & Thriller
Buch Leseprobe Die Nacht der Zerper, Roland Zingerle
Roland Zingerle

Die Nacht der Zerper


Klagenfurter Kneipen Krimi

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Verlag Johannes Heyn GesmbH & Co KG, Friedensgasse 23, 9020 Klagenfurt,%
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Ludwig Melischnig kannte die Telefonnummer nicht, die da auf dem Display seines Mobiltelefons aufschien. Er hob ab und war ehrlich überrascht, die Stimme von Chefinspektor Leopold Ogris zu hören. Er wollte ein paar freundliche Worte sagen, doch so weit ließ es der Kriminalist nicht kommen:


„Melischnig, Sie Wahnsinniger", schrie er. „Wohin haben Sie meine Tochter verschleppt?"


Ludwig Melischnig war von der Situation überfordert. Er brachte nur noch „Äh"-Laute hervor, so lange, bis sich der Chefinspektor endlich zu einer ruhigeren Stimme zwang und es noch einmal versuchte:


„Herr Melischnig. Ich suche meine Tochter Bettina. Wissen Sie, wo sie ist?"


Melischnig schüttelte heftig den Kopf und da er keine Antwort erhielt, besann er sich, dass Chefinspektor Ogris ihn ja nicht sehen konnte.


„Nein, nein", sagte er endlich. „Ich bin bei meinen Eltern in Villach. Ich weiß nicht, wo die Bettina ist. Wirklich nicht. Ehrlich. Ich schwöre!"


Das Seufzen, das Melischnig nun aus dem Telefon hörte, war so tief und schwer, dass ihm angst und bange wurde. Schließlich sagte Ogris:


„Bettina hat heute gegen 10 Uhr das Haus verlassen und gesagt, sie würde sich mit Anne und Christine treffen, sie hat aber nicht gesagt, wo. Haben Sie eine Vorstellung, wo sie sich treffen könnten?"


Ludwig Melischnig setzte ein hoffungsfrohes, aber dämliches Grinsen auf und erwiderte zuversichtlich:


„Jetzt machen Sie sich doch keine Sorgen, Herr Chefinspektor. Die Bettina kommt schon wieder!"


„Sie verdammter Trottel, Sie!", fuhr Ogris ihn an. „Sie verstehen nicht, worum es geht: Bettina schwebt in akuter Lebensgefahr! Ihre feine Vereinsfreundin ist nämlich eine Mörderin!"


 


Was in den darauffolgenden Sekunden in Melischnig Gehirn passierte, dafür gibt es jetzt, im Nachhinein, keine Erklärung. Die Einen behaupten, Melischnigs Körper hätte eine Substanz produziert, die seine Intelligenz vorübergehend vergrößert hätte. Andere sagen, seine Nervenbahnen hätten sich überhaupt neu verlegt.


Tatsache bleibt, dass eine fundamentale Wandlung mit Ludwig Melischnig geschah, eine Wandlung, die in wenigen Sekunden abgeschlossen war und die mehrere Stunden lang anhalten sollte:


Seine Gesäßbacken klemmten sich zusammen, sein Rücken streckte sich, sein Gesicht wurde entschlossen, sein Blick scharf und angeblich wuchs seine Stirn um fünf Zentimeter. Aus Melischnig war Ludwig geworden. Und als er dem Polizisten am Telefon antwortete, hätte dieser schwören können, dass sich auch Stimme und Aussprache seines Gesprächspartners verändert hatten:


„Herr Chefinspektor Ogris, machen Sie sich keine Sorgen. Ich werde herausfinden, wo sich die Mädchen befinden, und melde mich dann bei Ihnen. Bis dahin: Auf Wiederhören."


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